Scrapbooking

Was ist denn das eigentlich, Scrapbooking?

12. Juni 2013

Die Frage höre ich oft, könnt ihr euch sicher vorstellen, oder?

Ein Grund sie hier aufzugreifen, denn viele Leser die vorbeischauen rätseln sicher manchmal, worum es bei Scrap-Impulse hauptsächlich geht.

Na dann mal los:

Scrapbooking ist eine Kombination aus Fotos, Worten und Papier.

Scrapbooking ist mein Hobby, meine Passion, mein Zeitvertreib, die Dokumentation meines Lebens seit 9 Jahren. Damals habe ich es entdeckt, und nach vielen anderen kreativen Hobbies wie Floristik, Deko-Kram, Stricken, Nähen, Aquarellmalerei, Kartenbasteln und Stempeln bin ich bei Scrapbooking hängengeblieben.

Ein Hauptgrund ist sicher die enorme Nachhaltigkeit, Scrapbooking-Alben und Reisetagebücher werden viele viele Jahre überdauern und nachfolgenden Generationen erzählen und zeigen, wie ich und meine Familie gelebt haben, und dass ich mich gerne dabei künstlerisch ausgetobt habe.

Scrapbooking in der heutigen Form entstand in den 90er Jahren in den USA, in Utah, um genau zu sein. Dieser Bundesstaat hat einen hohen Anteil an Mormonen, die in ihrer Religion die Familie und deren Wertschätzung fest verankert haben. So fertigten viele Mormonenfrauen Erinnerungsbücher mit Fotos und Texten, und mit passenden Dekorationen auf den Seiten der Scrapbooks (übersetzt wären das Schnipselbücher).

Aus dieser Bewegung entwickelte sich in den letzten 20 Jahren ein Boom und eine Milliarden-Dollar-Industrie, jeder in Amerika weiss, was Scrapbooking ist. Es hat sich eine eigene Fachsprache entwickelt, ich versuche das jeweils in Klammern ein wenig zu erklären.

Die Bandbreite im Scrapbooking ist inzwischen sehr breit, vom großen Album im Format 12" (Zoll ist die amerikanische Maßeinheit), das entspricht ca. 30,5 cm, bis hin zu kleinen Mini Books.

Ich hab mal in den Tiefen meines Blogs gestöbert um euch einige Beispiele aus meinen Anfängen zu zeigen. Mein erstes Album war ein Erinnerungsbuch über 4 Jahre Grundschule meiner Söhne als Abschiedsgeschenk für die Klassenlehrerin. Dann das erste Urlaubsalbum, und es gab kein Halten mehr für mich.

Das hier im Urlaubsalbum war mein erstes Layout (so nennt man die Seiten in einem Scrapbooking-Album), und ja, damals hat man nur Doppellayouts gemacht:

ER

Seit ich mit diesem wundervollen Hobby begonnen habe hat sich mein Scrapstil aufgelockert und verändert, sicher auch bedingt durch die Fülle von wundervollen Materialen, die inzwischen speziell für Scrapbooking angeboten werden.

Oft werde ich gefragt, wo denn der Unterschied zu herkömmlichen Fotoalben ist. Ganz einfach, Scrapbooking erzählt Geschichten, nicht nur mit Fotos sondern auch mit passenden Texten (Journaling) und Dekorationen (Embellishments), die die Geschichte unterstreichen und ergänzen.Ein gutes Beispiel ist dieses hier, ich erzähle die Geschichte zum Zeitpunkt des Fotos, das Hintergrundpapier und die Deko unterstreichen das Thema:

Ich.sehe.charley

Alte Fotos, aus den ollen Alben mit den schwarzen Seiten herausgelöst, unter denen wenn man Glück hat das Datum steht, bekommen so ein schönes neues Zuhause und die Geschichte zu den Fotos überdauert so die Zeit:

Ich_sehe_was

Noch ein Unterschied zu herkömmlichen Fotoalben ist die Dokumentation des Alltags, nicht nur Geburtstage und Hochzeiten sind in einem Scrapbooking-Album, sondern auch viele kleine Alltagsgeschichten :

DasGeheimnis

Diese älteren Layouts verdeutlichen doch ganz gut was ich meine, oder?

