Heute dürfen wir euch ein echtes Highlight präsentieren!
Passend zu unserem Monatsthema Transparencies durften wir die absolute Queen dieser Kategorie interviewen, the one and only KAREN RUSSELL
Wir freuen uns sehr, dass sie sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen für diesem Blog und für euch zu beantworten. Ich habe sie bereits persönlich bei einem Workshop kennengelernt und bin von ihrem leicht vintage angehauchten Stil absolute begeistert.


Karen ist in Oregon aufgewachsen und lebt dort mit Ihrer Familie. Sie ist inzwischen Mutter von 4 Kindern und arbeitet in Teilzeit als Zahnhygienikerin. Als Designerin ist sie bekannt geworden durch die innovativen Narratives Produkte für Creative Imaginations. Sie unterrichtet Scrapbooking für die Creating Keepsakes University und überall in den USA. Ihre Arbeiten werden in zahlreichen bekannten Büchern und Zeitschriften veröffentlicht und sie ist Hall of Fame Gewinnerin 2003. Sie hat irische und deutsche Vorfahren!
Hallo Karen! Wir sind stolz und fühlen uns geehrt dass du du Zeit findest einige Fragen für unser brandneues Online-Magazin Scrap-Impulse zu beantworten.
Wie lange machst du schon Scrapbooking und was war der Auslöser ?
Ich habe vor 5 1/2 Jahren mit Scrapbooking angefangen. Meine beste Freundin hat mich dazu gebracht. An einem Wochenende kreuzte sie bei mir auf mit der Absicht mir Scrapbooking vorzustellen (sie hatte gerade mit ihrem ersten Album angefangen). Zu der Zeit beschäftigte ich mich sehr mit Fotografie und dachte, dass sich Scrapbooking wie ein albernes Hobby anhörte. Aber sie war hartnäckig. Sie nahm mich mit in meinen ersten Scrapbook-Shop und 146.00$ in gemusterten Papieren später… war ich total begeistert.
Du hast 4 Kinder und arbeitest Teilzeit als Zahn-Hygienikerin, wie findest du die Zeit zum Scrapbooken und Entwerfen von Designs ?
Ich ringe mit der Zeitplanung. Ich glaube das tun wir alle. Ich habe Tage wo ich sehr produktiv bin und andere Tage wo ich mich im Kreise drehe und nichts schaffe ( Gott sei Dank gibt es die produktiven Tage). Ich muss aber sagen dass, wenn ich mich zu einer Auszeit von meiner Arbeit zwinge ( in den Park mit meinen Kids gehe, an einem Abend nur sitze und einen Film schaue), fühle ich mich danach immer besser und produktiver.
Davon abgesehen führe ich immer eine “to do” Liste um sicherzustellen daß ich auf Kurs bin ( und weil es sich gut anfühlt Dinge abzuhaken). Ich habe auch gelernt “nein” zu sagen ( das war hart für mich), aber manchmal muss ich Dinge einfach ablehnen, selbst wenn ich sie machen möchte. Ich muss aber immer meine Prioritäten abwägen.
Wie reagiert deine Familie darauf ihre Fotos in Zeitungen und im Internet zu sehen ? Unterstützen sie dein Hobby ?
Ich glaube dass meine Großfamilie meinem neuen Hobby anfangs etwas skeptisch gegenüber stand. Ich war damals alleinerziehend und jeder versuchte mich vor einem Fehler zu bewahren.
Aber ich war vernünftig genug und reduzierte langsam meine Arbeitszeit als Zahn-Hygienikerin während meine Karriere bei Creative Imaginations sich entwickelte. Im allgemeinen hat mich meine Familie immer sehr unterstützt. Und ich glaube definitiv daß sie alle einen Kick bekommen wenn sie ihr Gesicht in einer Zeitung sehen ( mich eingeschlossen).
Wie organisierst du deine Layouts in Alben ? Hast du separate Alben für deine Kinder und für dich ?
Ich muss gestehen dass ich bis vor einem Jahr oder so erst ENDLICH meine Layouts in Alben gesteckt habe. Vorher waren sie alle in einer großen Plastik-Box.
Als es aber darum ging sie in Alben zu packen fing das Ganze an mich übermäßig zu stressen.
Ich musste mich mit der Tatsache abfinden, daß es keine perfekte Art sie zu organisieren gibt.
Also sind sie hauptsächlich in individuelle Alben sortiert ( verschiedene Alben für jedes Kind, für mich und Josh ( Anm. ihr Mann ) ), und dann habe ich Familie- Alben, Großfamilie-Alben und einige verschiedene Alben.
Hast du jemals was man “therapeutisches Scrapbooking” nennen könnte gemacht, um dich in sorgenvollen Momenten besser zu fühlen ?
Auch wenn es sich verrückt anhört, ich fühle das Scrapbooking für mich immer ein wenig Therapie ist. Ich mache es wenn ich eine Pause brauche, ich mache es wenn ich mich von Arbeit oder Sorgen ablenken will. Ich mache es wenn ich meine Prioritäten klarstellen möchte ( durch Scrapbooking konzentriere ich mich darauf, was im meinem Leben das Wichtige ist). Jepp, es ist für mich immer Therapie.
Würdest du uns sagen was dich inspiriert ? Du scheinst nie eine zu haben, aber FALLS du eine kreative Blockade haben solltest, wie gehst du damit um ?
