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Manchmal hasse ich das Internet

24. August 2016

Eigentlich rege ich mich nicht mehr über jeden Mist auf, im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen. Aber heute morgen war wieder mal so ein Punkt wo ich dachte: Leute! Das Internet ist doch keine Kotztüte!

Überhaupt habe ich manchmal den Eindruck, wir sind ein Volk geworden, das überwiegend aus "ja aber…"  Typen besteht. Und im Internet kann man das alles viel besser rauslassen, als im wirklichen Leben. Gefällt mir nicht!

Wie eben heute morgen. Da stoße ich beim Scrollen durch meinen Facebook-Feed auf ein leicht verständliches Video zur Herstellung von Macaroons, gepostet von irgendeiner Seite für Rezepte. Harmlos, nett gemacht. Darunter sind sage und schreibe 789 Kommentare!

So wie:

  • unverständlicher Hype um ein langweiliges staubtrockenes Hipsterchichikekschen
  • viel zu süß und zu fett
  • zu teuer
  • gekaufte schmecken bestimmt besser
  • wie kann man dafür Geld ausgeben
  • ungesundes Zeug, und so weiter und so weiter.

Ich wette keiner dieser Kommentatoren, die anscheinend von Frust und Langeweile befallen sind, käme auf die Idee, einen dementsprechenden Leserbrief zu schreiben, sollte das Rezept in einer Zeitschrift gedruckt sein. Es ging ganz banal um Macaroons, wie kann man sich da so drüber aufregen, geht's noch?

Ach ja, das Internet, ich liebe es wirklich sehr. Es macht unser Leben einfacher, bereichert, und hat mein eigenes Leben in den letzten 10 Jahren echt positiv verändert. Aber kaum irgendwo begegnet uns so viel schnell in die Tasten gehackt Mobbing, Schikane, Lächerlichmachen einer Person, Demütigung, Diskriminierung, Ausgrenzung, Attacken, Beleidigung, Bedrohung, Verleumdung ….

Dazu kommt die notorische Nörgel-Mentalität in unserem Lande, ungehemmt und voll mit Rechtschreibfehlern läuft da so mancher im Web zu Höchstform auf. In unserem örtlichen Kleinstadt-Forum zum Beispiel braucht nur jemand einen knallenden Auspuff zu hören, schon sind es Schüsse von kriminellen Banden mit Migrationshintergrund, das nur als kleines Beispiel. Nervig!

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Ich würde mir wünschen, dass die positiven Aspekte der digitalen Vernetzung öfter mal wieder im Vordergrund stehen. Facebook ist nicht böse, Whatsapp ist keine kriminelle Vereinigung (kennt ihr das, wie panisch manche Menschen sagen: um Gottes Willen, ich bin nicht bei Whatsapp) und die schönen Fotos auf Instagram verbreiten gute Laune. Von den tollen Möglichkeiten der Reisetipps, die man per Hashtag oder Location Tag findet, mal ganz abgesehen (dazu hab ich übrigens auch grad einen interessanten Beitrag auf meiner Facebook-Seite geteilt). Klingt vielleicht naiv, ist aber meine Meinung.

Die schicke Hipster-Kaffeebude in München oder die Beachbar am Chiemsee habe ich zum Beispiel während meines letzten Trips nach Bayern auf Instagram entdeckt, finde ich super! Da braucht man keinen klassischen Reiseführer mehr.

Zum Glück gibt es eben auch noch die positive Netz-Community, die wunderbaren Blogger und Instagrammer. Das revidiert meine Überschrift dann wieder, ich rege mich nicht mehr über die Hetzer und Nörgler auf, wenn ich das Internet unter diesem Aspekt betrachte. 

Vor allem geniesse ich das Glück, dass ich durch Bloggen und soziale Netzwerke so viele interessante und nette und inspirierende Menschen kennengelernt habe, die ich sonst wohl nie getroffen hätte.

So, das war mein Rant des Monats, ich musste das jetzt grad mal rauslassen!

Seid nett zueinander Leute, auch im Web, so schwer ist das doch nicht.  