Noch ein aktuelleres Beispiel, auch wenn man keine eigenen Fotos hat lassen sich Dinge des täglichen Lebens dokumentieren (ich warte übrigens sehnsüchtig auf die 4. Staffel Downton Abbey, das nur am Rande). Produktfotos aus dem Internet gehen dann auch mal, im Stil der Zeit um die es bei besagter TV-Serie geht präsentiert:

Lembeck 070
Der Klassiker und ideal für Scrapbooking sind Reisealben, hier zum Beispiel ein schnelles selbstgemachtes Reisealbum für eine Kurzreise:

Epcot

Dann kamen bei mir die Smash-Books für längere Urlaube, inzwischen habe ich eine Smashbook-Sammlung und das nächste schon in Arbeit:

USA 029

und sehr gerne werkel ich auch thematische Reisealben:

Wsjuni 120

Vor 4 Jahren habe ich jeweils für den Monat Dezember eine tägliche Dokumentation begonnen, inzwischen habe ich vier Dezembertagebücher und liebe sie sehr.

Und natürlich die wöchentliche Foto- und Geschichtendokumentation Project Life, meine Leidenschaft seit andertalb Jahren.

Dann gibt es noch die Möglichkeit thematische Mini-Scrapbooks zu machen, zum Beispiel einen Jahresrückblick wie hier:

März09

und klitzekleine niedliche Mini Books zum Verschenken:

März 224

Mit den Materialien für Scrapbooking lassen sich auch viele andere Sachen anstellen, zum Beispiel Wandbilder, Karten, Verpackungen, Geschenke und so weiter und so weiter….

Überhaupt sind kleinere Scrapbooks ganz tolle und sehr persönliche Geschenke, dazu bekommt ihr von mir demnächst Tipps in einem gesonderten Blogbeitrag.

Und zu guter Letzt kann Scrapbooking auch das persönlichste Hobby der Welt sein, Gedanken und Gefühle lassen sich verarbeiten, darstellen und so ist Scrapbooking, zu mindest für mich, auch manchmal therapeutisch:

Hmmmm

Dieses Layout ist ein Beispiel wie das Thema Schule durch passende Papiere und Embellishments (wisst ihr noch was das ist?) aufgegriffen und betont wird.

Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen, die Tiefen gehören unweigerlich dazu, aber man findet sie selten in Fotoalben, wobei wir wieder beim Unterschied zwischen Scrapbooking und Fotoalbum wären.

Dieses Layout entstand während der Krankheit meines Mannes, und es wird sicher nicht das letzte sein, in dem ich die bisher schwerste Zeit meines Lebens versuche zu verarbeiten:

Distanz

Gerne auch mal mit Selbstironie, ich mag es wenn meine Layouts zum Lachen oder Grinsen anregen, dieses hier ist übrigens 4 Jahre alt und das Gewichtsproblem immer noch aktuell;-)

Immer.rein

Und noch was zum Lachen, die Texte auf meinen Layouts spiegeln oft Gespräche mit meinen Kindern wieder, tatsächlich oder imaginär:

Photocabine

Das war ein kleiner Querschnitt meiner älteren Scrapbooking-Layouts und ich hoffe, ich konnte euch ein wenig näherbringen was Scrapbooking eigentlich ist, oder vielmehr was es für mich bedeutet.

Gerne beantworte ich auch Fragen in den Kommentaren!

Wenn ihr jetzt noch überlegt, ob Scrapbooking auch etwas für euch sein könnte, und wie man eigentlich damit anfängt, habe ich hier noch ein Zitat meiner Freundin Dani Peuss, sie beschreibt in ihrer monatlichen Inspirationsbroschüre ganz gut, wie einfach das ist:

"Du musst kein Künstler zu sein, um mit Scrapbooking zu beginnen. Du musst einen Stift halten können. Und eine Schere. Und du brauchst Fotos. Nein, nicht nur die auf deinem Computer oder Smartphone. Richtige ausgedruckte Fotos. So wie früher. Und Kleber. Und Papier.

