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Bloggen an sich, Photoshooting in Hamburg und die Blogst 2016

5. März 2017

Seit mehr als 10 Jahren lese ich Blogs, blogge selber und wundere mich gerade mal wieder, was sich in dieser Zeit verändert hat in der Blogosphäre (gibt es das Wort überhaupt?).

Dieser Blog hat sich entwickelt, wenn auch nicht so sehr wie andere Blogs, die mich zum Teil an Hochglanzmagazine erinnern, schön anzuschauen, aber Lichtjahre vom ursprünglichen Gedanken oder vielmehr den Anfängen des Bloggens entfernt. 

Früher hat man einfach gebloggt, so vor sich hin, fast täglich, geteilt, verlinkt, die Gedanken schnell in die Tastatur gehauen, manchmal sogar ohne Foto. Es wurde kommentiert, viel, und auf fast jedem Blog, den man las. Das war einfach so. Vor Facebook, Instagram, Snapchat & Co., wohlgemerkt. Wir hatten Blogs und Foren, das waren die Plattformen, über die man sich austauschte.

Dann ging es irgendwie los mit der rechtlichen Seite, Impressum, oh je, den "richtigen" Namen im Internet preisgeben? Wo viele User seltsame Katzenbilder als Avatar hatten, aus Angst vor was auch immer? Bloß anonym bleiben im Web.  Auch das war wohlgemerkt vor Abhörskandalen, NSA und Datenspeicherungs-Hysterie.

Es ging weiter mit der Professionalisierung von Blogs, Werbebannern (erinnert sich noch jemand an blinkende gifs in den Seitenleisten?) und die ersten Blogger-Workshops wurden veranstaltet. Ich besuchte Juni 2012 in Köln den ersten BLOGST-Workshop und im November des gleichen Jahres die erste BLOGST-Konferenz in Hamburg.

Ein optisch und inhaltlich schöner Blog kostet Geld und viel Zeit und Anstrengung, das wurde vielen von uns damals bewusst. Die Fotos wurden hochwertiger, und es wurde über Bloggen gebloggt, der Blog wurde zum Thema und war nicht mehr nur Mittel zum Zweck.

Auf einmal gab es Blogger-Events und Blogger-Reisen von Firmen und Kooperationspartnern. Es entwickelten sich Spezialisten für "Blogger Relations", das ist inzwischen fast eine Berufsbezeichnung, genau wie Influencer oder Social Media Beauftragter.

Blogger waren ganz früher mal ein wenig nerdy, heute ist Blogger eine Berufsbezeichnung, wer hätte das gedacht! Dass man vom Bloggen leben kann hätte sich vor zehn Jahren niemand richtig vorstellen können.

In der Realität trifft das auch nicht auf allzuviele Blogger zu, die meisten sind dazu noch Autoren, Berater, Stylisten, Fotografen usw. Aber die Entwicklung des Bloggens finde ich klasse und richtig! 

Durch's Bloggen habe ich unfassbar viele tolle Freundschaften geschlossen, sehr kreative und inspirierende Begegnungen gehabt und das alles macht einfach Spaß!

BLOGST_2016

Im vergangenen November verbrachte ich zwei Tage in Hamburg, wo bereits die fünfte BLOGST Konferenz stattfand. Die Gelegenheit nutzte ich, um ein lange verabredetes Fotoshooting umzusetzen. Blogger- und Ex-Fliegerkollegin Andrea Heinsohn schoss vor der Kulisse des Hamburger Hafens bei traumhaft schönem Wetter eine Fotoserie von Portraits. Es hat großen Spaß gemacht, obwohl ich noch nie so vor der Kamera gestanden habe. Dieses Posen und das lockere Lächeln auf Knopfdruck, nicht meins. Ich weiss nicht, wie die Fashionblogger das täglich hinbekommen, so, dass es nicht krampfig aussieht. Obwohl da ja gerade der verträumte Blick auf den Boden angesagt ist, mit der Hand im Haar 😉

Andrea hat mich jedenfalls die Kamera vergessen lassen und die ganze Sache sehr entspannt und locker gestaltet. Und ich habe endlich mal neue und richtig schöne Fotos von mir. Ganz große Empfehlung, wenn ihr im Umfeld von Hamburg eine Fotografin sucht! Mal davon abgesehen sind Andrea und ihre Freundin Gila zwei fabelhafte Frauen, die auf ihrem Blog Wardrobe Stories Einblicke in Kleiderschränke geben, unbedingt reinschauen!