Oh, unglücklicherweise habe ich dauernd mit kreativen Blockaden zu tun – meistens wenn ich aus den Augen verliere warum ich wirklich scrapbooke. Ich habe manchmal das Gefühl jedes neue Layout muss besser als das vorige sein, dass ich auf jeder Seite eine bahnbrechende Technik haben muss, dass jede Seite perfekt sein muss oder dass ich wünschte so talentiert zu sein wie …( eingefügt die Namen eines Dutzends talentierter Künstler).
Manchmal klappt es wenn ich ein paar Minuten sitze und die Dinge in Perspektive bringe. Manchmal klappt es wenn ich flitze und mir einen Kaffee hole ( und damit vom Scrap-Tisch wegkomme). Manchmal hilft es wenn ich durch eine Zeitschrift blättere ( keine Scrapbooking-Zeitschrift). Wenn das Alles nichts nützt, stelle ich das Layout an dem ich arbeite auf meinen Nachttisch bevor ich ins Bett gehe und schlummere ein, während ich darauf schaue. Morgens wache ich IMMER mit einer guten Idee auf. Ich weiss es hört sich verrückt an, aber das hat bei mir NOCH NIE versagt.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie lange hat es gedauert bis du ihn gefunden hast ?
Ich wurde schon öfter nach meinem Stil gefragt und ich habe immer Schwierigkeiten damit. Die Leute sagen dass meine Layouts eine Menge Gefühle beinhalten, dass sie sentimental sind oder dass sie eine Art romantische Qualität haben und wenn das wahr ist…bin ich glücklich. Ich glaube aber dass sich mein Stil ständig verändert ( und das ist o.k. für mich). Ich möchte mich nicht auf einen festgelegten Stil beschränken und das Gefühl haben, nicht davon abweichen zu können. Ich denke es würde mich ziemlich schnell ermüden wenn ich nicht experimentieren könnte. Ich denke aber man könnte sagen dass ich mehr in Richtung “Collage” als in Richtung “Simple” tendiere. Aus welchem Grund auch immer habe ich eine Art Unfähigkeit “white space” auf einem Layout zu lassen (so sehr ich mich auch bemühe).
Was sind deine wichtigsten Scrapbook-Utensilien ?
Ich beginne jedes Layout mit einem Blatt weissem Cardstock (ich mache selten ein Layout ohne weissen Cardstock).
Meine anderen wichtigsten Dinge ( momentan) sind Acrylfarbe, cremefarbenes oder weisses Spitzenband aus dem Stoffladen, Fiskars Prägestanzer und Eckenstanzer und gemustertes Papier im Notizbuch-Stil. Aber gebt mir 6 Monate und diese Liste wird ganz anders aussehen.
Welche 3 Tipps würdest du einem Anfänger geben ?
- Erforsche die Fotografie. Es ist viel einfacher ein gutes als ein schlechtes Foto zu verscrappen.
- Zwinge dich an deinen Journaling-Fähigkeiten zu arbeiten ( es muss nicht die Qualität eines preisgekrönten Romans haben um gutes Journaling zu sein, es muss nur von Herzen kommen- manchmal lustig, manchmal albern, manchmal kurz und süss und immer echt).
- Sei bereit mit neuen Stilen und neuen Techniken zu arbeiten. Sag niemals “nie”.
Reichst du alle Layouts zur Veröffentlichung ein und postest sie oder hast du ein privates Album nur für dich ?
Ja, ich ich reiche alles ein oder poste alles was ich mache. Ich sehe keine Notwendigkeit etwas zurückzuhalten wenn es um Scrapbooking geht – für mich ist es o.k. alles darzulegen.
Manchmal, wenn mein Journaling sehr persönlich ist, verstecke ich es in einem kleinen Umschlag oder so etwas auf meinem Layout, aber das ist ziemlich selten. Kein geheimer Layout-Stapel. (Und obwohl ich viele meiner Layouts einreiche … die große Mehrzahl wird nicht veröffentlicht.
Welche durchschnittliche Zeit brauchst du für ein Layout ?
Ich bin einer der langsamsten Scrapbooker auf dem Planeten. Es dauert eine Stunde bis ich meine Fotos ausgesucht habe. Im Durchschnitt würde ich sagen 3-4 Stunden. Aber beachte, dass es beinhaltet nur zu sitzen und auf mein Layout zu starren, Dinge hin und her zu schieben, eine Pause zum Singen meines Lieblings-Disco-Song zu machen, herauszufinden worüber die Kinder streiten ( du weisst wie das ist).
Ich geniesse aber den Prozess, die 3 oder 4 Stunden sind gut angelegt.
Möchtest du etwas Besonderes für unsere deutschen Leser hinzufügen ?
Nur dass es mir leid tut dass ihr so verdammt viel Geld für das Porto eurer Scrapbooking Produkte bezahlen müsst !
Und dass ich es aufregend finde Scrapbooking in eurem Teil der Welt so unglaublich abheben zu sehen – ich liebe das – ich liebe dass wir alle diese allgemeine Verbundenheit durch etwas wie Scrapbooking erleben.
Und aufregend finde ich, dass ihr diese wirklich coole Online Scrapbooking Quelle habt ( danke dass ich ein Teil davon sein darf) !
Wir danken dir, liebe Karen, für diesen kleinen Einblick in dein turbulentes Leben, und für deine Ideen und Tipps zur Kunst des Scrapbooking ! Und der tägliche Besuch dieses sehr unterhaltsamen und inspirierenden Blogs ist ein absolutes Muss für mich !
•••• •BARBARA