Bring deine Geschichten zusammen mit deinen Fotos zu Papier. Du musst kein Buch schreiben, du musst nicht einmal perfekt schreiben können und auch keine Regeln oder richtige Reihenfolge einhalten. Zum Erstellen deiner Scrapbook-Seiten brauchst du kein Design-Diplom, einfach nur ein paar Basis-Materialien wie gutes Papier, Stifte, Werkzeug zum Schneiden und Kleben, und schon kann es losgehen."

Zum Verfeinern gibt es dann natürlich eine Fülle von Material und Techniken, aber das hier bringt es auf den Punkt, für den Anfang braucht man nicht viel.

Natürlich kann es auch nicht schaden, Workshops zu besuchen, das macht Spaß und man wird komplett angeleitet, wenn man möchte.

Und, ist die Frage vom Anfang damit beantwortet? Ich hoffe doch 😉

Lasst es euch gutgehen!

•••• •BARBARA  

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16 Comments

  • Reply Marion 12. Juni 2013 at 20:19

    Liebe Barbara,
    was für ein wundervoller Blog-Eintrag… und so ein schöner Querschnitt über Dich, Dein Leben, Deine Familie – und Deine Leidenschaft!
    Du hast es wundervoll demonstriert… und inspirierst sicher nicht nur mich damit…
    DANKE !!!

  • Reply Petra 12. Juni 2013 at 20:57

    Es ist immer toll, wenn man kurz auf deinen Blog guckt. Bin ja kein Anfänger mehr, habe deinen Bericht aber trotzdem total gerne gelesen! … und kann nur allen Anfängern raten, einfach anfangen, bei Barbara oft vorbeigucken, Workshops bei ihr machen und dann hat man das Regal voller wunderschöner Scrapbooks.
    LG Petra

  • Reply Kerstin 12. Juni 2013 at 21:14

    Ein wirklich wertvoller Text, der nicht nur das Ding an sich erklärt, sondern auch die Motivation, die dahinter steckt, versucht zu erklären. Danke. Ich werd gelegentlich hierauf verweisen, wenn einer skeptisch und fragend guckt. 😉

  • Reply SCRAP-IMPULSE 12. Juni 2013 at 21:27

    Vielen Dank, liebe Kerstin!

  • Reply SCRAP-IMPULSE 12. Juni 2013 at 21:29

    Danke Petra! Auch das Schreiben darüber bringt mir wieder in Erinnerung, um was es mir eigentlich geht, bei den Materialschlachten heutzutage vergisst man es schon mal 😉

  • Reply SCRAP-IMPULSE 12. Juni 2013 at 21:30

    Vielen Dank, Marion!

  • Reply Sabine Frühauf 12. Juni 2013 at 23:02

    herrlich! ich bin zwar selber „mormonin“ – habe aber den ursprung von scrapbooking nicht gewußt – danke fürs näherbringen! lese übrigens immer wieder gerne diesen blog.lg aus mödling/wien sabine

  • Reply Helga 12. Juni 2013 at 23:34

    Auch ich habe mit großer Begeisterung deinen heutigen Bericht zum Thema Scrapbooking gelesen.Die Entstehung ,deine persönliche Entwicklung einfach toll wie du dein Hobby lebst und uns immer wieder mit den neusten Informationen rund um’s Scrappen versorgst. Auch als „Selten-Scrapperin“ profitiere ich immer gerne davon.Danke!
    LG Helga

  • Reply Sarah 13. Juni 2013 at 9:39

    Danke Barbara! Eine sehr schöne Erklärung. Ich selbst habe durch Deinen Blog mit dem scrappen angefangen. Deine Art zu scrappen, deine Beweggründe haben mich einfach überzeugt! Jetzt nach ca. 2 Jahren kann ich sagen das sich mein Leben dadurch ein Stückweit geändert hat. Ich nehme Momente, Situationen, das alltägliche viel intensiver war. Auch meine 1,5 Jahre PL machen mich stolz und glücklich! Insbesondere die Tatsache das auch weniger schöne oder banale Dinge dokumentiert werden empfinde ich als sehr wertvoll. Ich danke Dir! Mach weiter so

