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Kalifornien. Must see: Filbert Steps. Coit Tower. See-Elefanten in Big Sur. Tenaya Lodge. In-N-Out Burger.

29. Juli 2015

Eigentlich sollte das hier ein „meine Tipps für Kalifornien“ Posting werden.

So wie „die 10 besten Tipps für Kalifornien“.

Aber um ehrlich zu sein, diese reisserischen Überschriften á la Affenblog mag ich nicht mehr, man sieht sie einfach zu oft auf Blogs. Auch wenn es SEO technisch besser sein soll, und Leser auf der schnellen Suche nach Reisetipps diese Überschriften mögen.

Aber jetzt erzähle ich euch doch ein wenig mehr, während ich so darüber nachdenke.

Wenn ihr schon länger hier mitlesen solltet erinnert ihr euch vielleicht, dass ich mit meinen Kindern 2010 in Kalifornien gewesen bin. Mit allen 4 Kindern, das war die letzte Reise, die wir alle zusammen gemacht haben.

Die Krankheit und der Tod meines Mannes im Jahr zuvor hing damals immer wie eine schwarze Wolke über uns. Außerdem hatten wir seit Jahren keinen Urlaub gemacht. Wirtschaftlich hatten wir uns gerade wieder hochgerappelt, ich hatte inzwischen einen feste unbefristete Anstellung bekommen und meine Kinder jobbten alle neben Schule und Studium.

Im Frühjahr 2010 hatte ich in meinem Email-Postfach einen Newsletter von Travelzoo, sehr zu empfehlen, einmal wöchentlich besondere Reise-Angebote. Da stand: California Deluxe, eine Rundreise mit Flug, Top Hotels und Mietwagen, und das zu einem unglaublich günstigen Preis. Anbieter: America Unlimited.

Death Valley

Irgendwie sprang mir das ins Auge, ich überlegte gar nicht lange, sondern fragte beim Anbieter nach den Konditionen für fünf Personen. Wir brauchten ja zwei Zimmer und ein größeres Auto.

Kurz die Kinder gefragt: „schafft ihr das, in sechs Monaten die Hälfte des Reisepreises zusammen zu sparen?“

„Ja, wir schaffen das“. Zudem wir ausserhalb der Hauptreisezeit fuhren, in unseren Herbstferien. Das machte den Preis wesentlich günstiger als im Sommer. Und das Wetter ist im Herbst in Kalifornien im Allgemeinen noch richtig gut.

Diese Reise war großartig. Wenn auch anstrengend, 3702 km in 12 Tagen gefahren. Und am falschen Platz gespart, kein Navigationsgerät für’s Auto mitgebucht, nur mit Karte navigiert (ja, die großen Dinger aus Papier, die man nie wieder richtig zusammen gefaltet bekommt!) und dauernd verfahren. Na ja, das passiert einem nur einmal, aber es nervte. Wir hatten damals noch keine Smartphones, waren also auch komplett googlefrei unterwegs. Heute UNVORSTELLBAR!

Aber diese Reise hat uns Lebensfreude zurückgegeben, hat uns gezeigt, dass man Ziele auch erreichen kann, dass es sich lohnt zu sparen, sich anzustrengen.

Und hat unseren Horizont wieder gewaltig erweitert. Oft wurden wir überwältigt von der Größe und Schönheit Kaliforniens und staunten mindestens einmal täglich Bauklötze über irgendwas.

Mir ist seit einigen Jahren erst richtig bewusst, dass die Zeit, in der ich die Kinder so intensiv erleben darf, sehr begrenzt ist, und so war es das Allerschönste für mich, viel davon mit ihnen verbringen zu können.
Auch, wenn mich der lockere Fahrstil meiner Ältesten, die meinte, den großen SUV mit dem kleinen Finger lenken zu können, auf den Serpentinen und Kurven des Highway #1 manchmal an den Rand des Wahnsinns trieb. Aber wir haben es ja überlebt…
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Big Sur California
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Big Sur California USA
Zabriskie Point
Death Valley Sanddunes
Was wollte ich euch jetzt eigentlich erzählen? Beim Schreiben habe ich mich in den Fotos verloren, so viele tolle Fotos haben wir damals gemacht!
Ein paar Highlights möchte ich zeigen, von dieser klassischen Kalifornien-Rundreise. Die Route für Rundreisen ist ja fast immer gleich, einmal runter und wieder rauf, oder umgekehrt, mit Schlenkern, je nachdem, wieviel Zeit und finanzielle Mittel man hat.
Unsere Reise begann damals in San Francisco, da bleiben wir drei Tage. Dann über über Santa Cruz, Monterey, Big Sur nach Los Angeles, dort wohnten wir in Huntington Beach. Weiter nach San Diego, über das Death Valley nach Yosemite, und über Napa wieder zurück nach San Francisco.
Die üblichen touristischen Highlights haben wir natürlich auch überall angeschaut.
Aber ich habe heute ein paar Tipps für euch, die vielleicht noch nicht ganz so bekannt sind.

