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Ein Hurricane in Washington und ein Erdbeben in NYC, wir hatten beides in einem Urlaub!

27. April 2015

Charley und Irene, das hört sich an wie ein Hundepärchen, aber das waren die Namen der beiden Hurricanes, die ich bisher live erlebt habe, mittendrin sozusagen, in the eye.

Über Hurricane Charley, der uns im Urlaub 2004 obdachlos machte, habe ich schon zwei Layouts gemacht, hier und hier. Die Geschichte ist überaus spannend, die Fotos dazu sind aber noch auf DVDs und die muss ich erst suchen. Aber die Geschichte kommt, versprochen! Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich nur daran denke….

Erst erzähle ich euch von Hurricane Irene.

Oder erst vom Erdbeben?

Immer der Reihe nach am besten.

Im Sommer 2011 war ich mit meinen Söhnen in den USA. Meine älteste Tochter war damals an der Otterbein University in Ohio zum Auslandssemester und wir wollten sie unbedingt besuchen.

Die Reise hatten wir wieder bei America Unlimited gebucht, dem USA-Reiseveranstalter unseres Vertrauens. Meiner Erfahrung nach klappt die Buchung komplett über einen Veranstalter stressfrei und perfekt.

Für längere Rundreisengibt es ja zwei Möglichkeiten:

– man stellt sich alles selber zusammen. Vergleicht tagelang Angebote von Flügen, Autoverleihern, Hotels, Transfers,  Eintrittskarten und wer weis was noch, bucht alles einzeln, hat verschiedene Tickets, muss Sitzplätze reservieren, hat -zig Buchungsnummern und schlimmstenfalls keine Rücktrittsmöglichkeit, usw….

– oder man bucht über einen Veranstalter, der auf das Zielland spezialisiert ist und hat eine einzige Buchungsnummer, einen persönlichen Berater und Ansprechpartner und bekommt vor der Reise ein kleines Heftchen mit Vouchern für alle gebuchten Leistungen.

Ich persönlich habe in den letzten Jahren die zweite Variante für USA-Reisen gewählt. America Unlimited war mir in einem Newsletter durch ein sensationelles Sonderangebot einer Kalifornienreise im Herbst 2010 aufgefallen. Die Reise haben wir damals gebucht, es war fabelhaft.

Deshalb habe ich mich, als wir meine Tochter in Ohio besuchen wollten, wieder bei America Unlimited beraten lassen. Meine jüngere Tochter hatte in dem Sommer Abi gemacht und ich wollte ihr eine Reise nach New York zum Abi schenken. Washington sollte auch drin sein, wir wollten das Grab meiner Tante auf dem Friedhof in Arlington besuchen.

Capitol hill Washington

Meine Söhne arbeiteten neben der Schule und sparten eisern, um auch dabei sein zu können, denn mein Jüngster hatte schon als kleines Kind den Traum, einmal Cedar Point zu besuchen. Da dieser gigantische Rollercoaster-Park auch in Ohio ist, passte das zum Ende unserer Rundreise perfekt.

Wir flogen nach New York, fuhren mit dem Zug nach Washington, übernahmen ab dort unseren Mietwagen und flogen nach insgesamt 10 Tagen von Cleveland, Ohio wieder zurück nach Düsseldorf (via Atlanta und Amsterdam)

Zurück aber endlich zum eigentlichen Titel dieses Postings.

New York City , wir waren am 23.08. um die Mittagszeit in Soho, im Bistro Soho Park (62 Prince Street), da gibt es übrigens die besten belgischen Fritten in NYC.

Statt Nümmerchen für's Essen bekommt man gleich ganze Nummernschilder. Leckere Pommes mit tollen Saucen, Empfehlung!

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Soho Park Restaurant NYC

Das Bild mit dem Essen ist leicht verwackelt. Es war auf einmal irgendwas oder irgendwie komisch, aber wir wussten nicht warum und vergaßen es auch schnell.

Als wir nach draussen auf die Straße kommen sah es so aus:

Virginia Earthquake in NYC

Die Straße war übervoll mit Menschen, sie vor den Gebäuden standen, jeder hatte sein Telefon in der Hand und starrte drauf, oder tippte wie wild drauf rum.

