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Über den Orkan Ela, die Hurricanes Charley und Irene, und Dekadenstempel

22. Juni 2014

Am Pfingstmontag erlebte ich den Orkan Ela hautnah mit. Während das Auge des Sturms mit Windgeschwindigkeiten bis zu 140km/h über uns raste, saß ich mit einer Freundin und meinen Kindern im Auto mitten auf der Ruhrtalbrücke fest. Nichts ging mehr, draussen war nur eine weisse Masse von querbrausendem Regen zu sehen.

Wir befanden uns auf der Autobahn von Essen-Kettwig, nachdem wir in unserem Stammlokal Road Stop leckere Burger gegessen hattem, auf dem Weg nach Hause, normalerweise eine Fahrt von 20 Minuten.

In dieser Nacht wurden daraus fast 4 Stunden.

Als der Sturm auf der Brücke nachließ und nach 10 Minuten Stillstand der Verkehr im Schrittempo wieder anrollte, kamen schon per Whats App die Kathastrophenmeldungen der Nachbarn an,mit Fotos! Mehrere Bäume versperrten anscheinend unsere Straße, eine riesige Robinie war auf das Haus der Nachbarn gekracht, und bei uns war anscheinend ein Dachfenster offen.

Telefonate mit diversen betroffenen Freunden und Nachbarn folgten, ich war so froh, nicht alleine zu sein und die Kommunikationsmöglichkeiten nutzen zu können!

Wegen der Komplettsperrung der Autobahn fuhren wir zwangsläufig nach Düsseldorf rein, dort bot sich uns ein Bild, das ich so in unseren Breitengraden noch nicht gesehen habe.

Verwüstung! Das ganze Ausmaß des Sturms wurde uns erst langsam bewusst.

Ganze Alleen mit Platanen wie Streichhölzer abgeknickt, Straßenbeleuchtung ausgefallen, zerstörte Autos, das Fahren war nur im Zickzack und Schrittempo möglich. Auf diversen Umwegen wegen gesperrter Straßen arbeiteten wir uns langsam in einer abenteuerlichen Fahrt in Richtung zuhause.

Polizei, Feuerwehr und viele Helfer waren alle paar Meter im Einsatz.

Als wir mitten in der Nacht dann den Anfang unserer Straße in Erkrath erreichten, war mit dem Auto keine Weiterfahrt möglich, im Schein der Taschenlampe an meinem Schlüsselbund (was war ich dankbar für dieses Werbeding) tasteten wir uns durch auf der Straße liegende Baumkronen, kraxelten über Baumstämme und waren dann erstmal froh, dass an und in unserem Haus alles unversehrt war.

Nächster Morgen, der tägliche Spazierweg hinter unserem Haus ist komplett blockiert, sämtliche Wälder im Kreis sind abgesperrt. Die Wege zur Arbeit und zur Uni gestalten sich schwierig, weil viele Straßen gesperrt sind und keine Bahnen fahren.

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Ich fühlte mich ein kleines bischen zurückversetzt in das Jahr 2004.

Hurricane Charley in 2004

Damals wurden wir in unserem Urlaub in Florida vom Hurricane Charley erwischt, mit Evakuierung, Zerstörung unseres Ferienhauses und allem, was ein Kategorie 4 Hurricane so mit sich bringt.

Mir fiel dabei auf, dass ich dieses Erlebnis epischen Ausmaßes und überhaupt den ganzen Urlaub nur ansatzweise zu Papier gebracht habe, bisher.

Das wird sich jetzt ändern, ich habe da so eine Idee, die ich euch bald zeigen werde.

Vorerst musste ich aber heute schnell ein Layout mit diesen Fotos machen. Dabei wurde mir wieder bewusst, wie schnell man sich an Details nicht mehr erinnern kann.

Die Fahrt damals, zurück von der Ostküste Floridas, wo wir während des Sturms abgewartet hatten, zurück an die Westküste, wo unser Haus war, ist mir auf einmal wieder frisch in Erinnerung. Ausgangssperre, in kompletter Dunkelheit, fast ohne Orientierung, keiner von uns wird diese Erfahrung je vergessen.

Am nächsten Tag konnten wir nur noch den Rest packen und ein paar hundert Meilen nach Norden fahren, wo wir den Rest des Urlaubs bei meiner Tante verbrachten, die uns „Asyl“ bot.

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Für das Layout habe ich unter anderem ein Paper Pad der Serie Open Road von Crate Paper verwendet, die vielen kleinen Schildchen und Tags unter den Schriftzügen habe ich daraus geschnitten.

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Endlich habe ich auch mal einen meiner neuen Dekaden-Stempel verwendet. Aus der „Daily Flash“-Serie von October Afternoon gibt es Datumsstempel für vergangene Jahrzehnte. Ich liebe diese Rollendatumsstempel und verwende sie regelmäßig, sowohl für Project Life wie auch für Mini Books und Layouts.

