Es wird mal wieder Zeit für einige neue London Tipps! London gehört zu den faszinierendsten Städten der Welt, für uns ist sie sogar die faszinierendste.
Wenn ich bei meiner Familie in London bin, bewege ich mich naturgemäß oft etwas abseits der Touristenpfade. Besonders in der Woche vor Ostern ist mir aufgefallen, wie es sich besonders zu Ferienzeiten an manchen Orten knubbelt und ich bin froh, wenn ich das irgendwie umgehen oder vermeiden kann. Orte wie Camden oder Notting Hill meide ich inzwischen wirklich, weil ich sie total überbewertet und over hyped finde. Genau wie die von den Menschenmengen genervten Bewohner, die in diesen durch Influencer und Touristen geplagten Gegenden wohnen. Durch meine Kinder lerne ich natürlich auch Ecken und versteckte Schönheiten von London kennen, die man als Tourist nicht kennt oder leicht übersieht.

London Tipps: die besten Aussichten von oben
Horizon 22
Die neuste und höchste kostenlose Aussichtsplattform in London ist das Horizon 22. Horizon 22 befindet sich in 254 Metern Höhe und liegt im 58. Stockwerk des Wolkenkratzers 22 Bishopsgate. Die Plattform bietet einen spektakulären 300-Grad-Blick, der sogar höher liegt als die Aussichtsplattform des bekannten Gebäudes “The Shard”.
Der einstündige Besuch ist kostenlos, das finde ich bei den Preisen in London besonders reizvoll. Wir waren kurz nach der Eröffnung 2022 schon mal oben und standen komplett in den Wolken. Nichts gesehen außer Wolken. Deswegen habe ich mich gefreut, als meine Tochter jetzt in der Woche vor Ostern Karten erwischt hatte und das Wetter gut war. Ja, Horizon 22 ist kostenlos, aber man benötigt trotzdem Tickets. Die werden jeweils für 14 Tage vorher auf der Website des Horizon 22 freigeschaltet und man kann eine Uhrzeit buchen. Schnell sollte man dabei auch sein, denn die Tickets sind meist schnell weg. Das Ausblick aus den riesigen bodentiefen Fenstern ist wirklich grandios!




Sky Garden
Der Sky Garden in London, gelegen im 35. bis 37. Stockwerk des als „Walkie Talkie“ bekannten Hochhauses (20 Fenchurch Street), befindet sich auf einer Höhe von ca. 160 Metern. Der Besuch des Sky Garden ist ebenfalls kostenlos. Ihr benötigt genau wie bei Horizon 22 einen vorher online gebuchten Time Slot, also eine Uhrzeit. Auch hier sind die Tickets immer schnell weg, also schaut 14 Tage vor eurem Aufenthalt in London auf die Website des Sky Garden.

Dort oben wandelt man in einer Art urbanem Dschungel oder Gewächshaus. Es gibt auch ein Cafe und Restaurant oben. Wenn ihr aber flexibel seid, gibt es vor Ort auch täglich Resttickets, mit denen man manchmal spontan auf die Aussichtsplattform kommt.
The Garden at 120
Sehr schön, wenn auch nicht ganz so hoch, ist The Garden at 120. Dort waren wir spontan vor ein paar Monaten, mehr dazu könnt ihr in meinem vorigen Blogbeitrag mit London Tipps lesen.




The Shard
The Shard (dt. Scherbe) ist ein pyramidenförmiger Wolkenkratzer in Londons Stadtteil Southwark, oberhalb der U-Bahn Station London Bridge, gilt als eins der Wahrzeichen der Stadt und ist zudem das höchste Gebäude Westeuropas. Mit seinen knapp 310 Metern türmt der Wolkenkratzer über London.

