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Das Geheimnis der brillianten Farben, ich durfte ins Labor der Firma Schmincke schauen

27. Juli 2016

Und um es gleich vorweg zu nehmen, das Geheimnis blieb natürlich während der Betriebsführung ein Geheimnis 😉

Ich habe ja hier schon öfter erwähnt, dass ich, wenn es um Aquarellfarben geht, meinem ca. 45 Jahre alten Aquarell-Farbkasten der Firma Schmincke vertraue, den ich schon seit meiner Schulzeit habe.

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Das über 135 Jahre alte traditionsreiche Familienunternehmen Schmincke befindet sich zufälligerweise bei mir um die Ecke, in meiner Heimatstadt Erkrath. Aus diesem Grunde freute ich mich sehr, dass ich zufälligerweise (beim Einkauf im Scrapbooking-Laden!) Susanne Goch aus der Abteilung Marketing kennenlernte, die mich einlud, einen Blick in die Produktion zu werfen.

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Leider durfte ich in den Produktionshallen und im Labor, wo die Spezialisten tüfteln und probieren, keine Fotos machen, verständlicherweise, siehe Überschrift …

In riesigen Fässern lagern die unterschiedlichen Farbpigmente. In verschieden großen Misch-Maschinen werden Pigmente und sonstige Zutaten gemischt und gewalzt und gerollt (jetzt mal laienhaft ausgedrückt). Das Acrylfarbe gewalzt wird, war mir neu! Und das sah beeindruckend aus.

Schmincke produziert Pastell, Gouache, Acryl und Airbrushfarben sowie viele verwandte Produkte. Mich interessierten natürlich besonders die patentierten feinsten Künstler-Aquarellfarben HORADAM® AQUARELL, benannt nach seinem Erfinder Josef Horadam. Einer der Gründe für die besondere Qualität aller 110 Aquarell-Farbtöne ist einst wie jetzt das aufwendige 4-fach-Flüssiggießverfahren, der Grund für das Patent.

Deshalb kann ich mit meinen 45 Jahre alten Farben auch immer noch phantastisch malen!

Produktion_Aquarell_015_2

Die Farben werden im ersten Arbeitsgang flüssig vergossen und kommen dann, je nach Farbton, für mehrere Wochen in einen Trockenraum. Anschließend erhalten sie den zweiten Guß, dem eine weitere mehrwöchige Trockenphase folgt. Dieses Verfahren wird vier Mal wiederholt; insgesamt dauert die Produktionszeit 3-5 Monate. Denn so überragend wie die Qualität der Farbe ist, so außergewöhnlich muß eben auch ihre Produktion sein.

Habt ihr euch schon mal gefragt, wo der Unterschied zwischen Aquarellfarben in der Tube und im Näpfchen besteht? Tuben sind ja für uns als Verbraucher etwas preiswerter als Näpfchen. Aber die Farbe im Näpfchen, das ergibt sich aus dem beschriebenen Herstellungsverfahren, ist wesentlich konzentrierter und ergiebiger, und kann nicht austrocknen. Wobei die Horadam-Aquarellfarben in den Tuben nach Angaben des Herstzellers auch nicht austrocknen können, aber sie sind durch das Verfahren eben weniger konzentriert.

Mein Erlebnis gestern: ca. 30 fast volle und (zu) sorgsam gehortete Fläschchen Acrylfarbe von Making Memories (was war die Farbe begehrt unter Scrapbookern, vor 8-10 Jahren!) weggeworfen, steinhart geworden!

Deshalb kommen zumindest bei Aquarellfarben für mich nur Näpfchen in Frage. Die Investition lohnt sich auf jeden Fall, das ist eine Anschaffung für's Leben, wie man immer sagt.

Zurück zur Produktion bei Schmincke. Verpackt werden die Näpfchen nach der langen Trocknungszeit mit einer fast antik wirkenden alten Maschine, die ursprünglich für das Verpacken von Bonbons gedacht war. 

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Der Rest wird viel in Handarbeit erledigt, die Horadam-Näpfchen werden für den Verkauf an die Einzelhändler in kleine Kartons verpackt. Und die Pastellstifte zum Beispiel werden alle einzeln von Hand in Banderolen gerollt, nachdem sie in langen Reihen von Regalen getrocknet sind.

Pastell_Produktion_Gold6704

Das hättet ihr sehen müssen, wie all die Farben in den langen Regalreihen so schön geordnet zum Trocknen lagen. Ich fühlte mich wie ein Kind im Spielzeugladen! 