Bisher gab diese Stempel nur mit aktuellen Jahreszahlen. Was macht man aber, wenn man ältere Fotos verarbeitet? Die Designer von October Afternoon hatten sich die gleiche Frage gestellt, und so gibt es jetzt für die 80er-, 90er- und 2000er-Jahre die praktischen Rollstempel für das Datum der Fotos oder der Geschichte.

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Da ich mir vorgenommen habe, endlich einige ältere Urlaube zu dokumentieren, werden diese Stempel demnächst öfter zum Einsatz kommen.

Zurück zu den Stürmen.

Im August 2011 hatten wir tatsächlich zum zweiten Mal einen Hurricane im USA-Urlaub!

Hurricane Irene in 2011

Er trug den Namen Irene und traf die Ostküste, wir waren zu der Zeit in Washington. Allerdings war Irene weiter von uns weg als Charley, er war nur Kategorie 1 und wir erlebten ihn längst nicht so intensiv wie Charley.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte, in der wir auch kurz vorher ein Erdbeben in New York mitmachten 😉

Zur Erklärung: wenn tropische Wirbelstürme, sogenannte tropical depressions, zu Hurricanes werden, werden sie in eine Kategorie auf der Saffir-Simpson-Hurricane-Scala eingestuft, die geht von 1 bis 5. Der Hurricane Katrina, einer der schwersten in der Geschichte, der im Jahr 2005 die Stadt New Orleans fast zerstörte, war ein Kat. 5 Hurricane.

Ich bin im Laufe vieler USA-Urlaube zu einem kleinen Hurricane-Experten geworden, weiss, was zu tun ist, kenne die Begriffe wie mandatory evacuation, landfall, eyewall, stormtracker usw. Da sitzt man wie angenagelt vor dem Weather Channel im Fernsehen und beobachtet, wie „geordnet“ und professionell die Amerikaner (zwangsläufig) mit diesen Wetterverhältnissen umgehen.

Ich war bisher immer froh, dass wir in unseren Breitengraden von derartigen Katastrophen eigentlich verschont bleiben, aber das Ausmaß des Orkans Ela letzte Woche und die immer noch sichtbaren Spuren in unserer Gegend stimmen mich nachdenklich.

Ganz kurz noch etwas Anderes, ich arbeite mit Hilfe meines Sohnes und angeregt durch ein Blogger-Treffen mit den kölschen Mädels hinter den Kulissen meines Blogs an einer Neugestaltung desselben, das kostet Zeit und Nerven, sag ich euch. Nach 8 Jahren ist aber mal endlich eine Generalüberholung fällig;-)

Wenn alles fertig ist gibt es eine Feier und eine Verlosung, ersteres für mich, letzteres für euch, ihr lieben treuen alten und neuen Leser.

Bis dann, ich wünsch euch was!

•••• •BARBARA

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3 Comments

  • Reply Elke Rauschkolb 22. Juni 2014 at 23:26

    oh mein Gott, da hatt es Euch ja ganz schön erwischt. Zum Glück steht Euer Haus noch. Bei uns in der Nähe von Mainz war nur ein weinig Wind. Danke für den ausführlichen Bericht. Ich hatte schon in den Nachrichten gesehen das da ganz schön was los war bei Euch.
    Da kann man froh sein, wenn man verschont bleibt.
    Auf Eure Neugestaltung freue ich mich schon. Dein Layout ist wieder mal sehr schön geworden.
    LG Elke

  • Reply Nanany 23. Juni 2014 at 15:53

    Oh man, das schaut wirklich heftig aus! Aber sowas gibt es immer mal wieder. Mir ist immer noch Wiebke im gedächtnis. Das wra 1990 und ich war gerade in der 1. klasse. Die Schule viel aus und Strom gab es auch einige stunden keinen. Der Wald war an einigen stellen fast kahl. Heute kann man das kaum noch glauben. Ich bin auch froh das wir hier (in Hessen) weitest gehend verschont bleiben. Allerdings hatten wir in diesem Jahr schon 2 oder 3 Erdbeben… das macht mir Angst…
    LG Nanany

  • Reply Gerlinde 25. Juni 2014 at 8:23

    Auch ich beschäftige mich sehr viel mit Hurricans, wenn wir eine Reise in die Staaten planen, hier z.B. http://www.nhc.noaa.gov/
    kann man sich gut vorinformieren. Das Gute am Hurrican ist, dass man ihm ausweichen kann- ihm sozusagen davonfahren kann.
    Dein Layout zum Thema Sturm gefällt mir sehr gut.
    Ich hoffe nicht, dass sich solche Wetterkapriolen wiederholen.
    # LG Gerlinde

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