Grundlagen des Scrapbooking Scrapbooking Scrapbooking Layout

Scrapbooking-Text schreiben, eure Fotos, eure Geschichte

10. Juli 2018

Kennt ihr Scrapbooker das? Man zweifelt an den Fähigkeiten die richtigen Worte zu finden? Ihr möchtet einen Scrapbooking-Text schreiben und findet nicht die richtigen Worte? Deine Geschichte, deine Bilder!

Ich habe einen meiner älteren Beiträge des Blogs rausgekramt und etwas überarbeitet, denn das Thema Journaling (wie man Scrapbooking-Text schreiben in der Fachsprache nennt) ist immer aktuell.

Die folgenden Vorschläge und Anregungen können euch dabei helfen, Einzelheiten aus euren Beobachtungen und Aufzeichnungen auf Scrapbookseiten zu übertragen, denn persönlicher Text kann eine schön gestaltete Scrapbookseite in ein unschätzbares Familien-Erbstück verwandeln oder auch Inspiration für die Gestaltung eines neuen Layouts sein.
Journaling und Texte in eurer eigenen persönlichen Sprache machen Seiten lebendig und vermittelt dem Betrachter einen Eindruck über die Menschen und Ereignisse, die ihr festgehalten habt.

Warum zu den Fotos überhaupt schreiben?

Ein Bild sagt mehr als Worte, warum schreiben? Eine rhetorische Frage, denken wir kurz darüber nach, warum Journaling zum Scrapbooking gehört.
Wenn ein Foto ein Fenster für den Augenblick ist, dann ist das Journaling oder der Text die Tür zu den unsichtbaren Details, der Stimmung und den Gefühlen dieses Augenblicks. Aber es ist noch mehr.
Einige gut gewählte Worte können deine Scrapbookseiten mit mehr Bedeutung und Kraft versehen.
Kurzum, Text oder in der Scrapbooking Fachsprache „Journaling“ fängt die Erinnerungen ein, die euren Fotos fehlen können. Text enthüllt die Geschichte hinter den Fotos, dokumentiert für alle Zeiten eure Gedanken, Gefühle, Hoffnungen und Träume.
In vielen Jahren werdet ihr euch nicht mehr an die Einzelheiten des ersten Geburtstages eurer Kinder erinnern, oder an die Eigenarten der ersten gemeinsamen Wohnung mit dem Partner. Vielleicht  meint ihr, nicht die Zeit zum Scrapbooken zu haben, wenn eure Kinder Babies sind, aber wenn ihr eure Eindrücke über diese ersten Wochen in einem Journal festhaltet, können diese wichtigen Gedanken als Text jederzeit später in eure Scrapbookseiten einfließen.
Ein Journal, unabhängig von Scrapbooks, ist die beste Art, kostbare Erinnerungen und Details festzuhalten, dann sind sie verfügbar wenn du irgendwann längst vergangene Ereignisse verscrappen möchtest.

Einige Beispiele, um passenden Scrapbooking-Text zu schreiben

Ich habe bewusst in meinen wirklich alten Layouts gekramt, um euch einige Beispiele zu zeigen, mir geht es hier nur um die Texte, mein Design-Stil hat sich seitdem verändert 😉 )

Hier ist eins aus 2005, fast 13 Jahre ist das her. Im Leben könnte ich mich ohne das Layout nicht an diese Situation beim Mittagessen erinnern, sie hat auch nur knapp eine Minute gedauert. Was haben wir gelacht!

Scrapbooking-Text schreiben Layout Textbeispiel Tischgespräche

Fangt jetzt an zu schreiben!

Wir alle wissen, dass Scrapbooking viele Talente vereinen kann. Es ist Design, Fotografie, Papierkunst und Schreiben. Wenn ihr aber an euren Fähigkeiten zu Schreiben zweifelt, kann das Journaling in euren Scrapbooks eine Herausforderung sein, eine, die ihr bis jetzt vielleicht gescheut habt.
Fangt einfach an, schreibt kurze Ergänzungen zu euren Fotos, frei nach dem Motto: Keine Regeln, nur Schreiben. 
Dann versucht einige (oder alle) der folgenden praktischen Ansätze, mit denen sich auch eine Schreib-Blockade lösen lässt.

Eine kleine Schreib-Übung

Nimm ein leeres Blatt oder öffne ein leeres Dokument, schreibe oder tippe als Überschrift:
Ich erinnere mich…
Wenn du über ein bestimmtes Ereignis, einen Urlaub oder eine bestimmte Person schreiben möchtest breite dementsprechende Fotos um dich herum aus.
In den nächsten 10 Minuten schreibe oder tippe einfach was dir gerade dazu in den Sinn kommt.
Wenn es schwierig wird versuche die Überschrift:
Ich erinnere mich nicht…
Seltsamerweise werden durch diese Perspektive oft verborgene Erinnerungen geweckt.

Auf jeden Fall habt ihr eine Liste mit Dingen die ihr gegebenenfalls recherchieren und erforschen könnt.

