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Gedanken zur Woche, Freitagstipps und # 839

29. August 2025

Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Freitagstipps, meinem Gedankensalat der Woche und dem Freitagsfüller!

Blätter überall. Gelbe und braune. Auf dem Boden, nicht mehr an den Bäumen. Gestern bemerkte ich das nach einem kurzen kräftigen Gewittersturm und ich verspürte ein Gefühl von “och ne, so früh schon? Es ist doch noch August.” Geht mir bloß weg mit Pumpkin Spice Latte und dem ganzen anderen Zeug, ich bin noch lange nicht bereit dafür.

Ich bekomme im Herbst immer dieses Abschiedsgefühl, weil eben das Leben, die Natur “endet” (pausiert). Und da gibt es auch schöne Tage, goldener Oktober und so. Aber dieses Jahr ist es mir viel zu früh, weil der Juli hier so verregnet war. Ich hatte gar kein richtiges Sommergefühl

Der Sommer macht sich dieses Jahr ziemlich früh vom Acker (und Ende September haben wir dann wieder 28 Grad) Die letzten Tage waren es morgens 8 Uhr grad mal 12 Grad, da kriegt man wirklich Herbstgefühle. Ich bekomme im Herbst immer dieses Abschiedsgefühl, weil eben das Leben, die Natur “endet” (pausiert). Und ja, da gibt es auch schöne Tage, goldener Oktober und so. Aber dieses Jahr ist es mir viel zu früh, weil der Juli hier so verregnet war. Ich hatte gar kein richtiges Sommergefühl.

Freitagstipps Astern

Ich mag wirklich alle Jahreszeiten, aber nur der Sommer hinterlässt so ein Gefühl von Verlust wenn er geht. Mich macht dieser Umbruch jedes Jahr irgendwie traurig. Ich hangele mich bis November von Sonnenstrahl zu Sonnenstrahl, lebe erst wieder ab April auf und bin im Sommer dann wieder glücklich.

Gestern habe ich bereits meine Bürgerpflichten erledigt, wir haben im September Kommunalwahlen hier in NRW. Aber wer hat bitte diese Briefwahlunterlagen verzapft? Hat man da im Keller der Bundesdruckerei noch ein paar Kilo farbiges Kopierpapier gefunden, das weg musste? Grün, blau, lila, braun, rosa, alle Farben sind dabei. Oder hält man den Bürger inzwischen für so blöd, dass er die drei unterschiedlichen Wahlen (Stadtrat, Bürgermeister, Kreistag) sonst nicht unterscheiden kann?

Ansonsten hatte ich eine relativ ruhige Woche. Am Mittwoch habe ich meiner Tante einen Geburtstagswunsch erfüllt. Verbunden mit einem Tagesausflug und 350 km hin und her Fahrerei. Sie wurde an diesem Tag 89 Jahre alt. Vor 10 Jahren lernte sie zufällig im Urlaub in Bad Hönningen (was für ein trostloses Kaff ist das bitte inzwischen?) eine Nonne in einer der örtlichen Kirchen kennen. Sie besucht nämlich auch im Urlaub regelmäßig Sonntags den Gottesdienst. Die beiden kamen ins Gespräch über Sternzeichen und stellten dann zu ihrer Überraschung fest, dass sie beide am gleichen Tag im gleichen Jahr geboren sind. Was für ein Zufall, dass man so einem Menschen begegnet! Seitdem pflegen die beiden eine telefonische Freundschaft.

Und so kam es, dass die beiden 10 Jahre später im Kloster der Franziskanerinnen von Waldbreitbach zusammen ihren Geburtstag feierten. Schwester Edeltrud hat uns ein wenig vom Kloster und den wunderschönen Anlagen gezeigt und uns dort zum Mittagessen eingeladen. Ich war nach zwei Stunden Gespräch und gemeinsamer Zeit ziemlich ehrfurchtsvoll beeindruckt von dieser Persönlichkeit und den kleinen Einblicken in ein sehr bewegtes und erfülltes Leben. Immer im Dienst für Andere. Und trotzdem voller Humor und gesundem Menschenverstand. Als sie sagte, dass alle im Kloster alt wären und ich fragte, ob kein Nachwuchs an jüngeren Ordensfrauen in Sicht sei, sagte sie ganz realistisch: unsere Zeit ist vorbei. Man mag Religion und Kirche kritisch gegenüber stehen, das tue ich generell auch.

Aber.

