Basteln Grundlagen des Scrapbooking Scrapbooking Tools und Werkzeuge

Welche Schneidemaschine ist die Beste? Was eignet sich für mich? Eure Fragen – meine Antworten

16. September 2019

 

Gibt es die perfekte Papierschneidemaschine? Welche Schneidemaschine schneidet wirklich gerade? Was ist am Besten für Anfänger geeignet? Welche brauche ich wirklich? Diese und ähnliche Fragen sind ein Dauerthema bei Papierbastlern. In Workshops, auf Crops und auch auf all meinen Kanälen im Netzt fragt ihr mich das so oft. Und eines gleich vorweg: das ist wie mit der eierlegenden Wollmilchsau.

Die perfekte Schneidemaschine für Jeden und Alles gibt es meiner ehrlichen Meinung nach nicht.

Papierschneidemaschinen Test Empfehlungen

Ich habe mehrere Favoriten für verschiedene Zwecke. Zum Teil langjährig, zum Teil relativ neu. Wir Scrapbooker und Papierbastler arbeiten ja mit verschiedenen Materialien und Papierstärken. Ich habe meine Maschinen, die ich in ständigem Gebrauch habe,  zusammengeklappt fotografiert (mit Kaffeeflecken und Gebrauchsspuren, haha). Und teile sehr gerne meine persönlichen Erfahrungen mit euch.

Die großen hier vorgestellten Papierschneidemaschinen haben ausklappbare Seitenteile. Das 12″ (30,5 cm) Standardmaß für Scrapbookingpapier lässt sich so problemlos schneiden.

Große Papierschneidemaschinen für Scrapbooking und Kartenbasteln

Los geht es mit meinem absoluten Workhorse. Die tragbare Rollschneidemaschine von Fiskars* eignet sich für Papier und Cardstock, bis zu 2-3 Lagen. Damit schneide ich sogar problemlos Chipboard zu, das ist die Graupappe, die ich zum Beispiel für die Cover von Minibooks verwende. Diese Schneidemaschine habe ich seit mindestens 10 Jahren in Gebrauch. Circa ein- bis zweimal im Jahr wechsle ich das Rollmesser, dass man als Ersatzklinge* nachkaufen kann.  Es kommt darauf an, ob ich für Workshops sehr viel zuschneide. Für den privaten Gebrauch reicht sicher ein jährlicher Wechsel. Ich bin nach wie vor absolut zufrieden und würde diese Maschine als Allrounder uneingeschränkt empfehlen. Ausser für Fotos, aber dazu später mehr.

Meine Maschine ist noch aus einer Zeit, als es sie nur mit Inch-Einteilung aus den USA gab. Heute haben die meisten in Deutschland erhältlichen Schneidemaschinen Einteilungen in Zentimeter und Inch, wie das neuste Modell, das ich euch verlinkt habe.

Fiskars Rollenschneidemaschine

Die bekanntesten Papierschneidemaschinen sind sicher die klassischen mit der kleinen Schneideklinge, die ich bei meinen Gästen oft sehe. Leicht und gut zu transportieren. Nach meiner Erfahrung muss man die kleinen Klingen öfter austauschen, um glatte Kanten beim Zuschnitt zu gewährleisten. Ich habe die Fiskars SureCut Schneidemaschine * in mehreren Ausführungen in Gebrauch und nutze sie auch in meinen Workshops für Anfänger. Einfach und gut in der Handhabung, eine preiswerte Lösung.

Fiskars SureCut Papierschneider

Für meine Workshops schneide ich oft Papiere in großen Mengen zu. Deshalb arbeite ich seit langer Zeit mit dem „Kaltblüter“ unter den Schneidemaschinen, das Schwerlasttier sozusagen. Mein Fiskars ProCision * schneidet mühelos mehrschichtige Pappe, Sperrholz, Modellbauplatten, Kork und so weiter. Und eben 5 Lagen Cardstock oder Scrapbookingpapier auf einmal.