Photocredits: Andrea Heinsohn Photography

Als ich gerade bei der Recherche die URL von Andreas und Gilas Blog suchte, bin ich übrigens auf ein Interview mit Andrea gestoßen, auf dem kathrynsky Blog, geschrieben von Kathrin Wittich. Direkt hängengeblieben und einige großartige Artikel gelesen. Irgendwie erinnert mich das an frühere Zeiten, an das Surfen von Blog zu Blog, an Blogrolls. Dazu kommen wir später noch, ich verzettel mich hier gerade wieder im Gedankenkarussel, statt mich auf das Thema zu konzentrieren.

Zurück nach Hamburg, zurück zur BLOGST, wie gewohnt hervorragend organisiert von Ricarda und Clara. Die Konferenz ist groß geworden, mit ein bisschen Wehmut dachte ich an die erste BLOGST, die war kleiner und persönlicher. Aber so ist das mit erfolgreichen Konzepten, sie wachsen und werden größer. Ich habe viele "alte" Bloggermädels wiedergesehen und Neue kennengelernt.

Ausserdem verändert sich die Bloggerszene und damit auch das ganze Drum und Dran so rasant, dass sich von Jahr zu Jahr neue Themen für Vorträge und lebhafte Diskussionen ergeben.

BLOGST_2016

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Bei diesem letzten Foto stelle ich noch einen großen Unterschied zur  ersten BLOGST-Konferenz fest, oder insgesamt zu früheren Blogger-Events.

Smartphones everywhere!!

Wir rannten früher alle mit den dicken Spiegelreflex-Kameras rum, an schicken Kamerabändern, die DIY-Blogger stachen dadurch meistens schon raus. Kaum noch zu sehen, große Kameras! 

Und so schön die Insta-Stories und Tweets ja sind, dieses Bild entstand nicht in einer Pause, es redete vorne jemand 😉

Ricarda und Clara hatten eine Menge interessanter Sponsoren gewonnen, die sich mit Make & Takes und Gewinnaktionen präsentierten und für das Catering gesorgt hatten. Ich bin seitdem ein großer Anhänger von Bonduelle Festival-Salatmischung mit French Dressing, wenn es bei mir schnell gehen muss;-) Sehr lecker! 

November2

November3

Alle Sponsoren waren auch im Goodie Bag vertreten, ich habe hier ein kleines behind-the scenes Foto für euch, aus meinem Hotelzimmer im 25hours Hotel. Was macht ein Blogger, um sich zu bedanken? Genau, ein Foto. Flatlay ist ja gerade angesagt. Nur schwierig, wenn man kein Weitwinkel-Objektiv dabei hat, oder eine Leiter im Hotelzimmer findet. Und das schlechte Licht! Fotografiert habe ich dann natürlich ordentlich von oben, breitbeinig auf der wackeligen Matratze schwankend, schade, das Foto davon hätte noch ein besseres behind-the-scenes gegeben, ha ha!

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Samstagabend war ich mit einer Gruppe der Hamburger Bloggermädels unterwegs, im Eisenstein hab ich eine der besten Pizzen meines Lebens gegessen. Und was machen wir da alle?

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Step 1: Arrangement

Step 2: Fotos

Step 3: Posten

Networking. Für die Foto-Challenge eines Blogs, das Thema des Tages war glaub ich Papier. Alle Visitenkarten auf einen Haufen arrangiert. So geht das 😉

Bloggertreffen und Konferenzen fühlen sich nach einigen Jahren ein wenig wie Klassentreffen an. Ausser dem Wiedersehen mit den Blogger-Freunden lernt man aber auch neue interessante und liebenswerte Menschen kennen, neue Blogs (ich sage nur Florentine Winter, hui, ich hatte keine Ahnung 😉 ) und für mich ist das immer auch ein Kurzurlaub. Raus aus dem Büroalltag, weg von Haus und Hund, lecker essen, in einer anderen Stadt bummeln und vor allen Dingen neue Erfahrungen sammeln.