Ein anderer Ansatz ist, mit den faktischen Daten zu beginnen und sich vorzuarbeiten. Schreibt Datum, Ort, Zeit und Grund des Ereignisses als Überschrift auf. Mit Unterstützung eurer Fotos schreibt über die Einzelheiten des Ortes.

• Was war besonders?
• Warum seid dort gewesen?
• Wie war das Wetter?
• In welcher Zeit wurde ein Foto gemacht?
• Welche Besonderheiten gab es in der Zeit?
• Wie wart ihr auf euren Kinderfotos?
• Was passierte im Leben der Menschen auf den Fotos?

Wenn ihr über kein spezielles Ereignis schreiben könnt, versuche die „Begegnung mit dem Nichts“.
Entspannt euch für einige Minuten und versucht einen der folgenden Ansätze fortzuführen:

• meine Kreativität drückt sich aus durch…
• ich bin/ ich bin nicht ( oder ersetze ich durch den Namen einer anderen Person
• Liebe(r)…(schreibe einen Brief an die Personen auf deinen Fotos oder deinem Layout
• Dinge die mich glücklich machen…
• beschreibe den Lieblingsessen. Einen Lieblingsurlaub oder -geburtstag
• (Name) ist mein Held weil…
• ich wünsche mir (meinen Kindern, meiner Familie, meinen Freunden)…

Schreibt einfach an die Person, oder an euch selbst!

Wie überträgt man die im Journal gesammelten Gedanken auf ein Layout? Lest eure Gedanken laut und hört, welche Ausdrücke oder Phrasen euch besonders ansprechen, vielleicht fassen einige Zeilen schon die Stimmung zusammen, die ihr auf einem bestimmten Layout ausdrücken möchtet.
Wenn ihr einen Text entwerft, schreibt so bildlich und genau wie möglich. Statt „Blume“ schreibt „Tulpe“, statt „blau“ schreibt „himmelblau“, statt zu sagen etwas „sehr klein“ war, beschreibt es als „winzig“ oder „klitzeklein“ oder „mikroskopisch klein“.

Ich schreibe zu 99% meine Texte adressiert an die Person auf den Fotos, egal ob es meine Kinder, mein Hund oder auch mein verstorbener Mann sind. Stellt euch einfach vor, ihr redet mit der Person über das Foto.

Hier rede ich quasi mit meiner Tochter. Das Fahrrad wurde übrigens eine Woche später gestohlen, umso kostbarer ist diese Erinnerung in meinem Scrapbooking-Album. Und ja, da hatte sie trotz meiner traumatischen Erlebnisse beim Elternsprechtag das Abi bestanden 😉

Scrapbooking-Text schreiben Layout Textbeispiel Abirad

Vor vielen Jahren habe ich mir diese Checkliste aus der Zeitschrift Creating Keepsakes abgespeichert. Sie ist immer wieder eine gute Grundlage zum Scrapbooking Text schreiben

  • Habe ich Einzelheiten notiert, die die Erinnerung lebendig halten?
  • Sind Fakten zu Ort, Datum, Zeit und Personen vermerkt?
  • Ist der Text so geschrieben, dass sich die Menschen in ein paar Jahren, immer noch dafür interessieren könnten?
  • War ich eigentlich ehrlich oder habe ich nur die „Sonnenseite“ beschrieben? Manchmal gehören auch traurige oder peinliche Dinge zu einer Geschichte. Wenn man diese nicht direkt zeigen möchte, bleibt einem ja immer noch die Möglichkeit, den Text zu verstecken (hidden journaling). Z.B. unter einem Bild oder in einem Umschlag.
  • Habe ich in meinem Text die Sichtweise meiner Familie oder Freunde (je nachdem wer auf der Scrapbookseite zu sehen ist) berücksichtigt?
  • Werden die Persönlichkeit der Person herausgestellt, von der die Seite handelt?
  • Habe ich Originalzitate und wörtliche Rede verwendet? Diese sind einzigartig und auch in der Zukunft noch interessant.

5 Journaling Tipps

1. Benutzt Stichworte
Ein Stichwort, welches zum Schreiben anregt kann eine Zeile aus einem Gedicht sein, ein Film-Titel, ein Song-Titel oder ein ganzer Songtext. Oder ein Werbeslogan. Es lohnt sich auch, solche Stichworte in einem Journal zu sammeln.

Oder verwendet Whatsapp Nachrichtentexte! Die App gab es damals noch nicht, als 2010 dieses Layout entstand. Ich habe die Texte aus den Facebook-Statusmeldungen meiner Tochter kopiert. Daran sieht man auch, wie Facebook sich seit 2010 verändert hat. Statusmeldungen bestanden nur aus kurzen Sätzen, sieht man heute selten.