The View from The Shard wird die Aussichtsplattform des Gebäudes genannt. The View from The Shard besteht im Wesentlichen aus zwei Aussichtsplattformen, von denen man ganz London sehen kann. Eine im gesamtem 69. Stock und eine halboffene Terrasse im 72. Stock.
Ganz oben zur Aussichtsplattform kommt ihr sehr schnell. Dafür sorgen die 44 Aufzüge, die sich im Gebäude befinden und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6 Metern die Sekunde nach oben rasen. Die Aussicht ist gigantisch, da werden einem die gigantischen Ausmaße dieser Metropole wirklich bewusst. Allerdings kostet der Spaß inzwischen so einiges, momentan bewegt sich der Preis um die 30 GBP. Wenn man überhaupt so viel Geld für diese Attraktion ausgibt, sollte man eine Zeit zum Sonnenuntergang buchen, das ist ein klein wenig NYC Top of The Rock Feeling.

Panorama Lift 109 in der Battersea Power Station
Ein ganz besonderes Erlebnis ist auch die Fahrt nach oben im Aufzug des 109 Meter hohen Schornsteins der iconischen Battersea Power Station. Mehr Infos, Bilder und Tipps dazu findet ihr im entsprechenden Blogbeitrag.

Dann gibt es natürlich auch noch das London Eye, die Touristenattraktion und eins der Wahrzeichen von London. Meine Meining dazu: überbewertet, teuer und es dauert ewig. Ich habe darauf tatsächlich bisher verzichtet und das wird auch so bleiben.
Tipp: Public Transport London
Ich bekomme immer wieder Fragen zu diesem Thema, das verstehe ich gut. Aber das System der öffentlichen Verkehrs ist in London extrem gut ausgebaut und es ist wirklich einfach, sich darin zurechtzufinden.

Unterwegs nutze ich grundsätzlich Google Maps, da ich damit super zurecht komme. Einfach eingeben, wohin ihr fahren oder gehen wollt, Verkehrsmittel auswählen und auf Start klicken. Bei der Wahl öffentlicher Verkehrsmittel bekommt ihr genau angezeigt, wieviele Haltestellen, wo und wann umsteigen usw. Und den Preis, den diese Fahrt kostet. Da schaue ich eher selten drauf, da der Fahrpreis ja sowieso automatisch von meiner Oyster Card abgeht.
Die Londoner Oyster Card ist eine elektronische Karte und funktioniert im Prinzip wie eine Prepaid-Karte für den öffentlichen Verkehr. Ihr scannt beim Betreten und Verlassen des Verkehrsmittels die Karte ein, sie berechnet automatisch den richtigen Tarif und zieht den Betrag von eurem Guthaben ab.

Bei jedem tap in und tap out wird automatisch an der Schranke, durch die ihr gerade durchgeht, das verbliebene Guthaben auf der Oyster Card angezeigt. Ich lade meine zur Sicherheit immer auf, wenn es unter 5 GBP (britische Pfund) geht. Aufladen könnt ihr die Karten an jedem Oyster Automaten, die sich in fast jeder U-Bahn Station vor dem Bereich der Schranken befinden.
Dazu noch einige Hinweise, die euch vielleicht noch nicht bekannt waren. Ergänzend zu sehr ausführlichen London Tipps zum Thema “wie komme ich nach London und hin und her durch die Stadt”.
Meine bevorzugten Transportmittel sind meine Füße (man kann vieles wirklich gut zu Fuß machen) oder die Tube (U-Bahn).

In den U-Bahn Stationen gibt es Barrieren bzw Schranken, an denen man die Tickets bzw die Oyster Card oder Kreditkarte oder Apple Watch vorhalten muss (tap in & out). Und vorne beim Fahrer im Bus. In den Bussen gibt es allerdings kein tap out, sondern ihr könnt nach eurer Fahrt einfach aussteigen.
Egal wofür ihr euch entscheidet, ich empfehle euch auf Einzeltickets zu verzichten. Das könnte tatsächlich recht teuer werden.Bei allen Methoden außer den Papiertickets gibt es nämlich eine Daily Cap, einen täglichen Höchstbetrag, der abgezogen wird. Zone 1-2 (reicht für die meisten Touristen vollkommen aus) täglich max 8,90 GBP. (GBP = Britische Pfund)

Auf der Themse fahren Boote, die ebenfalls mit den Tickets für Tube und die roten Busse, also auch mit der Oyster Card, genutzt werden können. Mit diesen Uber Booten könnt ihr sehr gut zum Beispiel von Bank oder Westminster aus zur Battersea Power Station fahren und habt noch kostenloses Sightseeing dazu.
Noch meine persönliche Meinung zum Thema Bargeld: ich habe den deutschen Bargeldfetischismus noch nie verstanden. Ohne Kreditkarte zur Sicherheit kann man ja inzwischen sowieso nicht mehr reisen. Meine Tochter hat, seit sie in London lebt, kein Bargeld mehr in der Hand gehabt. So siehts aus. Karten, Handy oder die Apple Watch zum Bezahlen.