Beim Schreiben dieses Beitrags und meinen Überlegungen, warum ich zum Beispiel auch das Bloggen so liebe, stieß ich übrigens auf einen älteren aber immer noch aktuellen Beitrag meiner Blogger-Freundin Bine, den ich mir abgespeichert hatte. Lesenswert! Ich unterschreibe jedes Wort, allerdings würde ich das Wort Nähen durch Scrapbooking ersetzen 😉

Alles Liebe

Barbara

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17 Comments

  • Reply Nina 25. August 2016 at 6:53

    Du schreibst mir aus der Seele, Barbara! Danke

  • Reply Jule 25. August 2016 at 6:56

    Hallo Barbara,
    ich kann dich sehr gut verstehen, wie oft habe ich in letzter Zeit vor Facebook gesessen und mich geärgert. Weil in den Kommentaren zu irgendwelchen Bildern, Videos oder Artikeln nur rumgestänkert wird. So viele Beleidigungen, wirklich dumme Kommentare oder diskriminierende Aussagen. Haben die nix anderes zu tun? Wenn ich doch irgendetwas nicht gut finde oder nicht mag, oder wie auch immer zumindest nicht positiv gegenüber stehe, dann lasse ich es doch einfach mit einem Kommentar, oder würde mir zumindest eine Ausdrucksweise ohne Beleidigung wünschen.
    Viel schöner ist es doch wirklich, wenn man nett zueinander ist und die schönen Dinge miteinander teilen kann, sowie wirklich nette Leute kennen lernt.
    Liebe Grüße und einen schönen Sommertag
    Jule

  • Reply Zwerg 25. August 2016 at 7:07

    Ach ja, wenn ich das lese bin ich mal wieder froh, dass ich gar nicht erst in Versuchung geraten kann so etwas vor die Nase gesetzt zu bekommen. Ich habe das Gefühl, dass es vor allem bei Facebook so zugeht, in den von mir besuchten sozialen Netzwerken wie Google+ und Instagram ist mir das weniger untergekommen. Aber allein eure Erzählungen machen mich wütend. Die Frage ist, wo kommt das her? Ausreizen der Anonymität des Internets oder ziehen wir gerade einfach eine „Assi-Generation“ groß…? Schrecklich. Gott sei Dank haben wir uns 😊
    Liebe Grüße,
    Anna

  • Reply Gisela 25. August 2016 at 9:24

    Liebe Barbara,
    solche Nörgler gibt es im Netz wie im wahren Leben. Nicht nur irgendwelche haltlosen Dinge werden veröffentlicht, nein, einige User scheinen eine besondere Freude daran zu haben, das zu verbreiten (zu teilen). Das ist aber nicht nur bei Facebook so, ist mir z.B. auch in Foren zu Fernsehsendungen aufgefallen,da werden die Akteure beleidigt und verhöhnt, dass ich denke, wie halten die das bloß aus. Ich finde, das Leben ist zu kurz, um es im Hass zu verbringen.
    Für mich habe ich entschieden, in solchen Foren nicht mehr zu lesen bzw. mich von solchen Usern zu „entfolgen“.
    Lieber freue ich mich auf die wunderbaren Beiträge, z.B. hier im Blogger-Forum, die mein Leben bereichern und schon so manche neue Idee reifen ließen.
    Genießt den Sommertag!
    LG Gisela

  • Reply Stephi 25. August 2016 at 9:50

    Liebe Community..
    genau aus diesem Grund habe ich meinen Blog geschlossen.
    Es war mein Blog und weil er für alle lesbar war, war er auch für alle kommentierbar.
    Das habe ich auf Dauer leider nicht ertragen können.
    viele Grüße
    Stephi

  • Reply Petra 25. August 2016 at 10:45

    Du hast so recht. Ich versuche, solche Sachen nicht zu beachten … ich glaube, es ist das einzige was hilft. Und ich erfreue mich an den netten Dingen, z.B. dass wir uns sonst nie
    kennengelernt hätten.
    Liebe Grüße
    Petra

  • Reply Sabine/Biene69 25. August 2016 at 16:34

    Hallo Barbara,
    wie wahr, wie wahr.
    Und am schlimmsten finde ich die, die gehässige Kommentare schreiben und der schönen deutschen Sprache nicht (mehr) mächtig sind, das sie durch diese ganzen Kürzeln wie xoxo und ähnliches (finde ich ganz schrecklich) auch gar nicht mehr richtig sprechen bzw. schreiben können.
    Da finde ich die Sammlung von Matthias Matuschik (ein Bayern3-Moderator) auch so toll – er pickt sich die ganz dummen Menschen heraus und stellt sie auch an den Pranger, weil sie meinen, sie sind auf facebook in einer geschützten Zone und niemand kann ihnen was anhaben.
    So jetzt habe ich mich ausgekotzt.
    Ganz liebe Grüße vom sonnigen heißen Bodensee
    Sabine