Ordensschwestern haben in vielen Fällen die Grundlage für die Gesundheitsversorgung oder Bildung in ihrer Region gelegt haben, oft ehrenamtlich und unter schwierigen Bedingungen. Historisch gesehen waren sie oft die ersten Anbieter von medizinischer Versorgung und Bildung, insbesondere dort, wo staatliche Strukturen fehlten. So wie Margaretha Flesch, die Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Durch bemerkenswertes Engagement haben sie sie Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeheime aufgebaut und betrieben. Viele dieser Einrichtungen sind noch heute in Betrieb und ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Mir war das so explizit nicht bewusst, obwohl ich selbst auf einer Klosterschule war. Aber als Teenie interessierte mich das nicht besonders und was da in meiner Vorstellung hinter den Klostertüren vorging fand ich damals eher mysteriös und geheimnisvoll im negativen Sinn.
Freitagstipps Kloster Waldbreitbach

Was mir jetzt aber im Gespräch mit Schwester Edeltrud auffiel: ihr Glaube an das Gute und den Wert jedes Menschen ist unerschütterlich. Bewundernswert. Denn mir fiel direkt auf: Misogynie gibt es leider auch oder erst recht in der Kirche und Religion. Darüber könnte ich mich schon wieder aufregen. Die Nonnen können ja noch nichtmal ihren eigenen Gottesdienst abhalten, dazu brauchen sie einen Mann. Einen Rektor, den hat jedes Kloster. Als ich in der oben verlinkten Biografie der Ordensgründerin las, dass der damalige Rektor des Klosters ihr Ansehen systematisch zerstören wollte, kam bei mir direkt die Feministin raus. Männer und Macht, seit Jahrhunderten das gleiche Spiel.

Jedenfalls war der Tag in vieler Hinsicht schön und interessant. Und hat mich wieder mal zum Nachdenken und über den Tellerrand schauen angeregt.

Und sonst so?

In seinem vielzitierten Interview mit der taz erinnert Robert Habeck daran, dass Union und SPD jetzt genau das umsetzen, wofür er verhöhnt wurde. Dieses Beispiel bringt die Krise unserer Demokratie auf den Punkt: Es geht nicht mehr um Worte. Nicht mehr um Fakten. Nicht mehr um reales Handeln. Es geht nur noch um Projektionen und Feindbilder.

Was ein Vertreter der Grünen vorschlägt, wird von der Union in der Luft zerrissen – selbst dann, wenn sie seine Idee später umsetzen werden. Die empörten Reaktionen auf Habecks klare Worte zeigen vor allem eins: Das ist exakt das Playbook des Trumpismus: Erlaube dir selbst jede Entgleisung, dehne also das Gummiband immer weiter, aber inszeniere einen Aufschrei, wenn dein Gegner auch nur daran zupft.

Der eine Politiker lehrt zukünftig in Berkeley und forscht in Kopenhagen. Der andere lässt sich als Döner-Marke eintragen.

Mehr muss man zum politischen Zirkus in Deutschland nicht wissen.

Ich habe es ehrlich gesagt erst für einen Scherz gehalten. Aber nein. Der “fetischhafte Wurstfresser” (hahaha, ich liebe das) Markus Söder hat jetzt offiziell seine eigene Dönermarke namens Söder Kebab. Sowohl die Wortkombination als auch ein gezeichnetes Bild von Söder als Kebabmann sind beim Patent- und Markenamt eingetragen und damitrechtlich geschützt. Seitdem die Marke nun offiziell eingetragen ist, bietet die CSU im eigenen Shop auch Merchandise mit dem Kebab Magus an. T-Shirts kosten 19,99. Pullover sind für 35,99 zu haben. Wer bitte kauft das? Und was ist das für eine kulturelle Aneignung? Wenn es wenigstens Würste gewesen wären, aber ausgerechnet Döner? Nun ja.

Die anderen Horrormeldungen der Nachrichten – besonders aus den USA –  blende ich aus, ich scroll da nur noch drüber, es wird manchmal zuviel.

Und ich habe ein ruhiges Wochenende vor mir. Das Wetter soll mies sein, also werde ich mich weitestgehend am Basteltisch aufhalten und vielleicht eine Duftkerze anmachen. Und ich fange an, die Workshop Kits für den Crop Am Rhein 2025 zu packen, die sind sehr umfangreich und das dauert. Noch könnt ihr euch anmelden, es sind noch ein paar wenige Plätze verfügbar!

Good News!

Die Lebensmittelhersteller in der Schweiz haben sich verpflichtet, den Zuckergehalt in ihren Produkten weiter zu senken. So lecker Schweizer Schokolade und Co. auch sind, weniger Zucker tut uns allen gut.