Am günstigsten ist natürlich eine Kreditkarte, bei der ihr keine Extra-Gebühren für jeden einzelnen Einsatz im Ausland zahlt. Die habe ich leider nicht, deswegen nutze ich meine Karte auch nicht zum U-Bahn fahren. Falls ihr doch inbedingt Bargeld dabei haben möchtet, könnt ihr das einfach an jedem ATM Automaten mit eurer EC-Karte oder Kreditkarte ziehen. Das ist in jedem Fall günstiger, als wenn ihr es euch vorher bei einer Bank oder Wechselstube in Deutschland besorgt.
Ich habe immer noch eine kleine Tüte mit britischen Pfundnoten und Kleingeld. Zweimal mitgeschleppt und vergessen zu benutzen. Beim nächsten Mal leere ich die Tüte an irgendeinem Flughafen in einen dieser Spendenbehälter, die dort zum Sammeln von ausländischen Währungen aufgestellt sind.
London Tipps: Orte, die für mich noch besonders sind
Hier sind einige meiner ganz persönlichen Tipps und Highlights aus der letzten Zeit. Dazu gehört zweifelsohne auch unser Besuch mit Führung im historischen Westminster Palace / Houses of Parliament, der uns sehr beeindruckt hat. Dazu könnt ihr in diesem Beitrag mehr lesen. Das wollte ich unbedingt nochmal extra erwähnen, weil es wirklich auch etwas Besonderes ist.
Spitalfields im East End
Ich mag Spitalfields wunderschöne alte Häuser und gleichzeitig die atemberaubende Kulisse des Bankenviertels. Diese Gegensätze sind faszinierend und der Stadtteil ist nicht so von Touristen überlaufen. Spitalfields ist ein lebhafter Stadtteil im East End, in dem Künstler und Kreative ebenso daheim sind wie eine große indische Community. An der Brick Lane gibt es zahlreiche Curryhäuser.
Die kulinarische Vielfalt des Marktes ist phantastisch, es gibt u.a. die besten Chinese Soup Dumplings und einen Ableger der Crunch Sandwiches. Meins mit Blumenkohl, der wie Chicken Wings schmeckte, war einfach köstlich.

Auf dem viktorianischen Old Spitalfields Market werden Kunsthandwerk und Mode verkauft und die Food Stände dort sind wirklich sensationell vielfältig.
Street-Art, ausgefallene Geschäfte und hippe Bars in diesem Viertel sprechen Hipster und Medienschaffende an.

Ein echter Hingucker ist die Kunstinstallation “Infinite Accumulation” von Yayoi Kusama, ein 100 Meter langer, versilberter Ballonkörper mit Spiegeln, er befindet sich am Ausgang der Liverpool Station. Meine Tochter nennt es Fake Atomium. Macht unbedingt Selfies in einer der glänzenden Kugeln!
Coal Drops Yard
Rund um die Station King’s Cross erschließt sich das alte Bahnhofsviertel am Regent’s Canal. Und das ist momentan schwer angesagt. Coal Drops Yard ist ein erst 2018 eröffnetes angesagtes Shopping-, Food-, Mode- und Designzentrum. In umgebauten Lagerhäusern für Kohle aus dem 19. Jh. gibt es schicke Boutiquen, 50 verschiedenen Restaurants und hochwertigen Vintage-Flohmärkten am Wochenende.