Reisetipp # 1 für San Francisco:

Die Filbert Steps und der Coit Tower.

Wenn man von Fishermans Wharf auf dem Embarcadero am Wasser entlang in Richtung Downtown läuft, biegt man an der Levi Plaza scharf nach rechts ab, und klettert über hölzerne Stege und Stufen der Filbert Steps in einen urbanen Dschungel vom Feinsten.

Filbert Steps San Francisco

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Absolut sehenswert, diese kleinen Häuser in der Ruhe der Zitronenbäume, man vergisst, dass man sich mitten in einer Millionenmetropole befindet. Insgesamt geht es auf 558 Stufen über hölzerne Stege hoch zum Coit Tower auf dem Telegraph Hill.

Von der obersten Stufe hat man diesen Ausblick, das hat sich schon gelohnt.

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Am Fuß des Coit Towers sieht es dann so aus. Wir hatten übrigens damals ein Riesenglück mit dem Wetter, Mitte Oktober gab es noch eine Hitzewelle in Kalifornien und wir hatten Hammerwetter in San Francisco.

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Der weiße schlanke Turm auf dem Telegraph Hill ist benannt nach Lillie Hitchcock Coit. Die Millionärin war begeisterte Anhängerin der Feuerwehr. Nach ihrem Tod 1929 schenkte sie durch eine testamentarische Verfügung der Stadt San Francisco den Coit Tower, als Denkmal für die Feuerwehr von San Francisco.

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Der Blick von der Spitze des Turms aus (keine Sorge, es gibt einen Aufzug) ist atemberaubend!

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View from Coit Tower San Francisco

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Mit einem Fernglas oder dem Teleobjektiv sieht man die bekannte Lombard Street, die kurvig-steile Straße durch die Blumenbeete, ein bekanntes Fotomotiv.

Lombard Street San Francisco

Wieder unten findet man sich auf der Filbert Street, die ebenfalls extrem steil ist.

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Auf der Straße bieten sich witzige Fotomotive an, da sie so extrem steil abfällt. Meine Kinder stehen total gerade!

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Ausserdem wohnen in den Bäumen an der Filbert Street Papageien, mitten in der Stadt.

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In San Francisco braucht man kein Auto. Im Gegenteil, zu Fuß kann man die Straßen mit ihren wunderschönen alten Häusern am besten erkunden. Ansonsten fährt man mit der Cable Car oder dem Bus.

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Und ja, in Haight-Ashbury gibt es immer noch jede Menge Head Shops und Hippies!

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Dass wir große Fans von Movie Locations sind, hatte ich im Bericht über North Carolina schon erzählt.

Klar, dass wir uns in San Francisco das Haus von „Mrs Doubtfire“ anschauen mussten! Es steht, wie der unvergessliche Robin Williams schon im Film bemerkt, wirklich auf der Steiner Street, Ecke Broadway.

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San Francisco ist eine unglaublich schöne Stadt! Gewohnt haben wir übrigens in Japan Town, im Tomo Hotel (das inzwischen anscheinend anders heißt).

Unsere Reise führte uns auf der Küstenstraße Highway #1 nach Süden. zwischen San Francisco und Los Angeles haben wir etwas ganz Besonderes gesehen.

Reisetipp # 2

See-Elefanten in Big Sur

Die Big Sur Coast (zwischen San Simeon am südlichen Ende und Carmel-by-the-Sea am nördlichen Ende) ist der schönste, aufregendste und romantischste Abschnitt des Highway No. 1. „Big Sur ist da, wo sich Berge und der Ozean zu einem dramatischen Rendezvous treffen. Das ist die schönste Begegnung von Land und See, die es auf der Erde gibt.“ Diese zwei Sätze schrieb der Schriftsteller Robert Louis Stevenson, der hier Anregungen für sein Buch „Die Schatzinsel“ fand. Eine bessere Beschreibung über die Big Sur Küste kann man nicht finden.