Seltsam, dachten wir. Da keiner von uns dreien damals ein Smartphone hatte, wir also vor Zeiten von Free Wi Fi, Facebook und Twitter unterwegs waren, hatten wir keine Ahnung, was los war ( jetzt, vier Jahre später, erscheint mir unsere damalige Situation in dem Zusammenhang seltsam unwirklich, ha, ha).

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Als wir in ein Geschäft wollen, erklärt uns der Türsteher etwas von Evakuierung und Erdbeben.

Hallo??

Es hatte, so erfahren wir etwas später, in Richmont, Virginia  ein Erdbeben der Stärke 5,8 gegeben, die Auswirkungen waren bis New York City zu spüren. Kurz danach brach für eine Stunde das komplette Telefonnetz zusammen, zum Glück war uns das damals egal, siehe oben.

Es gab keine Toten oder Verletzten, aber größere bauliche Schäden durch das Beben, leider konnten wir deshalb einige Tage später nicht auf das Washington Monument fahren, es war gesperrt. Von da oben soll die Sicht außerordentlich sein. Durch das Erdbeben hatte das höchste Stein-Monument der Welt Schäden bekommen, kurz darauf gab Hurricane Irene der Spitze den Rest und das Monument wurde erst drei Jahre später nach gründlicher Reparatur wieder geöffnet.

Nun ja, ich hoffe, ich komme noch mal nach Washington, es steht auf meiner Bucket List!

Washington Monument

Also, das Erdbeben hatten wir ja ohne größere Auswirkungen überstanden.

In den Medien war der sich nähernde Hurricane Irene die größere Bedrohung, er war zwar für den sogenannten Landfall, das ist der Moment, wenn der Sturm auf Land trifft, nur mit Kategorie I eingestuft, aber wir waren mit dem Procedere vertraut, Charley, den wir sieben Jahre vorher erlebten, hatte die Kategorie 4.

Ein wenig unwirklich kam uns das schon vor, schon wieder wir, im Hurricane?

Für den Tag, es war der 27. August, hatten wir eine Fahrt nach Mount Vernon (George Washingtons Amtssitz), südlich von Washington geplant, vorher wollten wir in die Outlet Mall Potomac Mills.

Im Shopping Center ist es ziemlich leer, wir fallen in einen kurzfristigen Konsumrausch, Abercrombie und Hollister und VANS und Timberland im Outlet, fast geschenkt, fast…

Antonius bringt zwischendurch kurz einige Tüten ins Auto, das steht draussen, und fliegt mitsamt den Tüten fast weg, berichtet er. Drinnen im Einkaufscenter merkt man nichts.

Nachmittags beschliessen wir, besser nicht nach Mount Vernon zu fahren, nachdem wir überall in der Mall die Fernseher mit den Sturmwarnungen sehen.

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Auf dem Weg zum Auto werden wir in zwei Minuten bis auf die Unterwäsche nass und durchgepustet.

Die Straßen in die Stadt sind alle als Evakuierungsroute eingerichtet, das bedeutet, es gibt nur eine Fahrspur in Richtung Küste, alle anderen fünf Spuren sind stadteinwärts beschildert. Sicherheit hat höchste Priorität, diese ganzen Maßnahmen funktionieren perfekt in den USA.

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Alles ist geschlossen, was ist mit Abendessen? Wir finden gegenüber von unserem Hotel glücklicherweise einen geöffneten, aber gespenstisch leeren  McDonalds, der ganze Parkplatz steht allerdings unter Wasser.

Kleiner Insider am Rande, Antonius amüsiert sich, bei der Bestellung der Chicken Nuggets wird er gefragt: ten or twenty? Bei uns in Deutschland fragt man: sechs oder neun? Tja, was sagt man dazu….

Total von Wind und Regen zerzaust nehmen wir das Essen mit ins Zimmer. Wenn ich das Bild jetzt so sehe denke ich: when the going gets tough, the tough go shopping 😉

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Draussen stürmt es weiter, wir haben die ganze Nacht den Fernseher laufen. Es wurde live auf allen Kanälen berichtet.

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Am nächsten Morgen war alles überstanden. Der Himmel ist wieder blau, als wir aus der Stadt in Richtung Arlington fahren, sieht man nur leichtere Schäden.

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Der Sturm hat nicht ganz so schlimm gewütet wie befürchtet, aber es kommen trotzdem insgesamt 10 Menschen dadurch ums Leben.

