Der Fake Frühling ist vorbei, der Winter hat nur um die Ecke gelauert und feiert ein hoffentlich kurzes Comeback. Meine Winterjacken hatte ich bereits weggepackt, aber jetzt musste heute tatsächlich doch noch eine mit nach London. Da ich immer nur mit Handgepäck zu meiner Tochter fliege nervt es, die dicken Sachen immer so reinquetschen zu müssen.
Aber es gibt Schlimmeres, Hauptsache es regnet nicht. Ich freue mich auf’s Wochenende, denn wir haben einiges geplant. Und ich lerne den neuen Mitbewohner im Haus meiner Tochter und Schwiegertochter kennen. Er ist sieben Monate alt und letzte Woche eingezogen.

Ansonsten war ich in der vergangenen Woche sehr kreativ und habe meinen Bastelbereich wie ein Schlachtfeld hinterlassen, als ich heute morgen um 5 in Richtung Airport gefahren bin.
Manchmal könnte verliere ich die Zeit aus dem Blick, wenn eine Idee nach der anderen in meinem Hirn aufploppt und uups, auf einmal ist es zwei Uhr Nachts und ich denke es ist so 11. Aufräumen wird überbewertet. In einem Single Haushalt sowieso. Meine neusten kreativen Erfahrungen und Spielereien habe ich natürlich auch bereits hier auf dem Blog festgehalten.
Gestern hatte ich noch eine ganztägige Veranstaltung unseres Landesverbandes. Eins der Themen war ein Vortrag von Dr. Volker Busch zum Thema: Verlieren Sie ihr Lachen nicht. Sehr aufschlussreich. Seinen Podcast werde ich mir in den nächsten Tagen mal anhören und berichten.
Was noch? Ich habe endlich mal wieder Madeleines gebacken und mich gefragt, warum ich die leichten fluffigen Teilchen nicht öfter backe. Es ist wirklich so einfach und sie schmecken auch nach zwei Tagen noch köstlich. Rückblickend würde ich dem Rezept von Zucker, Zimt & Liebe noch einen winzigen Hauch Zitronenschale zufügen. Das probiere ich nächste Woche mal, wenn ich welche für Ostern backe. Ich verwende seit Jahren diese Madeleines Backformen*. Mit den zwei Formen geht’s schnell, in meinem Ofen beträgt die Backzeit nur 10 Minuten.

Wenn ihr mir in meiner Zeit in London ein wenig folgen möchtet, könnt ihr das wie immer gerne in meinen Instastories. Endlich wieder Reise Content, yeah!
Und sonst so?
Das Schlimme ist, ich bin nur noch sehr kurz geschockt und fassungslos und denk mir einfach jedes Mal: ok, es geht noch schlimmer und es kommt bald um die Ecke.
Der Fall Collien Fernandes schockiert zuerst – und dann macht er wütend. Richtig wütend. Was musste diese Frau durchleiden? Wie mag es für sie gewesen sein, erst herauszufinden, dass man auf diese Weise Opfer sexualisierter Gewalt wurde? Und dann noch – als sei es nicht schlimm genug – mutmaßlich vom eigenen Partner? Unvorstellbar. Es ist stark, wie Collien Fernandes damit umgeht. Dass sie die erlebte Gewalt nicht verschweigt, ihre Geschichte nicht vor Scham versteckt, sondern sie nutzt, um auf Gesetzeslücken hinzuweisen.
Denn es kann nicht sein, dass Sexualstraftäter im digitalen Raum – noch – weitgehend straffrei davon kommen. Collien Fernandes will kein Opfer sein. Sie will Veränderung. Was Tausende Frauen jeden Tag u.a durch “Deepfakes” erleiden müssen, ist unerträglich und geht so nicht weiter.
