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Zeit, danke zu sagen

13. Oktober 2014

Feiertage wie Thanksgiving und das Erntedankfest, aber auch Weihnachten geben den Zeitpunkt vor, dann besinnt man sich noch ein wenig mehr auf das, wofür man dankbar ist.

Ich bin jeden Tag dankbar. Für mein Leben, meine Familie und Freunde, die kleinen Dinge wie einen schönen Sonnenuntergang und die großen, wie eine bestandene Prüfung oder Gesundheit.

Und für meinen Blog, der mir die Möglichkeit des Teilens gibt, und die Möglichkeit der Kommunikation mit so vielen wundervollen Lesern, ihr seid einfach die Besten. Dafür noch einmal ein ganz ganz dickes DANKESCHÖN von mir!

In dieser Zeit des Jahres habe ich aber auch ganz besonders das Bedürfnis, meine Dankbarkeit zu zeigen. Ich schenke sowieso gerne, und Freude zu bereiten ist doch genau so schön, wie selber beschenkt zu werden.

Als erste Aktion habe ich es endlich geschafft, aus den Stapeln von Kartons, die sich in meinem Keller seit Monaten türmen, die Kisten für Helenes Helfer e.V. zu packen und zu verschicken.

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Knapp 50 Kilo wogen die Spendenkisten, als alles versandfertig war (Lexie musste unbedingt mit ins Auto). Mein Sohn half mir, die große Ladung zur Post zu schleppen. Jetzt müssten sie in Berlin angekommen sein, wo Marisa Nöldecke mit dem Verein Helenes Helfer für die Verteilung der gespendeten Bastelsachen sorgen wird.

Wer schon länger meinen Blog verfolgt, kennt meine ganz besondere Beziehung zu Marisa und dem Verein Helenes Helfer e.V.
Ich lernte Marisa beim Workshop vor ca. 5 Jahren kennen, kurz nachdem mein Mann starb und sie einige Zeit vorher ihre kleine Tochter Helene verloren hatte. 
 
Im April des folgenden Jahres sammelten wir beim CAR, dem Scrapbooking-Wochenende in Oberwinter, Geldspenden und Bastelspenden für den damals noch jungen Verein Helenes Helfer e.V., den Marisa, ihr Mann und Freunde gegründet hatten.

Diese Aktion im Zusammenhang mit dem Crop Am Rhein berührt mich jedes Jahr wieder, die Aktion und die Verwendung der Bastelspenden .

Aus dem Erlös der Lotterie beim Crop Am Rhein geht ebenfalls jedes Jahr eine Spende an den Verein Helenes Helfer.

Bei der Gelegenheit noch mal ein ganz herzliches Danke an alle, die Bastelmaterial gespendet haben und Lose gekauft haben!

Und selbstverständlich wird die Tradition beim CAR 2015 fortgeführt, ich freu mich schon drauf.

Dann stieß ich mehr zufällig auf Weihnachten im Schuhkarton , die Geschenkaktion hörte sich schön an, schnell fand ich auch das passende Pinterest-Board mit Ideen und eine Facebook Seite zum Austausch. Zwei Schuhkartons sind rausgesucht und mit Geschenkpapier beklebt, nächste Woche fahre ich zu evtl. zu HEMA und zum Drogeriemarkt, um die Füllungen zu besorgen.

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Mehr zufällig, auf der Suche nach der Packanleitung, stieß ich durch die Internetseite des christlichen Vereins, der die Aktion durchführt, auf Ansätze von Kritik an der Aktion. Und das hat mich sowas von aufgeregt, dass ich noch etwas dazu schreibe.

Ich sage das hier und jetzt direkt, ich habe den HIntergrund für mich ausreichend recherchiert und für mich ist und bleibt das eine kleine schöne Aktion. Nur weil dadurch vielleicht keine wissenschaftlich fundierte nachhaltige Entwicklungshilfe betrieben wird, sondern Kindern "nur" durch ein ein kleines Weihnachtsgeschenk eine Freude bereitet wird, verliert die Aktion für mich nicht ihre Berechtigung.

Meckern, kritisieren, Besserwisserei, Intoleranz gegenüber Andersdenkenden gehört hierzulande zum Alltag. Leider. Der Verein hinter "Weihnachten im Schuhkarton" hat anscheinend seine Wurzeln in der evangelischen Freikirche und Baptistengemeinden in den USA. Für mich ist das kein grundsätzlicher Ansatz zur Kritik. Ich las Sätze wie: …"man sollte in Ländern wie Rumänien und Kasachstan die Wirtschaft stärken um vor Ort Kindern Sachen, die sie brauchen, zu ermöglichen…" Na klar, das ist richtig.