Durch die doppelte Führungsschiene schneidet er sehr präzise und die Klinge ist selbstschärfend, braucht also nie ausgetauscht zu werden. Wenigstens ein Vorteil bei dem Anschaffungspreis. Er lässt sich zusammenklappen, aber ich würde diesen Papierschneider nicht als mobil bezeichnen, er wiegt mindestens 2,5 Kilo und ist recht groß. Wenn ihr viel Platz auf dem Scraptisch habt und nicht oft zum Basteln ausser Haus geht, habt ihr mit dieser Anschaffung ein Superteil für viele viele Jahre.

Fiskars ProCision Multimaterial-Schneidemaschine,

Papierschneidemaschinen mit Funktion zum Falzen

Relativ neu in meinem Bestand sind Papierschneidemaschinen, die man gleichzeitig auch für das Falzen von Papieren verwenden kann. Mich nervte es einfach, jedes Mal zusätzlich das Falzboard rausholen zu müssen und Platz auf dem Tisch haben wir sowieso alle nie genug, oder?

Als Erstes habe ich das  We R Memory Keepers Trim and Scoreboard*gekauft. Sie schneidet gut. Mich nervte aber, dass man zum Falzen jedesmal extra die hellblaue Schneidefläche umdrehen und das Falzbein aus der Halterung unten herausnehmen muss. Benötigt man die Funktion Falzen nicht so häufig, ist das ok. Aber da ich für interaktive Minibooks in der letzten Zeit viel herumprobiert und getüftelt habe, muss es bei mir zack-zack gehen. Schneiden, falzen, schneiden, falzen.

We R Memory Keepers Trim and Score Board

Deshalb habe ich nach einer anderen Lösung gesucht und den Vaessen Creative Papierschneider * bestellt. Er ist etwas leichter und weniger kompakt als das Modell von WeR Memory Keepers und erfüllt seinen Zweck ganz gut. Wobei ich sagen muss, dass die Klingen nicht ganz so scharf sind. Und dass man höllisch aufpassen muss, die Klingen nicht zu verwechseln. Pink für Schneiden, schwarz für Falzen. Ich spreche aus leidvoller Erfahrung. Da sind wir wieder beim Thema eierlegende Wollmilchsau …

Aber die Maschine ist eine preisgünstige gute Alternative in dieser Kombinationslösung.

Vaessen Creative Papierschneider

Papierschneidemaschinen, die besonders für Fotos geeignet sind

Hebelmaschinen sind mir generell etwas unheimlich, seit ich mir vor vielen Jahren beim Kartenbasteln für den Weihnachtsbasar fast den Finger mit der großen Dahle Papierschneidemaschine des Kindergartens abgehackt hätte. Ich sage nur: Obacht!! Nach jedem Schnitt den Heben wieder runter, ich habe mir das sehr schnell angewöhnt.

Papierschneidemaschinen mit Hebel haben nämlich durchaus auch Vorzüge. In der Regel schneiden sie sehr fein und exakt und der Klingenwechsel entfällt. Ich verwende aktuell zwei Modelle von Tonic Studio.

Tim Holtz hat für Tonic drei verschiedene Größen einer Hebelschneidemaschine entwickelt. Die große für 12″ ist mir zu sperrig und ich bin gut versorgt mit den gezeigten Papierschneidern. Für Fotos und kleinere Zuschnitte verwende ich die folgenden beiden Modelle aber sehr gerne.

Das mittelgroße Modell hat die Besonderheit, dass man zum Beispiel selbst ausgedruckte Fotos mit weißem Rand perfekt und gleichmäßig zuschneiden kann. Legt man das Bild mit dem äusseren Rand des Fotos genau an die Anlegeschiene, schneidet der Hebel ein Stück weiter den Rand zu. Auch für Kartenbastler eignet sich dieser Guillotine Trimmer sehr gut, da er platzsparender ist, als die großen Modelle.

