Der Winter ist da, welche Überraschung im Januar. Ich finde es schön, bin aber auch in der privilegierten Lage, meine Termine selbst zu gestalten, nur für mich selbst sorgen zu müssen und nur einen Arbeitstag pro Woche außer Haus zu müssen. So habe ich den Schneefall der letzten Tage genossen, bin durch den frischen Schnee gestapft und habe – was gefühlt nur alle zehn Jahre vorkommt – dabei eine kuschelige Kaschmirmütze getragen.
Gestern Abend habe ich leicht amüsiert betrachtet, wie zwei meiner Nachbarn versuchten, mit ihren Autos die kleine Steigung, die von unseren Parkplätzen zu Straße führt, zu bewältigen. Keine Chance. Ich versuche es garnicht erst. Zum Glück habe ich vor einigen Tagen einen größeren Einkauf gemacht und kann zur Not auch zu Fuß zum Lidl gehen, zur Post und zur DHL Packstation. Was will man mehr, ich habe Glück.
So konnte ich auch die letzten Tage gemütlich telefonieren, viel Zeit an meinem Basteltisch verbringen, mein Dezembertagebuch weiter zu gestalten und dabei Serien bingen. Und Schlaf nachholen, der im Dezember irgendwie zu kurz kam.

Und dann hat mich noch Folgendes bewegt.
Es würde mich mal interessieren, wieso so viele Menschen unfähig sind, gestellte Fragen zu beantworten? Oder ihren Senf für sich zu behalten?
Beispiel: jemand fragt im Internet, ob jemand Erfahrungen mit einer bestimmten Knetmaschine hat.
Als Antwort kommt: bei einer Pizza nutze ich Stretch and Fold! Ein anderer: ich nutze dafür den Handmixer, das geht genauso gut. Und in solchen Momenten denke ich, sind wir hier in der Grundschule? Frage in der Klassenarbeit: “Welche Farbe hat ein Bär?” Und dann kommt die Antwort: “Ich mag Hamster lieber”.
Das ist schön, war aber nicht die Frage ?! Wieso wird das Thema gewechselt? Was soll das?
Wenn mir das jemand erklären kann, wäre ich wirklich dankbar.
Ich glaube, dass viele eine Frage als Steilvorlage nutzen, um endlich ihr Wissen zu irgendeinem Thema an die Menschheit zu bringen. Mir gehen diese Menschen echt auf die Nerven. Oder die Leute lesen nur ein Wort und den Rest nicht.
Ich habe ein Wort in diesem Text verstanden und schreibe jetzt was dazu, weil ich’s kann. So in etwa stelle ich mir das vor.
Die Uni Hamburg fand erschreckende Zahlen. Rund 40 Prozent der Deutschen sind nicht in der Lage, Texte zu verstehen, deren sprachliche Komplexität über das Grundschulniveau hinausgeht. Anders ausgedrückt: Die kleine Raupe Nimmersatt verstehen diese Menschen – bei Harry Potter hakt es hingegen schon.
Oder es wird gefragt: “was schenkt ihr denn euren erwachsenen Kindern so?” Antwort: “Teure richtig gute Mikrofasertücher und einen bestimmten High End Messerschleifer”.
Erster Kommentar: “Mikrofasertücher sind schädlich für die Umwelt”. Zweiter Kommentar: ” Ein Wetzstahl tut es auch”.
Warum?? Was hat das mit der Frage zu tun? Sorry, ich musste das jetzt einfach mal loswerden, weil mich dieses immer von sich selbst auf andere schließen oder zu meinen, man muss jeden belehren einfach nervt.
So, zurück zu Erfreulicherem. Heute wollen wir eigentlich unseren Hofbaum abbauen. Mal gucken, ob das Wetter es zulässt, ich wäre nicht traurig, wenn er noch eine Weile bleibt und ich diesen Anblick aus meinem Küchenfenster noch ein wenig genießen kann..

Und sonst so?
Ich habe den Kalten Krieg, Perestroika/Glasnost und den Mauerfall erlebt. Meine Jugend war geprägt von saurem Regen, Tschernobyl und Waldsterben. Und noch ein paar Dingen mehr.
Es gab eine Zeit, da hätte man denken können, dass wir das überwunden haben.
Aber… wir haben nichts gelernt! Aktuell denke ich ständig: Was zum **** macht ihr alten Säcke da? Und warum applaudieren so viele?
Es ist nicht normal, dass ein Präsident andere Länder als „Dreckslöcher” bezeichnet. Es ist nicht normal, dass er sich über Menschen mit Behinderungen lustig macht, Journalistinnen und Journalisten zu „Feinden des Volkes” erklärt oder einen verbundenen Staatschef wie Wolodymyr Selenskyj aus dem Oval Office wirft.
Das sind keine Randbemerkungen, sondern Angriffe auf Würde, Respekt und die Grundlagen demokratischer Kultur.
Gefährlich wird es, wenn einer der mächtigsten Männer der Welt die Regeln verlässt, auf denen das Miteinander demokratischer Staaten beruht – und noch gefährlicher, wenn wir beginnen, solche Grenzüberschreitungen hinzunehmen.