Während ich diesen Post schreibe, schaue ich immer wieder in mein Smashbook, ich wüsste diese Details sicher nicht so genau, wenn wir nicht auch viele Fotos gemacht hätten, auf die ich jetzt zurückgreifen kann. Damals hatte ich noch keine mobilen Fotodrucker und habe nur Text und Schnipsel von Papieren im Smashbook. Aber die Geschichten habe ich jeden Tag aufgeschrieben.

Genau hier.

Smashbook ohne Fotos

Das ganze Smashbook dieses Urlaubs könnt ihr im Originalbeitrag von 2011 sehen, es war damals mein erstes Smashbook, ich liebe es!

Da ich das ganze Wochenende mit Aufräumen und Sortieren verbracht habe, ist fast kreative Ordnung entstanden, endlich finde ich wieder, was ich suche. Ich habe dann für ein Layout Fotos auf der Festplatte gesucht.

Und was passiert? Ich schreibe wieder.

Jetzt habe ich noch mehr Fernweh als vorher, durch die Fotos und Smashbooks.

Und da Bloggen für mich auch Teilen bedeutet, freue ich mich sehr, dass ich meine Urlaubsgeschichten auf diesem Wege nicht nur selber noch mal erlebe, sondern sie auch mit euch teilen auf diesem Blog, der ja auch ein wenig Tagebuch ist, kann.

Ich freue mich so sehr über eure Kommentare und Likes und Fragen zum Thema Reisen. Was wäre ein Scrapbooker ohne Reisefotos? Und Smashbooks sind Scrapbooks in Urform.

Passt ja alles irgendwie zusammen, oder?

Alles Liebe

Barbara

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Neuengland – Die Wasserfälle der Flume Gorge im Franconia Notch State Park

25. April 2015

Da ich so großes Fernweh habe stöbere ich gerade gerne in meinen Urlaubsfotos, und schreibe deshalb auch gerade lieber über Reisen und Fotos, das befriedigt das Fernweh wenigstens etwas.

Heute nehme ich euch mit nach Neuengland. In die Flume Gorge.

Wasserfälle finde ich immer sehr beeindruckend. Deshalb suche ich danach, wenn ich eine Reiseroute plane.

So war das auch, als wir im Spätsommer 2011 Neuengland besuchten. Da der Indian Summer noch nicht in Sicht war, wollten wir nicht eine der klassischen Neu-England Routen fahren, sondern mehr Sommerfeeling an der Küste bis runter nach New York erleben. Mit Cape Cod, Newport und Long Island auf dem Weg nach New York.

Unsere Reise begann in Boston, von dort aus habe wir einige Tagesausflüge unternommen. Da wir "nur" 4 Übernachtungen in Boston hatten, war der Plan, soviel wie möglich in diese Tage reinzupacken.

Wie kann man Extremshoppen und Natur mit Wasserfällen vereinbaren?

Super geht das, in New Hampshire.

Im US-Bundesstaat New Hampshire gibt es keine Sales Tax, also keine Mehrwertsteuer, deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, von Boston aus einen Abstecher dorthin zu machen.

Aber erstmal Natur pur.

Knapp zwei Stunden nördlich von Boston liegt, eingebettet in den White Mountain National Forest, der Franconia Notch State Park, einer der kleineren Naturparks Neu-Englands. Nix los auf der Straße, bis auf ein paar Fasane.

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Hier ist ein wenig die Zeit stehengeblieben. Das Wetter ist warm, 24 Grad, leichter Nieselregen, der sich aber gut aushalten lässt.

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Canterbury NH Country Store

Im Dorfladen, der auch das örtliche Post Office ist, gibt es Angelwürmer und Eis, was braucht man mehr;-)

Weil wir das Schild für ein Shaker Village, eine Art Museumsdorf, entdeckt haben, machen wir einen spontanen Abstecher nach Canterbury. Meine Tochter hat gerade für die Uni eine Präsentation über das Shaker Design gehalten, auch deshalb interessiert das Thema uns. 

IMG_9684 FranconiaEin paar Meilen weiter sind wir am Eingang der Schlucht. In State Parks (das sind die kleinen Geschwister der National Parks) wird versucht, die Instandhaltung und Fürsorge des Parks durch Unkostenbeiträge zu finanzieren, ich finde das durchaus angemessen, hier beträgt der Eintritt 13 $. Dafür hat man gut befestigte Wege, sanitäre Anlagen und interessante Informationen.