Und dieses Gelaber von der “Unschuldsvermutung”, das manche aufgeschnappt, aber nie verstanden haben, nervt übrigens auch. Natürlich gibt es in einem Rechtsstaat vor Gericht die Unschuldsvermutung. Wenn eine Frau aber von diesem Leid berichtet, was heißt das: Schweigen? Ignorieren? So tun, als sei nichts passiert? Eine solche Haltung ist der Grund, warum viele Opfer lieber schweigen. Wer unseren Posting liest (aufmerksam) versteht, worum es geht: Respekt vor ihrem Mut und Aufmerksamkeit für ein Problem, das dringend geklärt werden muss.
Das Problem ist nicht, dass es Falschbeschuldigungen gibt, sondern die Gewichtung in der öffentlichen Debatte. Wenn be jedem Fall, der öffentlich wird, als Erstes die Glaubwürdigkeit der Frau verhandelt wird anstatt die Schwere der Vorwürfe, dann stimmt das Verhältnis nicht. Der Ruf nach der „Unschuldsvermutung” schützt die zwei bis acht Prozent möglicherweise falsch Beschuldigten auf Kosten der über neunzig Prozent Opfer, die die Wahrheit sagen und trotzdem kein Gehör finden.
Warum??? Ich verstehe es einfach nicht! Warum erniedrigen Männer Frauen? Ich kann es mir nur mit echten Selbstwertproblemen und mangelnder Bereitschaft zur Selbstreflektion und Selbstarbeit erklären.
Wir haben ein (weltweites) Männerproblem, doch gefühlt nehmen diese Tatsache vor allem – ja – die Männer nicht ernst. Es wird relativiert, es wird geschwiegen, es wird häufig die Schuld bei den Opfern gesucht, es wird gesagt, die Medien übertreiben. Das Problem in den meisten Fallen: Männer, die Macht über Frauen beanspruchen und auch durchsetzen wollen.
Unser Problem sind weder die Waffen, noch das Internet, noch die Kl, noch dunkle Straßen, sondern die Strukturen, die Männern all das ermöglichen. Die sie davonkommen lassen, immer wieder aufs Neue.
„Niemand ist gegenüber Frauen arroganter, aggressiver oder abweisender als ein Mann, der um seine Männlichkeit bangt.”
*Simone de Beauvoir* Schriftstellerin und Philosophin
Und einen Tag, nachdem Collien Fernandes die Auswüchse des Patriachats in Form von Deepfake-Pornos und Frauenunterdrückung anprangert, wählen in Rheinland-Pfalz 50% der Menschen Parteien (CDU und AFD), die das Patriarchat zementieren möchte. Warum Bildung eines der Wahlkampfthemen in Rheinland-Pfalz war, erkennen wir daran: Bei den 18- bis 24-Jährigen bekommt die AFD die meisten Stimmen. Wie sehr kann man einem politischen System „fu… you” sagen? Die AfD ist die Partei der notorisch Unzufriedenen – und davon gibt es ganz offensichtlich immer mehr.
Den Rest der Nachrichten habe ich soweit es ging, ausgeblendet.
Weil ich allerdings aufgrund der Ereignisse rund um den Krieg im Iran ein wenig mehr über das Land und die Geschichte wissen wollte, suchte ich nach Berichten oder Dokumentationen in Mediatheken, mehr dazu unten bei den Freitagstipps.
Dabei wurde mir bewusst, dass ich zwar in meiner Jugend einiges der Geschichte mitbekommen habe, aber als Teenie hatte man damals andere Prioritäten als Nachrichten. Die, wenn überhaupt, nur einmal am Tag in der Tagesschau zu sehen waren.