  • Reply Sarah 25. August 2016 at 18:29

    Hallo,
    es freut mich, dass du liebe Barbara und die anderen Leser dieses Blogs sich über dieses Thema so einig sind.
    Da macht sich jemand so viel Mühe und produziert ein Video (dein Beispiel mit Macarons) und manche Leute haben anscheinend nichts besseres zu tun, als sich darüber das Maul zu zerreißen.
    Ich habe mich schon öfters gewundert warum es für manche so schwer ist vollständige Sätze zu schreiben, oder die deutsche Rechtschreibung nicht ganz so zu missachten. Das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn da nicht auch noch immer diese Leute wären, die unter der Anonymität des Internets meinen, sie dürften Andere beleidigen und keinen Respekt vor nichts haben.
    Im echten Leben würden wir doch auch nicht in eine Bäckerei gehen und die Verkäuferin anschnauzen, dass die Macarons zu süß und fettig wären.
    Ich finde, dass man zumindest fair sein sollte und konstruktive Kritik ausüben sollte, das hilft dann auch dem Anderen weiter. Zudem hat doch auch jeder einen anderen Geschmack.
    Wir haben doch im Leben genügend Probleme, da müssen wir nicht noch im Internet uns anfangen zu beleidigen.
    Sarah

  • Reply k1von3 25. August 2016 at 19:29

    Mahlzeit ihr Lieben –
    über dieses Thema stolpere ich auch immer wieder – und Du schreibst mir da absolut aus der Seele, liebe Barbara!
    Ich hatte einmal in einem Blogpost geschrieben, dass „das Internet „entmenschlicht““ – und irgendwie empfinde ich das auch jetzt noch so. Tatsächlich haben wir in den letzten 20 Jahren so viele neue Möglichkeiten bekommen, betont miteinander zu kommunizieren – und tuen dies leider doch immer weniger.
    Oft bleiben Statements in der Kommentar-Funktion auf Twitter/FB/YT… eben einfach nur Statements: kurze und knappe Aussagen, ohne eine fundierte Begründung.
    Ein Schelm, der sich da noch an konstruktive – doch teils auch nicht weniger kritische – Unterhaltungen im realen Leben erinnert. Im Internet gibt es diese jedoch leider nur sehr, sehr selten.
    Wir sind ja auch alle „anonym“ – wozu also konstruktiv und durchdacht „argumentieren“, wenn es reicht, auf einen Zug mit auf zu springen oder lediglich ein einziges Wort zu schreiben – welches dann zwar ausschließlich ein zusammenhangsloses Wort bleibt, aber ein riesiges Zeichen meiner Eloquenz darstellt 😉
    – das angesprochene Thema mit der korrekten Rechtschreibung kann ich im Übrigen auch nur dick und fett unterschreiben!
    Ganz gerne gelesen! Grüßeli 🙂

  • Reply scrap-impulse 25. August 2016 at 22:26

    Ich danke dir!

  • Reply scrap-impulse 25. August 2016 at 22:27

    Ja, es ist wirklich seltsam, dass es, egal zu welchem Thema, mehr negative als positive Kommentare gibt!

  • Reply scrap-impulse 25. August 2016 at 22:28

    Das stimmt, Petra, wir hätten uns sonst nie kennengelernt 😉

  • Reply scrap-impulse 25. August 2016 at 22:29

    Haha, Sarah, dein Beispiel mit der Bäckerei trifft es auf den Kopf!

  • Reply scrap-impulse 25. August 2016 at 22:30

    Der Aspekt mit den knappen Worten ist auch sehr treffend, ertappt man sich doch oft selbst dabei, leider!