Outernet London Tottenham Court Road
Outernet London ist eine visuelle Attraktion mit Sound, öffentlich und kostenlos zugänglich an der Kreuzung Oxford Street und Soho, wenn ihr aus der U-Bahn Station Tottenham Court Road rauskommt. Ich musste dort neulich umsteigen und gleichzeitig etwas bei UNIQLO umtauschen und kam zufällig dran vorbei. Eine nette Abwechslung zum kurz mal reinschnuppern und staunen.

St. Pauls Cathedral
Bei meinem letzten Besuch in London habe ich endlich geschafft, diese Perspektive auf St. Pauls Cathedral zu erwischen. Wenn ihr die Adresse One New Change bei Google Maps eingebt, kommt ihr zu einer kleineren Shopping Mall. Der Aufzug dort bringt euch auf die Dachterrasse des Gebäudekomplexes. Der Ausblick vom Aufzug aus ist schon sensationell. 
Oben gibt es ein Restaurant, Cafe und eine Tapas Bar. Ihr könnt aber auch einfach nur die Dachterrasse besuchen.



Millenium Bridge
Jeder kennt die Tower Bridge, die mit den zwei Türmen. Die London Bridge finde ich hingegen überbewertet, es ist eine ganz normale Brücke. Mein heimlicher Favorit, und deswegen taucht sie auch in meinen London Tipps extra auf, ist die Millenium Bridge. Die im Jahr 2000 (Millenium = Jahrtausend) eröffnete stählernde, hängende Fußgängerbrücke verbindet St Paul’s Cathedral am Nordufer mit dem Tate Modern und dem Shakespeare’s Globe Theatre in Southwark.
Sie taucht in fast jedem Film auf, der in London gedreht wurde. Im März 2008 wurde die Millenium Bridge für zwei Tage gesperrt, um Dreharbeiten für den Film Harry Potter und der Halbblutprinz durchzuführen; im Film wird die Brücke zerstört.
Einmal über diese ikonische Brücke laufen, das solltet ihr machen. Ihr lauft entweder von St. Pauls aus auf das Tate Modern Museum und das Shakespeare Globe Theatre zu und könnt dann entlang der Themse in Richtung Shard und Borough Market laufen.
Der Ausblick von der Brücke ist schon tagsüber sehenswert.

Aber am Abend ist es meiner Meinung nach noch wenig schöner.

Und abends ist die Brücke auch leerer, wenn ihr Glück habt, könnt ihr so ein schönes Bild machen. Tiny Mum in big places.

Die Brücke an sich ist schon sehenswert, aber man sollte auch auf den Boden schauen, wenn man über die Brücke läuft. Dort kann man ganz viele kleine Kunstwerke entdecken. Der Künstler Ben Wilson, bekannt als „Kaugummi-Mann“, verwandelt seit Jahren auf der Londoner Millennium Bridge festgetretene Kaugummis in winzige, bunte Kunstwerke. Er bemalt die eigentlich als Abfall geltenden Flecken auf dem Metallboden mit detaillierten Motiven, um Passanten auf verborgene Details im Alltag aufmerksam zu machen.

Wie erwähnt könnt ihr, wenn ihr die Themse in Richtung Tate Modern überquert, am Wasser entlang in Richtung Shard und Borough Market bummeln. Der historische Markt ist im übrigen meiner Meinung nach inzwischen überbewertet, weil komplett überlaufen und extrem überteuert. Zumindest tagsüber. Kann man machen, muss aber nicht. Abends ist es aber ganz hübsch dort, es gibt Restaurants, Bars und Pubs.

Ein ganz aktueller angesagter Coffee Hotspot am Borough Market ist im Übrigen Monmouth, eine Spezialitäten-Rösterei mit nachhaltigem, fairem und gleichberechtigtem Handel .

London Charity Shops
Eine Besonderheit in London, oder auch in fast allen britischen Städten, sind die sogenannten Charity Shops. Second Hand Läden, deren Erlös für einen gemeinnützigen Zweck wie Krebsforschung, Tierschutz, Hospize und ähnliche wohltätige Institutionen verwendet wird. In diesen Shops könnt ihr echte Schnäppchen wie Vintage Klamotten, Haushaltswaren, Silber, oder wie ich alte Bücher oder ähnliches machen. Und ihr tut gleichzeitig etwas Gutes. Wir gehen immer rein, wenn wir an einem Charity Shop vorbeikommen. Besonders in “besseren” Stadtteilen findet man Markensachen zu echt günstigen Preisen.


