Browsing Tag

Zitate im Art Journal

Art Journal Mixed Media Projects Stempel Tools und Werkzeuge

Mein Art Journal ist meine Spielwiese, neue Seiten mit Poesie, Schnipseln und Stempeln

18. August 2026

In meinem Art Journal habe ich in den letzten Tagen einige neue Seiten gefüllt. Einfach so nebenher, ohne große Motivation in den Hitzetagen, und ohne Konzept oder Absicht. Einfach spielerisch. Denn für mich gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als ein leerer Tisch, nachdem ich irgend etwas gewerkelt habe. Ohne, dass übrig gebliebene Schnipsel in den Papierkorb gewandert sind. Und davon gab es einige, nachdem ich neue Stempel ausgepackt hatte und neues Wekzeug getestet hatte.

Poesie im Art Journal

Ich liebe Zitate und Gedichte, die meine Stimmungen in bestimmten Momenten gut ausdrücken. Besser als es meine eigenen Worte manchmal können. Ich hatte in einem anderen Blogbeitrag schon beschrieben, wie ich mein Art Journal auch als eine Art Therapie nutze.

Mixed Media Art Journal Collage

Auf der linken Seite habe ich meine absoluten Lieblingszeilen des britischen Dichters Lord Alfred Tennyson verewigt.

Einen tiefergehenden Zugang zu Lyrik hatte ich nie. Und werde ihn wohl auch nie haben. Trotzdem gibt es immer wieder ein Gedicht, das mich berührt. Oder auch nur eine Gedichtzeile, die unter die Haut geht und im Kopf bleibt. Gehört bzw gesehen habe ich diese Zeilen zum ersten Mal vor Jahren im James Bond Film “Skyfall”.

Da gibt es eine Szene mit der wunderbaren Judi Dench als M., der Leiterin des britischen Geheimdiensts und Bonds Vorgesetzte. Sie steht vor einem Ausschuss und muss sich rechtfertigen. Auf der einen Seite die Bürokraten und überheblich wirkenden Politiker, auf der anderen Seite M., die über lange Jahre die ungeliebte Arbeit im Dunkeln für genau diese Bürokraten und Politiker gemacht hat. Es entbrennt ein heftiger Streit, Politik und Bürokratie sitzen dabei am längeren Hebel.

Dann zitiert Judi Dench, zu der Zeit 77 Jahre alt, ein Gedicht. Es ist ein Auszug aus »Ulysses« von Lord Alfred Tennyson. Eine Ode an das Älterwerden. Und ein überraschendes Lyrik-Erlebnis. Wunderschön, und so ausdrucksstark.

Tho‘ much is taken, much abides;
and though we are not now that strength
which in old days moved earth and heaven;
that which we are, we are;
one equal temper of heroic hearts,
made weak by time and fate,
but strong in will to strive, to seek, to find.
And not to yield.

Die deutsche Übersetzung:

Sind wir auch länger nicht die Kraft,
die Erd‘ und Himmel einst bewegte,
so sind wir dennoch was wir sind;
Helden mit Herzen von gleichem Schlag,
geschwächt von Zeit
und von dem Schicksal;
doch stark im Willen
zu ringen, zu suchen, zu finden.
Und nie zu weichen.

Poesie Gedicht im Art Journal

Ich habe die Worte mit meiner neusten Schreibmaschine, ein Flohmarktfund für 10 €, getippt. Die Buchstaben sind schnörkellos, ohne Serifen, das ist etwas Besonderes.

Weiterlesen…