  • Reply Erika 13. Juni 2013 at 11:04

    Ah Barbara, es ist immer wieder schön deine Werke zu bewundern! Ich mag sie alle, und ganz besonders mag ich deine originellen Themen. (Übrigens ich warte hier sehnsüchtig auf die dritte Staffel von Downton Abbey, eine Serie, wovon ich zuerst auf deinem Blog gelesen habe :)Liebe Grüße aus Budapest, Erika

  • Reply Indina 13. Juni 2013 at 11:07

    Liebe Barbara,
    was für ein schöner, inspirierender, offener und eben gerade auch für Einsteiger informativer Beitrag! Ich werde sehr gerne darauf verweisen und ihn demnächst auf meinem Blog verlinken.
    Und ja, wir haben eines der schönsten Hobbies der Welt — angesichts Deines Rückblicks sind mir manche ähnlichen LOs eingefalen: Ich bin erst seit 2009 dabei und ich sehe es auch so, dass die „Materialschlachten“ mit ständig neuen Serien und immer mehr fertigen Versatzstücken nicht nur von Vorteil sind. Am wichtigsten sind immer die eigene Fantasie und die Freude am Schaffen — Du führst das wunderbar und immer wieder vor Augen!
    Ganz liebe Grüße von Indina

  • Reply Monica 13. Juni 2013 at 11:58

    HI Barbara,
    Love your blog and because of that I gave one of my awards to you when I was giving away come to bloggers that inspire me.
    You man find my blog at http://creatingngthisandthat.blogspot.com
    Monica

  • Reply SCRAP-IMPULSE 13. Juni 2013 at 15:57

    Thank you very much, Monica!

  • Reply Ines 13. Juni 2013 at 19:21

    Na da hast Du mal wieder einen genialen Überblick geschrieben! Wer jetzt nicht mit dem scrappen anfängt ist selber schuld ;-).
    Viele Grüße
    Ines

  • Reply Isabell 14. Juni 2013 at 11:00

    Danke für diesen Beitrag und an das Teilhaben an den Projekten! Auch ich bin durch diesen Blog zum Scrappen gekommen und finde hier immer viele Inspirationen. Und wieder bekomme ich Lust, gleich etwas zu gestalten! Ich freue mich auf alle weiteren Beiträge und hoffe sehr, dass ich mal an einem „Workshop“ mitmachen kann.

  • Reply Astrid 10. September 2013 at 13:26

    Hallo und vielen Dank für diese tolle Erklärung und die Inspiration! Ich bin gerade dabei mein allererstes Scrapbook zu basteln und ich kann die Sucht danach schon nicht mehr abschütteln! Probleme haben mir anfangs tatsächlich nur die vielen Begrifflichkeiten bereitet. So wirklich durchblicken kann man in den wahnsinnig großen und vielseitigen Online-Shops nicht wenn man noch keine Ahnung hat. Umso besser finde ich endlich eine kleine Beschreibung zu finden ohne gleich teuer ein Buch kaufen zu müssen! Und das obwohl ich das unglaubliche Glück habe einen „echten“ Scrapbook-Laden mit wirklich netter Beratung um die Ecke zu haben. Die Vielfalt an Maschinen, Verzierungen und Möglichkeiten sind einfach zu groß!
    Was mich aber wirklich noch interessiert ist: Was macht ihr mit den alten Bildern die ihr verscrapt habt? Hast du ein Album extra für „altes, unchronologisches“ oder kommen diese Seiten in das „Alltags-Jahres-Buch mit rein?
    Ich bin froh mit dem Scrappen angefangen zu haben und Menschen wie du ermuntern mich weiter zu machen! Danke

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