Clara stellte neulich in der BLOGST-Facebook-Gruppe das Thema Blogroll zur Diskussion. Hatten wir nicht alle früher eine? In der Seitenleiste? Ich bin oft von Blogroll zu Blogroll gehüpft und habe so eine Fülle verschiedener Blogs gelesen. Im Zuge von clean Blog-Design ist die Blogroll bei vielen Blogs verschwunden.

Aber Bloggen ist doch auch "das Gegenteil von alles für sich behalten"! Oder war es zumindest mal. Caring is Sharing, könnte man auch sagen. Bei mir wird die Blogroll nach jeder Bloggerkonferenz um ein paar Blogs ergänzt, ihr findet sie rechts in der Leiste, wenn ihr auf Lieblingsblogs klickt. Diese Liste ist ganz aktuell, ich werde sie aber demnächst noch ein wenig ergänzen und die Blogs kurz kategorisieren.

So schön das neue Web ist, mit Social Media und Snapchat und Insta dies und das, in unseren Blogs steckt so viel Liebe, Arbeit und Potential, das bleibt, solange der Blog online ist. Mit Kommentaren und tollen Fotos und allem. 

Die Community ist das Wichtigste, was wir Blogger haben, und damit meine ich die Community aus Lesern und Bloggern, denn ohne Leser und deren Feedback und Input und Neugier biste nix als Blogger. Oder schreibst nur für dich selber. Kann man machen, macht aber keinen Spaß.

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Ricarda und Clara, diese beiden Powerfrauen haben die Bloggerszene in Deutschland nachhaltig verändert, mit Workshops, Bar Camps, Konferenzen und tollen Bloggerlounges. Danke ihr Beiden! Ich schätze euch und unsere langjährige Freundschaft sehr!

Auf dem BLOGST-Blog sind viele Beiträge der anderen Teilnehmer zu diesem Wochenende verlinkt. Es ist spannend zu lesen, wie unterschiedlich wir alle unsere Prioritäten setzen und Dinge und Menschen anders wahrnehmen!

Zum Schluss gibt es noch ein super gemachtes Video von Street Religion, die das BLOGST-Wochenende in bewegten Bildern eingefangen haben, ich durfte auch mitspielen 😉

So, wenn ihr bis jetzt durchgehalten habt, freue ich mich sehr. Obwohl ich noch einige Fotos hätte, und auch noch weiterschreiben könnte 😉 Aber ich denke das Wichtigste habe ich euch gezeigt und erzählt.

Hier zum Blog habe ich auch noch so viele neue Ideen, deshalb: stay tuned!

Alles Liebe und einen guten Start in die neue Woche

Barbara

 

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11 Comments

  • Reply Julia 6. März 2017 at 19:41

    Hallo Barbara,
    bis jetzt habe ich es noch zu keiner dieser Veranstaltungen geschafft (leider).
    Aber ich erinnere mich auch noch daran, wie die erste Veranstaltung überall und von gefühlt jedem in den sozialen Medien promotet wurde. 🙂 Ich finde es großartig das es diese Veranstaltungen gibt. Vielleicht bin ich ja beim nächsten Mal schneller und schaffe es mir eines der begehrten Tickets für die Blogst zu ergattern.
    Die Infos und Eindrücke die man vor Ort bekommt sind dann am Ende doch wertvoller als all die Tipps die man so im www findet. 🙂
    LG, Julia

  • Reply scrap-impulse 6. März 2017 at 19:49

    Ich hab dieses Mal auch nur ein Nachrücker-Ticker erwischt, Julia. Aber schau doch mal, ob es in deiner Nähe kein BLOGST Bar Camp gibt, das fand ich auch klasse, und es ist nicht so teuer und so schwierig mit den Tickets.