Tonic Hebelschneidemaschine Tim Holtz

Ausschliesslich für Fotos und wenn ich unterwegs bin, nutze ich den kleinen Bruder , der Papierformate bis 10x 15 cm schneidet. Diese Größe ist quasi die leichtere Weiterentwicklung des uralten blauen Modells von Creative Memories. Den sehe ich sehr vereinzelt noch bei Gästen meiner Workshops. Dann weiß ich, dass sie schon lange dabei sind!

Nach dieser kleinen Maschine haben mich schon so viele von euch gefragt, nachdem sie in meinen Istagram Strories öfter aufgetaucht ist. Das ist sie!

Hebelschneidemaschine für Fotos

Alternativ hatte ich für Fotos und Karten (speziell in der heißen Project Life Phase) noch diese mittelgroßen Hebelschneider von Fiskars . Leider ist der irgendwie irgendwo bei einem Crop oder Workshop verschwunden, aber damit war ich auch sehr zufrieden.

Und gibt es jetzt die perfekte Schneidemaschine für alles?

Das waren meinen Erfahrungen und Empfehlungen zum Thema Papierschneidemaschinen. Gutes Werkzeug macht sich in jedem Fall auch langfristig bezahlt und beschert nach meiner Erfahrung bessere Erfolgserlebnisse. Das ist wie mit dem Kleber, da wird auch oft am falschen Platz gespart. Aber das ist wieder ein anderes Thema ..

Selbstverständlich kann man auch mit Cutter und Lineal arbeiten. Ich bewundere immer sehr, wenn jemand diese Technik schnell und präzise beherrscht. Schneller und einfacher, besonders für Ungeübte oder Vielschneider ist allerdings eine Schneidemaschine und die Anschaffung lohnt sich in jedem Fall.

Ein ganz wichtiger Tipp noch: niemals Papier und Fotos mit der gleichen Klinge schneiden (ausser Hebelklingen). Die Rollmesser oder Dreiecksklingen werden sehr schnell stumpf, wenn ihr sie zum Schneiden von Fotos verwendet.

Deshalb empfehle ich eigentlich in der Regel zwei Maschinen. Auf jeden Fall den kleinen Hebelschneider für Fotos. Und dazu eine der vorgestellten Großen. Ob man jetzt eine Schneide-Falz- Kombination wählt, oder ein platzsparendes leichtes Modell, das auch gut zum Mitnehmen geeignet ist, kommt letztendlich auf eure Bedürfnisse an, und auf euren Geldbeutel.

Wenn ihr noch Fragen oder eigene Anregungen und Erfahrungen teilen möchtet, schreibt mir doch gerne in den Kommentaren, ich freue mich!

Und wenn eventuell sogar jemand die eierlegende Wollmilchsau zuhause hat, umso lieber!!

Alles Liebe

Barbara

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6 Comments

  • Reply Irmgard 17. September 2019 at 9:10

    Sehr interessant, deine Übersicht! Ich finde auch, dass es DIE Schneidemaschine nicht gibt – hängt einfach zu sehr davon ab, was man häufig schneidet. Und das ändert sich ja auch immer wieder mal. Deswegen warten auch bei mir diverse Modelle auf ihren Einsatz. Bei mir sind es vorwiegend 2 Modelle: ein alter Dahle-Rollenschneider, der bis ca. 31 cm viele Materialien klein kriegt und ein kleiner Hebelschneider bis 7 inch für Fotos und Kleinkram. An Fiskars stört mich der hohe Verschleiß an Schneidemessern – umso interessanter finde ich deinen großen Rollenschneider. Für soviel Präzision, verbunden mit der selbstschärfender Klinge finde ich den Preis auch noch angemessen – ist schließlich eine langfristige Investition. Und es macht einfach Spaß, mit gutem, verlässlichen Werkzeug zu arbeiten.
    Hätte noch eine unkonventionelle Ergänzung: in letzter Zeit mache ich gerne Tüten und brauche dafür großformatiges Papier. Ein sog. Geschenkpapier-Cutter leistet mir dabei gute Dienste. Ist zwar eine etwas wackelige Konstruktion, dafür schneidet er bis 70 cm. Hat leider auch eine Wechselklinge, die lässt sich aber auch rausnehmen. Dann kann man den Schlitz auch einfach als Führung für einen normalen Cutter verwenden.