Zur Erinnerung: 1967 stand ein Besuch des damaligen Schahs und Farah Diba (die man überwiegend aus der Klatschpresse kannte) in der Bundesrepublik Deutschland an. Vor diesem Staatsbesuch hatte die Journalistin und spätere Terroristin Ulrike Meinhof in einem offenen Brief an Farah Diba auf das Elend in Iran aufmerksam gemacht. Mit diesem Schreiben reagierte Meinhof auf einen Artikel in der Zeitschrift Neue Revue, in dem Farah Pahlavi ihr Land von einer schöneren Seite gezeichnet hatte. 22 Bei Demonstrationen im Verlaufe des Staatsbesuchs kam es am 2. Juni 1967 zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Demonstranten, iranischen Sicherheitskräften und deutscher Polizei in West-Berlin, bei denen der Student Benno Ohnesorg von dem Polizisten und Stasi-Agenten Karl-Heinz Kurras erschossen wurde.
Der Beginn des RAF Terrorismus in Deutschland. Ich hatte diesen Zusammenhang nicht mehr so auf dem Schirm.

Good News!
Man muss Paris einfach lieben. Der frisch gewählte grüne Bürgermeister Emmanuel Grégoire fuhr nach seinem Wahlsieg mit seiner Entourage mit dem Fahrrad zum Rathaus, um dort jetzt 6 Jahre lang Paris weiter in eine Fahrradstadt zu verwandeln. Und die Wahl des ersten grünen Oberbürgermeisters in München! Söder kommt wahrscheinlich aus dem Brechreiz garnicht mehr raus. Wie Dominik Krause seinen Lebenspartner nach der Bekanntgabe der Ergebnisse auf der Bühne vor laufenden Kameras küsste, war herzallerliebst. Die widerlichen homophoben Kommentare unter den entsprechenden Social Media Posts sind zwar furchtbar, aber der Wählerwille zeigt, dass wir hoffentlich in die richtige Richtung gehen.
Gerade sprechen wir zu Recht über digitale Gewalt. Während Gesetze auf den Weg gebracht werden müssen, ist Ermittler*innen aus Österreich und Bayern ein Coup gelungen: Dank jahrelanger Recherche und einer Software konnten sie 373.000 Missbrauchs- und Betrugsseiten offline nehmen.

1. Keine Ahnung warum __________ .
2. _______ ist mein Lieblingsort im Haus.
3. Es ist nur _______.
4. _______ ist mein absoluter Lieblingsort auf der ganzen Welt.
5. Ich frag mal _____________ .
6. ________ checken.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !
Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Meine Freitagstipps für euch
Freitagstipps zum Gucken
Nach langer Zeit habe ich mal wieder einen Tatort geschaut. Denn gleich der erste Fall des neuen Frankfurter Tatort-Teams hatte einen Grimmepreis abgeräumt, also war ich neugierig. Die Folge “Fackel” vom vergangenen Sonntag war herausragend, tiefgründig, behutsam, gewaltig. Melika Foroutan als beeindruckend analytische Ermittlerin, mit messerscharfem Blick fürs Detail und Edin Hasanovic mit großem Gerechtigkeitssinn und ganz viel Emotion sind ein so harmonisches Team dem man zutraut, langst vergessene, aber ungeklärte Falle zu lösen. Das ist Schauspielkunst auf allerhöchstem Niveau!
Wie oben erwähnt habe ich Filme über die Geschichte des Iran gesucht. Geschaut habe ich letztendlich in der ARTE Mediathek “Der Schah und der Ayatollah”. Irgendwie ist es trotzdem unbegreiflich, erst recht wenn man sieht, wie modern und westlich der Iran in den 60ern bereits war, wie sich alles entwickelt hat. Korruption, Machtgier, erst die Briten und dann die Amerikaner. Der Jubel der Bevölkerung bei der Abdankung des Schah ist aus heutiger Sicht verstörend. Weil die Bevölkerung, die Khomeini damals bejubelte, wahrscheinlich massiv unterschätzt hat, welcher Horror in den nächsten Jahrzehnten auf sie zukommen würde.
Passend zum Thema Iran und extrem spannend ist auch der Klassiker “Argo” Ben Affleck verfilmte die wahre Geschichte der Flucht der Diplomaten aus der US Botschaft in Teheran nach dem Umsturz 1979. Gibt’s gerade für kleines Geld auf Amazon Prime. Schon durch habe ich die politisch anspruchsvollen Thriller Serie “Teheran” auf Apple TV, sie behandelt die tief verwurzelte Feindschaft zwischen dem Iran und Israel.