  • Reply Patricia 27. August 2016 at 7:02

    Liebe Barbara,
    du sprichst mir aus der Seele. Allerdings sehe ich das Nörgel-Gen der Deuschen auch ganz massiv im „echten“ Leben.
    Meine Familie verbringt häufig Urlaube in den USA und hat jedes Mal nach der Rückkehr mit dem Jetlag zu kämpfen. Wenn wir zuhause von Jetlag sprechen, dann meinen wir die seelischen und mentalen Eingewöhnungsprobleme die wir in Deutschland haben und nicht die Zeitumszellung. Wir sind so motzig und unfreundlich und das spiegelt sich dann leider auch im Internet wieder. Wie schade denke ich jedes Mal, wenn wir zurück kommen….Es tut einfach so gut, wenn wir einen freundlichen Umgang miteinander haben und ein paar nette Worte teilen. Und das häufig vorgetragene Argument, die Amerikaner seien ja sooooo oberflächlich lasse ich da garnicht gelten, denn mir persönlich ist eine oberflächliche Freundlichkeit sehr viel lieber als unsere ebenso oberflächliche Missmutigkeit.
    Wir denken leider zu negativ und sind zu defizitorientiert. Ich glaube, viele Menschen sind garnicht mehr in der Lage positive Gedanken zu verbalisieren oder gar mit Ereignissen zu verknüpfen. Was läuft hier falsch????
    Wir hatten ein sehr lehrreiches Erlebnis in einem Park in den USA. Dort bekamen wir einen Button auf dem draufstand, dass wir diesen Park zum allerersten Mal besuchten. Meinen Kindern war das total peinlich und sie wollten den Butten nicht ans Shirt machen. „Nee, dann lachen die Anderen ja über uns und denken wir haben keine Ahnung…“. Die Buttons blieben am Shirt und wir hatten einen grandiosen Tag. Warum? Immer wieder sprachen uns Amerikaner auf die Button an und sagten Dinge wie:“ Hey, erster Besuch! Genießt es, es ist toll! Oh, was für ein toller Tag, ich erinnere mich gerne daran…. Alle waren hilfsbereit und gaben uns Tipps. Das war ein schönes Erlebnis und der Button hat einen Ehrenplatz in der Erinnerungskiste bekommen.
    Er geht eben auch anders und ich freue mich über jeden positiven Kommentar den ich lese, denn die machen auch mich glücklich!!! Mit jedem netten Wort das ich lese, werde auch ich ein bisschen netter und froher. Danke an alle positiven Kommentarschreiber und vor allem Danke Barbara für deinen heiteren und freundlichen Blog!!!!! Ich fühle mich seeeeehr wohl hier!

  • Reply Rikki 28. August 2016 at 22:51

    Amen!
    Du hast noch die Freibiergesichter vergessen, die im AppStore jede kostenlose App runterladen und dann nur meckern können, weil der Entwickler (der seine Zeit für eine kostenlose App hergegeben hat) die App nicht auf deutsch rausgebracht und noch x Features vergessen hat, die der Schreiber unbedingt gebraucht hätte. Daß man für die Leistung von anderen normalerweise etwas bezahlen muß, kommt offenbar niemandem in den Sinn. Die Umsonstmentalität hat leider Besitz von Vielen ergriffen.
    Zu der Macarons Geschichte: Die Leute, die darüber meckern, sind wahrscheinlich die, die nicht im Traum daran denken würden, selber auch nur einen Napfkuchen zu backen, geschweige denn Macarons. Es ist einfach nur traurig.

  • Reply Schneekönigin 30. August 2016 at 13:42

    Hallo Barbara,
    zunächst einmal vielen Dank für diesen phantastischen Blog, auf den ich vor etwa einem Jahr rein zufällig gestoßen bin (Stichwort: Smashbook / Scrapbook) und der mir so oft aus der Seele spricht.
    Auch bei diesem Thema stimme ich voll und ganz zu, allerdings denke ich, daß die Menschen zu allen Zeiten ähnlich dumm und / oder geltungssüchtig waren, aber a) weniger Gelegenheiten / Plattformen / Kanäle und b) weniger Freizeit hatten, dies der breiten Öffentlichkeit kundzutun. Natürlich tut die Anonymität ein Übriges und aus subjektiver Sicht denke ich, daß der Anteil blöder Menschen sich proportional zum Anstieg der Bevölkerungszahl verhalten muß – rein statistisch gesehen.
    Als Beispiele für meine These fallen mir spontan Fernsehsendungen wie die Hitparade oder Wetten dass(?) ein, bei denen irgendwelche Zuschauer noch während der Sendung in der Redaktion anriefen und ihren Senf zu einem bestimmten Thema abgeben oder die Kleidung des Moderators kritisieren mußten, damit sie nicht zu Hause vor dem Röhrenfernseher platzten. Und dies ist ja nur die Spitze des Eisbergs, die man als unbedarfter Zuschauer zufällig mitbekam.
    Oder Leserbriefe in Fernsehzeitschriften, in denen das miese Programm bemängelt wurde anstatt als mündiger Bürger einfach den Ausschaltknopf zu betätigen (o.k., ich gebe zu, bei damals lediglich drei Programmen war die Auswahl natürlich auch geringer als heute…)

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