„Da wundert einen gar nichts mehr” darf keine Haltung sein.
Das Jahr, das neun Tage alt ist, wird entscheidend sein. Wie weit kann Donald Trump gehen? Werden die Zwischenwahlen seine Macht begrenzen – oder wird er versuchen, ihren Ausgang zu unterlaufen? Erste Risse sind sichtbar: einzelne Abweichler bei Abstimmungen, Wahlergebnisse, die zeigen, dass sich frühere Unterstützer abwenden. Viel wird auch von den Demokraten abhängen – von ihrer Glaubwürdigkeit und ihrer Fähigkeit, Mehrheiten zu gewinnen.
Eine Gewissheit bleibt: Es ist nicht normal, wenn ein US-amerikanischer Präsident Länder verachtet und überfällt, um sich selbst und seine Kumpel zu bereichern. Menschen und andere Staatsoberhäupter verspottet, unabhängige Medien bedroht und diplomatische Grundregeln missachtet. Trump und seine Weltsicht haben erst dann gewonnen, wenn wir diese Verrohung als neue Normalität akzeptieren.
Ich bin weiterhin überzeugt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika, die in diesem Jahr ihren 250. Geburtstag feiern, mehr sind als Donald Trump. Aber auch, dass die aktuellen Geschehnisse dort weltweite Auswirkungen haben und ein Vorbild für rechte Kräfte auch in unserem Land sind.
Lasst uns wachsam bleiben. Aber auch optimistisch. Wir werden viel positive Energie brauchen und gegenseitige Unterstützung, um uns nicht abzuwenden – und denen nicht das Feld zu überlassen, die sich eine Normalität wünschen, die auf der Missachtung von Menschenwürde statt auf Respekt basiert.
Vor zwei Tagen zeigte sich das autoritäre Drehbuch wieder sehr deutlich.
Der tödliche Schuss eines ICE-Agenten auf die dreifache Mutter Renee Nicole Good in Minneapolis wird zur Heldengeschichte der Sicherheitskräfte umerzählt, die Schuld der staatlichen Gewalt wird einer toten Frau zugeschoben. Der Fall dient als Bühne, um Migration, Protest und „linke Feinde” zu dämonisieren. Die US-Regierung nutzt den Schock des Ereignisses, um Angst zu schüren, ICE zu legitimieren und ihre extreme Migrationsagenda durchzusetzen. CIA und FBI sind bereits voll auf MAGA Kurs, im übrigen waren die noch nie neutral, siehe auch weiter unten eine entsprechende Doku Empfehlung in den Freitagstipps.
Ein klassisches Muster autoritärer Propaganda. Googelt mal “Reichstagsbrandverordnung”. Meiner Meinung nach zeigt das die Steilvorlage.
“Wir leben in einer Welt, die von Stärke regiert wird, von Gewalt regiert wird, von Macht regiert wird”, sagt Trumps Berater Stephen Miller. Internationale Regeln, Recht oder Moral spielen keine Rolle mehr. Nach Venezuela also Grönland? Donald Trumps America-First-Imperialismus muss uns allen und besonders unseren Politikern in der EU ein extremes Warnsignal sein.
Good News!
Eine neu entwickelte Zahnpasta aus Deutschland bekämpft Parodontitis gezielter als bisherige Produkte. Sie hemmt selektiv den Haupterreger der Zahnfleischentzündung, ohne die gesunde Mundflora zu schädigen. Entwickelt wurde der Wirkstoff von Forschenden des Fraunhofer-Instituts; die Zahnpasta ist seit Kurzem auf dem Markt.
Manchmal vergessen wir, dass Selbstverständlichkeiten einst umstritten waren. Die Gurtpflicht ist so ein Fall. Als sie vor 50 Jahren eingeführt wurde, löste sie heftige Debatten aus. Heute schnallt sich die große Mehrheit ganz selbstverständlich an – und halbiert damit das Risiko, bei einem Autounfall zu sterben. Geht das jetzt bitte auch mit einem Tempolimit?

1. Vielen Dank an __________ .
2. __________ nicht gewachsen.
3. Es ist so langweilig __________.
4 _________ zum ersten Mal.
5. Kann mir bitte jemand ________ .
6. _________ genau so ________ .
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !
Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Meine Freitagstipps für euch
Freitagstipps zum Gucken
Ich habe die Netflix-Doku „Cover-Up“ geschaut. Sie erzählt die wahre Geschichte von unmenschlichen Kriegsverbrechen, brisanten Politskandalen und geheimen Verschwörungen: Kompromisslos und investigativ deckte der US-Journalist Seymour Hersh unbequeme Wahrheiten auf. Selbst die mächtigsten Regime der Welt bleiben davon nicht verschont.Seymour Hersh könnte diese Frage ohne Weiteres beantworten. Für seine Enthüllungen rund um das Massaker von My Lai während des Vietnamkrieges erlangte der US-Journalist in den 1970er-Jahren weltweit Anerkennung. Die Folter in Abu-Ghraib deckte er im Lauf seiner beispiellosen Karriere ebenso auf wie neue Erkenntnisse zum Watergate-Skandal und die Inlandsspionage der CIA.Hershs akribisch recherchierte Reportagen prägen den investigativen Journalismus seit Jahrzehnten. Der Mann hinter den Schlagzeilen blieb dabei lange im Hintergrund. Mit der Netflix-Doku „Cover-Up“ rückt Seymour Hersh nun stärker in den öffentlichen Fokus.