Kennt ihr so Filme oder Serien, die wie ein Unfall sind? Man muss einfach hinschauen bzw weiter schauen, obwohl man oft denkt WTF? So ging es mir bei „Tell Me Lies”. Ich hatte die drei Staffeln nebenbei beim Basteln laufen, die erste Staffel hatte ich bereits früher gesehen, schon wieder vergessen. Eine Mischung aus Spannung, Drama und komplexen Charakteren. Die Handlung folgt der extrem toxischen und komplizierten Beziehung eines jungen Paares am College. Seit dem 13. Januar 2026 kann man die dritte Staffel auf Disney+ streamen.
Freitagstipps zum Lesen
In Japan kann man in Kliniken einen umfassenden präventiven Gesundheitscheck durchführen, der nur vier Stunden dauert. Interessanter Selbstversuch einer deutschen Ärztin. Bei uns undenkbar. Warum eigentlich?
Elom Musk. Er ist etwas aus der Öffentlichkeit verschwunden. Während manche seiner früheren Bewunderer Musk mittlerweile für “verrückt” halten, kommt Historiker Quinn Slobodian zu einem anderen Ergebnis: Hinter Musks Verhalten steckt Kalkül, das brandgefährlich ist.
Spannend und gruselig zugleich, und absolut real: die Gefahr, wenn sich Schwärme künstlich-intelligenter Agenten einmischen. Die technische Möglichkeit dazu besteht bereits. Wir leben in einem Science-Fiction oder James Bond Film, kommt euch das auch manchmal so vor?
Freitagstipps zum Hören
Alex Cooper hatte in ihrem Podcast “Call her Daddy” Kerry Washington zu Gast. Sie erzählt sehr unterhaltsam vom Dreh einer meiner absoluten Lieblingsserien Scandal und ruft Fitz live im Podcast an. Wir brauchen mehr Olivia Popes. Und Präsidenten wie Fitz. Ich glaube ich muss das bald mal wieder gucken.
Gehört habe ich – auch auf Grund der gefühlt immer weiter ansteigenden toxischen Männlichkeit – die erste Folge des vierteiligen Recherche Podcasts “Prügel für’s Karma”. Es geht um Abgründe der Coaching Szene. Ein österreichischer Online-Coach inszeniert sich als Heilsbringer, während er gefährliche Ideologien verbreitet: Gewalt gegen Frauen stilisiert er zur Therapie, seine Anhängerschaft wächst. Ein Jahr lang haben die Reporterinnen Nina Eichenmüller und Nina Kammleiter zu der gewaltbereiten Sekte recherchiert und mit Aussteigern, ehemaligen Mitarbeitenden und Familienangehörigen gesprochen. In vier Folgen erzählen sie deren Geschichten. Auch wenn es von außen oft unverständlich erscheint, dass Menschen so etwas mitmachen, hat die Art solcher Manipulatoren eine solche Macht und Anziehung, dass der normale Verstand aussetzt. Genau dafür braucht es solche Sendungen & Podcasts.
Das waren meine Freitagstipps und Geschichten für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, wenn ihr bis hierher gelesen habt. In dieser Zeit, in der wir es gewohnt sind, Informationen im Sekundentakt aufzunehmen, weiß ich das besonders zu schätzen. Danke dafür.
Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Ich wünsche euch ein entspanntes und feines Wochenende!
Alles Liebe



2 Comments
Guten Morgen
und einen schönen Start ins Wochenende
Liebe Grüße
illy
Guten Morgen und eine schöne Zeit in London 🙂
Das ist ein feines Katzentier!
LG Mascha
https://maschas-buch.blogspot.com/2026/03/freitagsfuller_27.html