Aber schenken wir uns zu Weihnachten Dinge, die wir brauchen? Eher nicht, oder nicht primär. Eine Freude machen mit schönen Dingen, glänzenden und glitzernden Dingen, ein wenig Luxus, ausserhalb des Brauchens, das macht doch das Besondere aus. Braucht ein kleines Mädchen in Georgien Haarspangen, eine kleine Puppe, eine bunte Mütze, Malstifte oder Zahncreme mit Erdbeergeschmack? Sicher nicht unbedingt, aber ich hoffe, es freut sich einfach darüber.

Man könnte auch stundenlang über den missionarischen Ansatz der Freikirchen diskutieren. Ich selber bin katholisch, kenne aber viele Mitglieder von Freikirchen, die sich ehrenamtlich vorbildlich engagieren, ohne zu missionieren. In meinem Wohnort ist z.B. ein Verein, der aus der örtlichen freikirchlichen Gemeinde entstanden ist, Träger einer Hausaufgabenbetreuung für Kinder mit Migrationshintergrund. Und das seit Jahren sehr erfolgreich, unabhängig von jeder Religion.

Um auf "Weihnachten im Schuhkarton" zurückzukommen, da lese ich z.B. Äusserungen von Kritikern (meistens Berufstoleranzler), dass Angehörige nicht-christlicher Weltanschauungen im Westjordanland ein kleines Geschenk für ihr Kind als respektlos empfinden könnten, nur weil man dort nicht Weihnachten in unserem Sinne feiert. Was für ein empathieloses Verständnis von Toleranz ist das denn?

Die Aktion wird international unter der Bezeichnung Operation Christmas Child durchgeführt. 2009 wurden dabei in 13 Ländern 8,2 Mio Schuhkartons gesammelt und in 108 Ländern verteilt.

Ich werde auf jeden Fall zwei Pakete packen, zur Sammelstelle beim örtlichen Raiffeisenmarkt bringen , das Porto zahlen und zusätzlich weiterhin wie seit Jahren auch Hilfsprojekte in meinem Wohnort unterstützen und für Katastrophenhilfe spenden, das eine schliesst doch das andere nicht aus.

Vielleicht gibt es ja auch bei euch in der Nähe eine Sammelstelle für die "Weihnachten im Schuhkarton" Aktion, ich hoffe, ich habe euch wenigstens neugierig gemacht.

Ach, da fällt mir noch was ein, ich hab mir was Schönes gekauft und damit für eine Aktion zur Hilfe von Frauen mit Brustkrebs gespendet, das erzähle ich euch aber erst morgen, jetzt hab ich erstmal genug geschrieben.

Liebste Grüße

•••• •BARBARA

 

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10 Comments

  • Reply maren 13. Oktober 2014 at 8:20

    Die Christlichen Schulen und Kindergärten meiner Jungs haben das mit den Kindern zusammen gemacht. Und wir führen das weiter. Ich sehe es wie du. Eine kleine Freude im Alltag. Und der Schuhkartonctut niemandem bei uns weh

  • Reply Trudi 13. Oktober 2014 at 10:39

    Ich sehe das auch so, warum nicht eine kleine Freude machen…. uns fällt das doch so leicht!! Und es wundert mich immer wieder, das einige „Christen“ wohl christlicher sind als andere?!
    Liebe Grüße
    Trudi

  • Reply Annette 13. Oktober 2014 at 11:15

    da machen wir schon seit vielen Jahren mit und obwohl meine Kinder mittlerweile 17 und 20 sind lassen sie es sich nicht nehmen und bekleben jedes Jahr die Kartons mit Geschenkpapier. Von einer lieben Arbeitskollegin bekomme ich immer selbstgestrickte Socken und ansonsten sammle ich das ganze Jahr über nette Kleinigkeiten für die Kinder. Nörgler gibts halt überall, davon lass ich mich nicht abhalten.
    Liebe Grüsse Annette

  • Reply PrinzessinN 13. Oktober 2014 at 11:19

    Was für eine wundervolle Idee. Ich finde das super und es gibt immer solche, welche ein Projekt schlecht machen wollen.
    Danke für die Links. Eigentlich könnte ich auch einen Schuhkarton befüllen. Muss mich gleich Mal schlau machen.