Ein paar Fotos von unserer Fahrt auf dieser Traum-Küstenstraße gab es oben schon zu sehen.

In Piedras Blancas Point, 5 Meilen nördlich von San Simeon gibt es einen der vielen Orte, an dem man einfach anhalten muss.

Denn da liegen sie rum. Einfach so am Strand. Zu Hunderten. Oder Tausenden.

See-Elefanten in Big Sur Kalifornien

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Sea Elephants in Big Sur

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Überhaupt begegneten uns auf dieser Fahrt einige Tiere am Wegesrand oder Straßenrand, einfach so.

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Ein Highlight für uns, besonders für meine Kinder war damals die Gegend von Orange County. Besser bekannt als O.C., aus der gleichnamigen Fernsehserie „O.C., California “

Cambria on the road

Hier über den Pier ist Seth Cohen mit seinem Board gerollt, da sind wir wieder bei dem Thema Movie Locations;-)

Pier in Huntington Beach Kalifornien

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Wir wohnten zwei Nächte in Huntington Beach, in diesem Traumhotel, dem Hilton Waterfront Beach Resort.

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Reisetipp # 3

Tenaya Lodge im Yosemite National Park

Zur klassischen Kalifornien-Rundreise gehört der Yosemite National Park. Die Riesenmammutbäume, die Wasserfälle, der Half Dome und die Felsenlandschaften sind ein berauschendes Naturerlebnis. Er riecht unfassbar gut nach Wald, nach Bäumen.

Yosemite National Park

Besonders vor dem Eingang unseres Hotels, dort wurden in der leicht herbstlichen Luft in großen Feuerkörben Holz verbrannt. Ich glaube, es war Zedernholz. Das roch so gut, wie mein Kamin noch niemals gerochen hat! 

Wir wohnten in den Cottages im Hotelkomplex der Tenaya Lodge. Wie auf der ganzen Reise hatten wir für die Übernachtungen zwei Doppelzimmer mit jeweils zwei Riesenbetten, also immer genug Platz für uns fünf.

In der Tenaya Lodge hatten wir ein kleines Häuschen, ein Cottage für uns, ein Zimmer links und eins rechts.

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Der Kamin vor dem Bett, neben dem Fernseher, das ist Luxus und war so angenehm in der etwas kühlen Abendluft damals!

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Half Dome Yosemite National Park

Reisetipp # 4 für Kalifornien überhaupt

IN-N-OUT-BURGER

Viele Experten und Testesser sind sich einig: die besten Burger auf diesem Planeten gibt es bei In-N-Out.

Shake Shack, Five Guys und wie sie alle heißen kannst du dagegen vergessen, the one and only ist der In-N-Out-Burger!
Die Restaurantkette arbeitet mit frischen lokal eingekauften Zutaten. Dazu kommt noch, dass der Inhaber dieser Firma eine Frau ist und als aussergewöhnlich sozial eingestellter Arbeitgeber gilt, der seine Angestellten im Unterschied zu anderen Fast Food Ketten über Mindestlohn bezahlt.
Und diese Burgerläden gibt es nur in Kalifornien, Nevada, Arizona, Utah und Texas.

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Super, ihr habt bis hierhin durchgehalten!

Ich hab ja noch fast 1000 Fotos, und viele Geschichten zu Kalifornien.

Vielleicht erzähle ich noch die, wie wir in San Diego ohne Pässe und Tickets standen….die waren noch in Huntington Beach im Hotelsafe…?

Oder besser nicht, die ist peinlich.

Ein wenig Lust auf Kalifornien habe ich euch doch bestimmt jetzt gemacht, oder? Es ist ein wunderbares Land, mit eindrucksvoller und einzigartiger Natur und voller Gegensätze.

Wer noch nie in Kalifornien war hat wirklich was verpasst, auch wenn der Flug lang ist. Und ich empfehle euch echt die Herbstferien, wenn ihr Schulkinder habt, es ist wesentlich preiswerter und auch nicht ganz so voll wie in der Hauptsaison im Sommer.

Für Träume muss man sich manchmal anstrengen, aber Träume muss man sich erfüllen, diese persönliche Erfahrung werde ich und werden auch meine Kinder für immer mit Kalifornien verbinden.

Bis bald, lasst es euch gut gehen! Der Sommer kommt ja bald wieder, sagt der Wettermann.

Barbara

P.S. Habt ihr auch Tipps für Kalifornien, die nicht in jedem Touristenführer stehen? Her damit! 😉