Ich war vor einigen Wochen wieder zum Hautkrebsscreening, zum Glück ohne schlechte Ergebnisse. Die Rückfallquote bei schwarzem Hautkrebs ist hoch. Eine neue mRNA-Impfungkönnte das ändern. Zwar ist die Zulassungsstudie noch nicht abgeschlossen, doch eine Vorläuferstudie zeigt, dass die Impfung das Rückfallrisiko um 50 Prozent senken kann. Bereits 2026 könnte die Impfung gegen schwarzen Hautkrebs zugelassen werden.

Die Dän*innen sollen wieder mehr lesen, deshalb plant die Regierung die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Bücher. Das finde ich richtig gut und wurde vielleicht hierzulande auch Sinn machen.

 

Freitagstipps

 

1. Nach welchen Kriterien ____________.

2.  ___________ und ich habe __________ .

3.  In meinem Bett ____________.

4.  _________ wieder mal richtig gelohnt.

5.  Sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren ___________ .

6.   _________ Restaurant _________.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !

Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

Meine Freitagstipps für euch

Freitagstipps zum Gucken

Ich habe am letzten Wochenende die dreiteilige Doku “Hey Beautiful – Anatomy of a Romance Scam” auf Disney+ gesehen und war fasziniert und auch schockiert. Es geht um Identitätsdiebstahl und love scamming. Erschreckend: in 2024 sollen allein in der Schweiz 50 Millionen Franken(!!) mit LoveScamming erschwindelt worden sein. Scamming an sich ist eine gigantische Gefahr und niemand ist davor sicher. Und Identitätsdiebstahl (ich will jetzt nicht zuviel spoilern) kann Existenzen zerstören. Guckt es euch an!

Ansonsten ist mein Programm zurzeit Mittwochs die neue Folge von TSITP und danach eine Stunde auf Tiktok feststellen, wie viele sonst noch mitfiebern. Donnerstags “Princess Charming” (was für eine blöde Staffel bis jetzt im Vergleich zu 2024) und Freitags Outlander – Blood of my blood”. Fast wie früher, wo man sich jede Woche auf Dallas, Denver Clan und dieses Zeug gefreut hat.

Auf Netflix konnte ich nicht an “Hostage” vorbei. Sehr spannend, nichtsdestotrotz eine an den Haaren herbeigezogene Story mit zahlreichen Überlegungslücken. Nachdenken über die Geschichte darf man nicht. Ich hatte so was wie “Diplomatische Beziehungen” oder “Madame Secretary” erwartet, aber das ist es nicht. Kann man gucken, wenn man nebenbei am Handy ist. Letzteres ist immer mein Indikator für “geht so”.

Freitagstipps zum Lesen

Man lernt ja nie aus, ich habe da jedenfalls noch nie genau hingesehen. Dosentomaten aus Italien? Es ist oft nicht drin, was draufsteht. Viele Tomaten stammen nämlich aus China.

Ich bin immer wieder erstaunt wenn ich mitbekomme, wieviel Geld sich mit You Tube verdienen lässt, es sind zum Teil atemberaubende Summen. Youtuber kassieren Millionen ein. Ihre Mitarbeiter leben oft unter prekären Bedingungen und werden mit Almosen abgespeist. Jetzt gibt es ein Cutter Gate. Richtig so, diese Ausbeutung darf nicht sein.

Früher war es nach meiner Wahrnehmung normal, dass die meisten Menschen ein klassisches Hobby hatten. Heute wird das eher als spießig angesehen, oder man bekommt zu hören: “Für Hobbys habe ich keine Zeit”. Ist es eigentlich normal, keine Hobbies zu haben?

Freitagstipps zum Hören

Gehört habe ich außer diversen Nachrichten Podcasts mein neues Hörbuch. Ich brauchte mal etwas ruhiges, geschichtliches zum Abschalten vom aktuellen Horror. Da mag ich solche Mehrteiler, in die man länger eintauchen kann. Den ersten Band Schatten der Welt hatte* ich bereits vor einiger Zeit gehört. Er handelt von der Jugend der drei Hauptfiguren in Ostpreussen vor dem ersten Weltkrieg.  Revolution der Träume* ist der zweite von drei Romanen der “Wege der Zeit” Reihe von Andreas Izqierdo.  Berlin, Ende 1918: Die drei Freunde Carl, Isi und Artur haben sich bis in die Hauptstadt durchgeschlagen. Der Kaiser ist gestürzt, der Krieg ist vorbei und Träume von Freiheit liegen in der Luft. Für mich ist das Buch bis jetzt eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Unterhaltung. Die handelnden Personen wachsen einem regelrecht ans Herz, vor dem spannenden historischen Hintergrund. Man fühlt und leidet mit, in den Höhe und Tiefen der Geschichte.

Das waren meine Freitagstipps und Gedanken für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei.Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

Ich wünsche euch ein erholsames und nicht zu verregnetes Wochenende!

Alles Liebe

Barbara

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