  • Reply Lilli-Kreativ 13. Oktober 2014 at 16:52

    Das ist SUPER! Hut ab! Wir unterstützen unseren Kinderschutzbund vor Ort (Mönchegladbach), nicht nur mit Sachen, sondern auch in verschiedenen Projekten. Liebe Grüße. Lilli

  • Reply Anja 13. Oktober 2014 at 18:27

    ‚Berufstoleranzler’… Wie gut, ich hab mich vielleicht weggelacht! Ich bin ja immer auf der Suche nach passenden Begriffen für all die lustigen (nicht) Menschen, die mir im Netz so begegnen.
    Ein Kind interessiert sich im Grunde nicht dafür, WARUM es ein Geschenk bekommt – es freut sich einfach. Und das Wissen um diese Freude hilft ja immer, das Genörgel diverser Gutmenschen ‚links rein, rechts raus‘ gehen zu lassen.
    Also, weiterschenken, Kids freuen sich!

  • Reply Mel. 13. Oktober 2014 at 21:23

    Ich finde es großartig, wie Du Dich engagierst und habe großen Respekt vor Deiner Arbeit.
    Leider kann ich die Aktion Geschenke im Schuhkarton nicht so harmlos sehen. Billy Graham und sein Verein sind mit absolut suspekt und ich möchte derartige Menschen und ihre Auffassung von christlicher Religion, Erweckungszeremonien, Massenevangelisierungen sowie ihre aggressive Missionsarbeit nicht unterstützen. Die Grundidee von WIS finde ich prima und habe auch schon vor Jahren einmal mitgemacht. Dann habe ich mich näher darüber informiert und beschlossen, dass ich das nicht unterstützen kann.
    Das Bistum Trier nimmt zum Beispiel wie folgt Stellung: „Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ hat vor allem eine missionarische Zielsetzung. Sie beschränkt sich nicht auf die Verteilung der gesammelten Geschenkkartons. Die Kinder, die die Geschenkkartons erhalten, sollen mit den christlichen Missionaren und Gemeinden, die die Verteilung organisieren, in Kontakt kommen. Daher wird mit den Kartons, wo immer möglich, eine Missionsbroschüre verteilt.
    Wo immer möglich, wird mit der Verteilung der Geschenke auch die Einladung zu einem ausführlichen Missionskurs verbunden. Nicht nur die Kinder, die die Kartons erhalten, auch ihre Eltern sollen für diese evangelikalen missionarischen Programme gewonnen werden. Dafür wurden von der „Billy Graham Evangelistic Association“ spezielle Kurse entwickelt, für die „Geschenke der Hoffnung“ ebenfalls Spenden sammelt.
    Die Aktion richtet sich ausdrücklich auch an Angehörige nichtchristlicher Religionen, die das christliche Weihnachtsfest nicht feiern. Im Rahmen der weltweiten Aktion werden Geschenkkartons daher auch in Ländern verteilt, in denen mehrheitlich oder fast ausschließlich Buddhisten, Hindus oder Muslime leben, beispielsweise im Irak. Dabei kommt es immer wieder zu Konflikten.
    Viele christliche Kirchen und viele Angehörige anderer Religionen lehnen diese Verteilung von Weihnachtsgeschenken und die damit beabsichtigte Missionierung von Juden, Muslimen, Buddhisten und Hindus ab. Sie betrachten dieses Vorgehen als respektlos oder empfinden es als Provokation.”

  • Reply Sandra 13. Oktober 2014 at 22:32

    Jedes Kind freut sich über Geschenke. Seien sie noch so „sinnlos“ in den Augen einiger Menschen, oder feiern sie dort, wo sie leben kein Weihnachten. Das spielt doch gar keine Rolle. Und die Organisation sollte auch egal sein, solange die Geschenke dort ankommen, wo sie hinsollen. Auch sowas „Sinnloses“ ist in meinen Augen wichtig, solange jemand sich darüber freut.
    Liebe Grüße,
    Sandra

  • Reply Petra 14. Oktober 2014 at 9:45

    Ich denke, bei allen „Nachteilen“ dieser Aktion – wir können die Welt eh nicht retten. Aber einem Kind eine Freude machen. Und das steht für mich schon seit Jahren im Vordergrund. Bei aller Diskussion um Vor- und Nachteile, nicht nur hierbei, werden doch oft Kinder vergessen.
    Wir füllen den Schuhkarton schon seit meine Tochter klein war und sie macht immer noch begeistert mit. Und ich bin sicher, dass sich die Kinder beim Empfang des Geschenkes sehr freuen … egal was die Gedanken der Erwachsenen sind.
    LG und eine schöne Woche
    Petra

  • Reply Davina 15. Oktober 2014 at 16:52

    oh wie schön. diese schuhgeschenk aktion finde ich wunderbar. habe früher schon ehrenamtlich gearbeitet, nun fehlt mir leider die zeit. aber so ein geschenk… das wird gemacht. toll finde ich auch die Idee, das die Kids die Kartons packen. das mache ich mit meinen später auch. freu mich und vielen dank das du mich drauf gebracht hast.

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