  • Reply Florentine 6. März 2017 at 21:33

    Liebe Barbara,
    ich danke Dir für die Erwähnung 🙂 und freue mich immer sehr, wenn ich so wunderbar willkommen geheißen werde!
    Liebe Grüße, Florentine

  • Reply Anni 7. März 2017 at 7:13

    Ein toller Beitrag, liebe Barbara, danke dafür. Ich lese jetzt mal weiter in den Links. Übrigens, das 25Hours ist unser Lieblingshotel, wenn wir nach HH reisen.
    Herzensgrüße ❤ Anni

  • Reply Jeanette Egemann 7. März 2017 at 10:39

    Hallo Barbara,
    ich muss gerade schmunzeln. Ich sitze im Flugzeug und bin auf dem Weg nach Hause und ich habe für die drei Wochen USA tatsächlich keine Kamera dabei gehabt. Es ist doch erstaunlich, wie die Smartphones unsere Welt verändert haben. und die Qualität der Fotos kann sich wirklich sehen lassen.
    Danke für Deinen spannenden Artikel!
    LIebe Grüße
    Jeanette

  • Reply Ricarda 8. März 2017 at 10:18

    Liebe Barbara, da ich die letzten Tage in einem Projekt fest hing komme ich erst jetzt zum antworten! Vielen Dank für Deinen ausführlich und wirklich tollen und informativen Post! Auch ich denke manchmal wehmütig an die Bloganfänge zurück, Du hast recht mit dem was Du schreibst. Heute hat das Bloggen tatsächlich oft nicht mehr so eine Leichtigkeit, was ich manchmal auch schade finde. Aber die Qualität hat sich doch verbessert beim Bloggen und ich jammere dem nicht hinterher, denn noch ist es ja da, nur eben anders als früher! Ach ja der erste BLOGST Workshop – schön war das und ich bin froh dass wir uns damals kennen gelernt haben und noch immer so verbunden sind! Ich freue mich auf ein Wiedersehen und drücke Dich virtuell!
    Ganz liebe Grüße, Ricarda

  • Reply Maren 9. März 2017 at 17:32

    Liebe Barbara, vielen Dank für diesen schönen Einblick in die Blog-Welt.
    Kannst du mir evtl. sagen was das für Wasserflaschen waren die oben auf dem Foto zu sehen sind?

  • Reply Barbara 9. März 2017 at 20:04

    Danke Maren! Die Flaschen sind von Soda Stream 😉

  • Reply Sonja 10. März 2017 at 9:04

    Danke für den tollen Bericht. Ich blogge auch bereits seit mehr als 10 Jahren (aber auf unterschiedlichen Blogs) und finde es faszinierend, wie sich Blogs entwickelt haben. Trotz Facebook, Twitter, Instagram und Co. gehören Blogs zu den Seiten, auf denen ich mich am liebsten aufhalte, weil sie „langlebiger“ und oft informativer sind.
    Viele Grüße
    Sonja

  • Reply Frau M. vom ZehntenStockLinks 10. März 2017 at 14:20

    Hej! Ich habe es geschafft und bis zum Ende gelesen. Natürlich. Mache ich immer so. Ich war vor einigen Jahren auf einem Workshop von Clara und Nic und fand es gut, vor allen Dingen aber gerade deswegen, weil es nicht so überlaufen war.
    Ich gehöre wohl zu denjenigen, für die IG ein Ding zwischen Segen und Fluch ist. Seit Instagram blogge ich weniger bzw. gab es viele Durststrecken und auch generell gab es eine Zeit, in der ich relativ gesättigt war. Obwohl ich gerade die cleanen Seiten sehr mag, war ich derer irgendwann so überdrüssig, da mir schon fast zuviel Perfektion in allem steckte und dieses persönliche Etwas irgendwie nicht mehr vorhanden. Es ist schwer in Worte zu fassen.
    Aber wobei ich Dir auf jeden Fall recht gebe: man lernt tolle und nette Leute kennen…manche nur viral/postal, manche im realen Leben. Und das ist eine Sache, die möchte ich nicht mehr missen.
    So. Und jetzt hüpfe ich zum Freitagsfüller! Geniesse dein WE!

  • Reply scrap-impulse 12. März 2017 at 23:50

    Danke für deine Sicht der Dinge, ich gebe dir, gerade was Insta angeht, klar recht. Aber es ist ja gut, dass es so viele Plattformen gibt, Insta für die Perfektionisten, Facebook für den banalen Alltag, die Politik (und die Blödis) und unsere Blogs für die Persönlichkeit 😉 Aber am besten sind doch echte Begegnungen.

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