    • Reply Barbara Haane 24. September 2019 at 18:23

      Das ist ja eine coole Idee mit dem Geschenkpapier-Schneider, danke, Irmgard! Das merke ich mir für den weihnachtlichen Verpackungsmarathon gleich mal vor!

      • Reply Irmgard 25. September 2019 at 10:28

        Ergänzung aus aktuellem Anlass: die Näherinnen werden mich zwar steinigen 😉 aber das Rollmesser von Fiskars ist – für mich – eine tolle Alternative zum Geschenkpapier-Cutter. Fand ich supergünstig auf dem letzten Flohmarkt, wo eine ganze Sammlung Nähzubehör aufgelöst wurde. Vorteile: eine langlebige(re) Rollklinge (Ø 45mm) statt der üblichen Miniklinge, der Schnitt kann beliebig verlängert werden – ist ja eigentlich für lange Stoffbahnen gedacht. „Nachteil“: man braucht eine große/lange Schneidematte als Unterlage – das Lineal hat immerhin mehr als 24 inch! Dafür ist diese Konstruktion um einiges robuster als der Geschenkpapiercutter. Und die Näh-Puristen legen sich einfach zwei Klingen zu: eine für Stoff und eine für Papier 🙂

  • Reply conny 18. September 2019 at 17:12

    Hallo Barbara,
    sehr ausführlich , aber jetzt ist das „Chaos“ noch etwas größer :))
    Meine Anmerkung für weitere Leser: abraten würde ich von dem Schneider von SU (ich habe das Teil aus 2014 ?, das Teil, für das es lange keine Ersatzklingen gab) das verfl.. Ding schneidet nicht gerade. Das sieht man sofort.
    Ich bin mir nicht sicher, sind das nicht Schneider von fiskars oder WRMK? Hat man dann nicht das gleiche Problem, wenn man von denen ein Teil kauft?

  • Reply HirschEngelchen 19. September 2019 at 21:58

    Hallöchen!
    Danke dir Liebe Barbara für den vielseitigen Überblick! Auch ich bin schon ewig auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau. Und ich habe auch schon den einen oder anderen Euro in den Sand gesetzt für Maschinen, die nix getaugt haben. Immer und schon viele Jahre in Gebrauch ist meine heißgeliebte Dahle 552, die einfach die besten, präzisesten und saubersten Schnitte macht. Ich habe diesen großen Rollenschneider, weil ich gerne großformatiges Papier verarbeite. Da geht nix drüber. Zusätzlich tut noch eine Dahle 562 als professioneller Hebelschneider seinen Dienst bei mir. Perfekte Klinge und kraftvoll bis 3mm Graupappe. Für die Alben und Boxen… 😉 Zu guter Letzt noch die Fiskars SureCut, die du auch hast. Die Dahle hat nämlich den Nachteil, daß sie für schmale Streifen unter 6cm keine Bemaßung mehr aufgedruckt hat. Dafür nutze ich die Fiskars. Auch zum Schneiden in Inch weil beide Maße aufgedruckt sind. ABER. Großes Aber: die Schnittqualität reicht selbst bei nagelneuen Messern bei weitem nicht an die Dahle heran! Daher nutze ich sie wirklich nur, wenn es nicht anders geht.
    Jedenfalls ein sehr interessanter Artikel von dir! Danke nochmal!
    Liebe Grüße vom HirschEngelchen
    Anka

    • Reply Barbara Haane 24. September 2019 at 18:22

      Danke, Anka! Dann werde ich mir doch nochmal die Maschinen von Dahle näher anschauen, da ich für meine Workshops wirklich exakte Schnitte sehr schätze!

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