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Die Flume Gorge (dt. Schlucht) liegt in einem Waldgebiet mit riesigen Granitbrocken, die sehen aus, als hätte sie jemand einfach vom Himmel geworfen, vor tausenden von Jahren.

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Es rauscht erst leise, es riecht feucht und unglaublich frisch und gut nach Wald. Der Trail ist in ca. 1,5 Stunden gut zu gehen.

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Die moosbewachsenen Granitfelsen der 1808 entdeckten Gorge erinnern ein wenig an die Schluchten in den Bergen Österreichs, die ihr vielleicht als Klamm kennt. 

Flume Gorge

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Die Wände der Schlucht sind an den schmaleren Stellen bis zu 30 Meter hoch. Je näher man den Wasserfällen kommt, desto lauter wird das Rauschen.

Flume Gorge New Hampshire

Zwischendurch wird auf besonders schöne Aussichtspunkte, dieser hier liegt über einem Wasserbecken, aufmerksam gemacht.

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Es gibt kleinere Höhlen und Tunnel, durch die man krabbeln oder kriechen kann, das ist besonders für Kinder interessant. Und eine kleinere Covered Bridge, für die Neuengland so bekannt ist.

Covered Bridge New Hampshire

An diesem Tag begegnen uns nur wenige Menschen, es ist sehr ruhig da oben, angenehm ruhig.

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Und dann gibt es endlich auch eine Brücke zum Durchfahren, das wollte ich immer schon machen, man kennt es ja eigentlich nur aus Filmen.

 

Zurück nach Boston fahren wir auf dem Kancamagus Highway, von vielen als eine der schönsten Indian Summer Scenic Routes beschrieben. Da weder Indian Summer ist, noch eine Weitsicht, bedingt durch den Nebel, halten wir immer wieder an Wasserfällen und Flüssen an.

Kancamagus Highway NH 

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Auf der Rückfahrt halten wir am späten Nachmittag noch in Salem, um in der Mall at Rockingham Park einzukaufen .

Nach der geballten Ladung Natur erstmal eine Portion ordentliches Junk Food, Auntie Annies Pretzel, warm und weich, yummy.

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Shop 'til you drop, damals ist der Dollar-Wechselkurs sehr günstig für uns und wie gesagt, in New Hampshire zahlt man keine zusätzlichen Steuern. Und irgendwo ist immer Sale.

Während die Kids bei Abercrombie, Hollister und Co. stöbern, versuche ich bei Anthopologie, das eventuelle Übergewicht meines Koffers im Auge zu behalten.

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Wo gibt es das schon, eine eigene Umkleidekabine für mich bei Eddie Bauer, persönlicher kann Service kaum sein, gefällt mir!

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Wir brauchen immer viel Platz im Auto, es soll auch während der längeren Fahrten bequem sein. Deshalb miete ich in den USA immer einen kleineren SUV, bei Road Trips das einzig Wahre und kaum teurer als ein "normaler" PKW.

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Als wir abends im Hotel in Boston ankommen (wir haben damals im Doubletree Boston Bayside gewohnt), reicht die Energie nicht mal mehr für den Griff zur Fernbedienung.

So viel Natur und soviel Shopping an einem Tag in New Hampshire, das macht ganz schön müde ( und glücklich).

Von Boston aus haben wir in Tagesausflügen Cape Ann in Massachusetts und Rockport in Maine besucht, und natürlich Harvard. Das zeige ich euch gerne noch. Über einen der Höhepunkte ziemlich am Ende dieser Reise, die Fahrt über Long Island, gab es bereits einen Bericht.

Ich rechne noch mal gerade, wir waren in Massachusetts, Maine, New Hampshire, Rhode Island, Connecticut und New York. Das sind sechs Bundesstaaten.

Zur klassischen Neuengland Route im Indian Summer würde noch Vermont gehören, das steht definitiv noch auf meiner Bucket List!

So, genug geschwärmt für heute, ich wünsche euch ein schönes Wochenende, es soll ja noch mal eher zum drinnen Kuscheln geeignet sein, wenn man dem Wetterbericht glauben kann.

Alles Liebe

Barbara