Scrapbooking-Text Layout Facebook Textbeispiel

Diese Statusmeldungen waren einfach großartig, zu schade, um sie in den Tiefen des www verschwinden zu lassen. Der Gemütszustand einer Studentin in seiner vollen Bandbreite, deshalb habe ich etliche auch auf die Rückseite des Layouts gepackt. Ich muss sie euch einfach zeigen. Und bin so froh, dass ich damals einfach nur copy-paste und Text hinten auf das Layout geklebt habe.

Scrapbooking Layout Textbeispiel Facebook

2. Schaltet eure Selbstkritik ab
Euer Journaling muss nicht perfekt sein, lasst es unzensiert fließen. Später könnt ihr die besten und passenden Teile für eure Scrapbookseiten verwenden.

3. Schreibt ohne Regeln, schreibt einfach.
Zensiert euch nicht, setzt euch keine Grenzen oder Regeln warum, wann, wieviel und über was ihr schreibt.

4. Tauscht euch aus
Teilt anderen Scrapbookern eure Ideen und Gedanken mit und tauscht Stichworte und Tipps aus.

5. Drückt eure Dankbarkeit aus
Schreibt über 5 Dinge, für die ihr dankbar seid, das kann ein Anfang für viele andere Gedanken sein.

Vielleicht möchtet ihr auch noch Textbeispiele in früheren Beiträgen sehen, wer erinnert sich zum Beispiel noch an : Wir sind Papst?  Oder, dass auch traurige Gedanken zum Leben und in eure Scrapbooks gehören. Oder ein Beitrag aus 2007, schon damals habe ich mich intensiv mit dem Thema Scrapbooking Texte schreiben auseinander gesetzt, die Geschichten waren mir immer schon mindestens so wichtig wie das Design meiner Seiten.

Hoffentlich könnt ihr mit meinen Anregungen etwas anfangen, ich freue mich sehr über eure Meinung dazu. Schreibt ihr viel oder wenig, oder traut ihr euch noch nicht so recht?

In diesem Sinne – schreibt einfach!

Alles Liebe

Barbara

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4 Comments

  • Reply Nina 11. Juli 2018 at 7:01

    Super Post, liebe Barbara! Werde ihn mir direkt mal abspeichern 🙂
    Mir fällt oft beim Scrappen nicht so viel ein, ist mein Problem. Ich liebe Songzitate als Titel oder Inspiration, die sind auch sonst in meinem Leben allgegenwärtig, passt also 😉 Aber ich will es mal mit deinen Tipps probieren, wenn es das nächste Mal hakt 🙂 Ich schreibe z.B. in unseren Urlauben immer mit, manchmal richtig Text, manchmal nur Stichpunkte. Und es stimmt, direkte Zitate sind das Allerbeste! 😀
    Xoxo

  • Reply Lena 11. Juli 2018 at 7:13

    Hallo Barbara, Du sprichst mir tatsächlich aus der Seele, ein toller Beitrag! Ich finde das Journaling auch sehr wichtig und ich führe eine Art Tagebuch mit den Geschehnissen usw., so kann ich immer wieder darauf zurückgreifen, wenn ich vor dem Layout sitze!
    Danke für diesen Post!
    Gruß, Lena.

  • Reply Katrin 11. Juli 2018 at 9:14

    Hallo liebe Barbara,
    vielen Dank für Deinen Artikel. Ich finde Journaling ebenso wichtig, wie die Fotos auf den Scrapbook-Seiten und seltenst kommt ein Layout ohne ein paar Worte aus (Ausnahme: unser Hochzeitsalbum, bei dem manche Seiten auch einfach nur Fotos mit ein wenig Deko zeigen). Dennoch bin ich im Alltag echt schluderig, was das notieren von Begebenheiten angeht. Nur im Urlaub führe ich ein Journal. Eigentlich schade und ärgerlich. Irgendwie kann ich mich dennoch nicht aufraffen/motivieren jeden Tag oder wenigstens immer, wenn etwas außergewöhnliches (im Sinne von Nicht-Alltag) passiert, die Dinge zu notieren. Ich habe hierzu schon mehrere Dinge ausprobiert über digitial im Handy, Notizheft, Kalender usw. Aber nichts funktioniert für mich dauerhaft. Hast Du dazu noch einen Tipp?
    Viele Grüße
    Katrin

  • Reply Sabine/leben.lachen.scrappen 11. Juli 2018 at 15:44

    Hallo Barbara,
    super Blogpost! Danke dafür. Ich habe jetzt fast Tränen gelacht bei den Dialogen mit deinen Kindern …. das Journaling ist nicht so schwer, nur beim Titel für Layouts – da hapert’s immer bei mir und bleibe dann an Standard hängen wie „Beautiful“ oder „Discover“ oder „Dream“ – vor allen Dingen, weil es hier auch Stanzen gibt. Der Rest ist auch eher so Einheitsbrei. So ein Titelgenerator wäre nicht schlecht – ein paar Stichworte vom Journaling eingeben und ein kurzer, prägnanter Titel wird ausgespuckt, möglichst ohne viele „A“s und „E“s, die sind immer Mangelware ….

    Liebe Grüße

    Sabine

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