Der Grisham Triller The Rainmaker wurde bereits 1997 als Film produziert, ich konnte mich entfernt dran erinnern. Jetzt gibt es eine an den Roman angelehnte neue Verfilmung als 10teilige Serie. Kann man so nebenbei wegschauen, eine second screen Serie (mein neues Lieblingswort) sozusagen. Wobei es zum Schluss wirklich spannend wurde.
Im Mittelpunkt des Justizdramas steht der frisch gebackene Junganwalt Rudy Baylor, der seine Karriere gleich mal mit einem großen Flop startet. Schon am ersten Tag verliert er seine Stelle bei einer renommierten Großkanzlei, in der auch seine Freundin als Juristin tätig ist.
Aus Mangel an Alternativen nimmt Baylor einen Job in der Straßenkanzlei der taffen Bruiser Stone an. Gleich der erste Fall beim neuen Arbeitgeber entpuppt sich als ganz große Nummer. Baylor, Stone und der recht amüsante Rechtsanwaltsgehilfe Shifflet kommen brisanten Verschwörungen auf die Schliche, die mit dem toten Sohn ihrer Klientin zusammenhängen. Gute Unterhaltung, läuft auf Magenta.
Und dann habe ich angefangen, Homeland zu bingen. Zum zweiten Mal, als die Serie 2011 rauskam habe ich sie schon einmal gesehen. Wenn ihr sie noch nicht kennt: Homeland ist eine hochkarätige Serie, die sich lohnt anzusehen, wenn man intelligente Thriller mit psychologischem Tiefgang und politischem Bezug mag.Die erste Staffel gewann sechs Emmy Awards, darunter die beste Dramaserie, und sowohl die erste als auch die zweite gewannen den Golden Globe.
Und aktuell sind die “Homeland” behandelten Themen wie Fake News, innenpolitische Spannungen, rücksichtsloses außenpolitisches Vorgehen, Verschwörungen und Rassismus sowie unfähige US-Präsidenten jetzt erst recht.
Freitagstipps zum Lesen
Habt ihr euch auch mal die Frage gestellt, ob euer Handy mithört? Ich hatte zugegebenermaßen schon öfter das diffuse Gefühl. Wie sicher ist mein Smartphone? Urbane Mythen um Spionagesoftware halten sich hartnäckig, zu Recht?
In der Finantwelt passiert anscheinend gerade eine kleine Revolution – und niemand bekommt es so richtig mit. The Great Wealth Transfer: Haben Frauen bald mehr Geld als Männer? Dabei geht es nach Schätzungen der Expert*innen allein in Europa um 3,5 Billionen Euro, die in den kommenden fünf Jahren von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Und das Beste: Die großen Gewinnerinnen beim GWT werden Frauen sein.
Dazu passend: Die ehemalige Ballerina Luana Lopes Lara ist die jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt. Die Karriere der ehemaligen Ballerina Luana Lopes Lara wirkt wie eine Filmvorlage. Keine Frau vor ihr schaffte es, in so jungen Jahren aus eigenen Mitteln derart viel Geld zu verdienen. Wow!
Freitagstipps zum Hören
Einer meiner liebsten Podcasts ist der Daily Beast Podcast, er ist genauso spannend, mitreißend und unterhaltsam wie die Nachrichten, die er behandelt. Jede Woche beleuchten Journalistin Joanna Coles und wechselnde Gäste die aktuellsten Themen aus Politik, Popkultur und allem, was dazwischen liegt. In der Episode vom 1. Januar hatte Joanna den Journalisten Andrew Lownie zum wiederholten Mal zu Gast. Dieser recherchiert seit vielen Jahren über die Skandale um Prince Andrew, der scheint ja wirklich ein echter Drecksack zu sein. Und der Palast vertuschte immer schön alles, schließlich war er der Lieblingssohn der Queen. Ich war nach der Folge so interessiert und gleichzeitig fasziniert, dass ich mir direkt das im vergangenen Sommer neu erschienene Buch von Andrew Lownie gekauft habe. Als Hörbuch. Hui hui hui, ich bin zwar noch im ersten Drittel, aber “Entitled: The Rise and Fall of The House of York”* ist hochinteressant und spannend. Eine royale Biografie haben der Epstein Freund und seine Ex Sarah Ferguson jedenfalls nicht, im Gegenteil.
‘The most devastating royal biography ever written’ schreibt die Daily Mail. ‘Dagegen ist die Biografie “Spare” von Prinz Harry positiv zurückhaltend’ schreibt die Sunday Times. Bisher gibt’s die Biografie leider nur in Englisch, aber es hört sich einfach und gut weg.
Das waren meine Freitagstipps und Gedanken für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Alles Liebe, und euch allen wünsche ich ein nicht zu stürmisches Wochenende!




