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Was ich auch sehr sympathisch finde: alle Produkte sind und bleiben Made in Germany, jedoch mit einem Vertrieb in über 50 Länder dieser Welt. Ich unterstütze wenn es möglich ist, Stammleser hier wissen das ja, sehr gerne deutsche Händler und deutsche Produkte. Auch wenn ich (leider) einen Großteil der Scrapbooking-Materialien aus den USA importieren muss. Die Produkte von Schmincke erhaltet ihr in vielen größeren Bastel-Geschäften, in Läden für Künstlerbedarf (Boesner, Gerstaecker usw) und auch online.

Von Schmincke gibt es übrigens auch einen tollen Kreativ-Blog und eine Facebookseite mit vielen Tipps und Inspirationen.

Ich habe mich sehr gefreut, dass die Marketing-Abteilung für die Teilnehmer des letzten Scrap-Impulse Workshops Produkte zur Verfügung gestellt hat. So konnten meine Gäste sich direkt und live von der Qualität der Aquarellfarben überzeugen.

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Und ich durfte zum Ausprobieren auch noch diese Goodies mitnehmen. Eins kann ich schon mal verraten: die Goldpigmente sind der Hammer! Einfach mit der nassen Pinselspitze in den feinen Puder und man kann die tollsten Effekte beim Malen, Kartenbasteln und Scrapbooking erzielen. Ich werde über die anderen Produkte sicher noch berichten, wenn ich alles getestet habe.

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Spätestens beim nächsten Mixed Media Workshop am 17. September 2016 beim Crop in Dortmund kann alles ausprobiert werden. Und sicher auch beim barb@home Workshop im Oktober.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Eindruck vermitteln, warum ich meinen Schmincke Malkasten so liebe. Kanntet ihr Produkte von Schmincke schon? Habt ihr vielleicht sogar etwas davon zuhause?

Erzählt doch mal, ich bin neugierig;-)

Alles Liebe

Barbara 

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5 Comments

  • Reply Steffi 28. Juli 2016 at 1:08

    Hallo Barbara,
    mein Schmincke Aquarellkasten ist „nur“ 30 Jahre alt, wird aber immer noch gern genommen. Vor allem dann, wenn ich eine Fläche als Hintergrund anlegen will.
    Da ich üblicherweise mit F.C. Albrecht Dürer Stiften arbeite, stoße ich mit denen dann an meine Grenzen *gg*
    Deine Führung hätte ich auch gern gemacht. Ich arbeite seit 25 Jahren im Schreibwarenhandel und sowas interessiert mich immer brennend.
    Danke für dem schönen Bericht. Bin gespannt, was es über die Produkte zu erzählen gibt.
    Liebe Grüße
    Steffi

  • Reply Inga 28. Juli 2016 at 8:08

    Damals im Kunstunterricht in den 80ern gab es zwei Fraktionen: Lucas und Schmincke Aquarellkästen. Ich habe mich für Schmincke entschieden und meinen Kasten von damals, vor 28 Jahren, neulich erst wieder hervor gekramt, als meine Tochter ihre Begeisterung für Aquarellmalerei entdeckte. Die Näpfe waren größtenteils leer, aber der Kasten selber ist noch gut und wir haben einfach neue Farben bestellt. Jetzt malt meine Tochter mit meinem alten Kasten und erzählt jedem stolz, dass schon Mama ihn benutzt hat und zeigt mein altes Namensschild auf der Rückseite! Ich finde es toll, wenn solche Sachen qualitativ so hervorragend sind, dass sie Generationen überstehen.

  • Reply scrap-impulse 28. Juli 2016 at 20:49

    Na, das ist ja kein Alter für den Kasten, „erst“ 30 Jahre, ha ha. Es freut mich, dass dich der Bericht interessiert, wo du ja auch beruflich etwas mit Farben zu tun hast.

  • Reply scrap-impulse 28. Juli 2016 at 20:51

    Ha, zwei Fraktionen, das stimmt, Inga! Wie lustig, dass du das noch in Erinnerung hast! Meine Tochter hat meinen Kasten auch im Studium verwendet, und ich hoffe, meine Enkelkinder werden auch damit malen 😉

  • Reply Edelgard 1. August 2016 at 14:46

    In den 70ern gab es in Köln einen Laden, der „Malkasten“ hieß. Der hatte alles, was Lucas und Schmincke im Programm hatten. Damals war ich dort genau so gerne und regelmäßig wie heute in den Scrapbook-Läden. Schade, dass der Laden nicht mehr existiert. Meinen alten, schwarzen Aquarellkasten hab ich heute auch noch.
    Danke für die Erklärung vom Unterschied zwischen flüssiger und fester Aquarellfarbe!
    Bis bald
    ela

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