The OWO
Ich liebe es, auch wenn sich das jetzt seltsam anhört, mich mal richtig reich zu fühlen. Dazu gehören für mich Luxushotels, in denen ich mir never ever jemals ein Zimmer leisten könnte. In Berlin gönne ich zum Beispiel immer einen Cappuccino in der Lobby des Adlon Kempinski. Die Atmosphäre in diesen Hotels ist für mich eine Art Luxus, in die ich gerne kurz mal reinschnuppere. Die klassische English Tea Time ist inzwischen leider in den meisten bekannten Luxushotels fast unbezahlbar.
Die Alternative ist dann eben nur ein Drink in der Bar.
Das The OWO Hotel in London gibt es noch garnicht so lange, es hat aber eine unglaublich spannende Geschichte. Denn es wurde in den Räumen des ehemaligen Kriegsministeriums gebaut. Zu Zeiten Churchills wurde hier Geschichte geschrieben (OWO = Old War Office). Ian Fleming, der Erschaffer von James Bond, stattete dem Gebäude regelmäßige Besuche ab und viele Szenen der 007-Filme wurden vor Ort gedreht. Das The OWO ist eng mit Spionen und mit Spionage verbunden, da das MI5 und das MI6 hier im 20. Jahrhundert ihr Hauptquartier hatten. Das direkt an der Whitehall gelegene Gebäude wurde mit höchster Sorgfalt renoviert und beherbergt nun das Raffles London at The OWO.


Man kann sogar historische Führungen im The OWO buchen, das haben wir bisher noch nicht geschafft, bleibt aber auf der to do Liste.
Wir waren in der Bar. Ein besonderer Bonus: Die liegt im Erdgeschoss genau gegenüber des Horse Guards Gebäudes. Das Bild kennt wohl jeder. Zwei berittene Wachen bewachen den Eingang zu den Horse Guards in Whitehall von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr und werden stündlich abgelöst. Das könnt ihr von der Bar des OWO beobachten, wenn ihr einen Platz am Fenster habt.
Ein Glas Champagner, ein Cocktail und ein Cappuccino haben uns zwar 60 Pfund gekostet, aber das war es uns wert. Ein Hauch von Luxus aus einer anderen Welt.

Frühstück bei GAIL’S
Ein üppiges Full English Breakfast kann man bzw sollte man in London mal genießen, das gibt es fast überall. Für uns ist das, zumindest in der Woche etwas zu üppig, wir lieben statt dessen Bäckereien wie GAIL’S. Als meine Tochter vor Jahren nach London zog, gab es nur einen kleinen Shop in Clapham. Inzwischen gibt es GAIL’s an vielen Standorten, und die Qualität ist immer hervorragend.

Ich persönlich mag ja auch Frühstück on the go. Sich einen Flat White und eins dieser köstlichen Mandelcroissants bei GAIL’S holen, es draußen auf einer Parkbank genießen und die vorbeieilenden Menschen beobachten.

Günstigere Tickets für Musicals und Shows in London
Einen Besuch im Theater oder Musical versuche ich bei jedem Besuch in London mitzunehmen. Die historischen Theater im Westend sind alleine schon einen Besuch wert. Es gibt Klassiker wie Les Miserables, Lion King, Wicked, Phantom of the Opera usw, die seit vielen Jahren laufen, und trotzdem immer ausverkauft sind. Die Aufführungen sind immer (und ich habe manche Musicals mehrfach gesehen) immer ein phantastisches Erlebnis.
Tipp Nummer 1: Tickets für den gleichen Abend bekommt ihr wesentlich günstiger tagsüber am Leicester Square in diesem Häuschen. Ansonsten meiden wir den Leicester Square und die dazugehörige Tube Station den Rest des Tages wie die Pest, es ist furchtbar touristisch, extrem voll und man muss gut auf die Handtaschen aufpassen.

Tipp Nummer 2: London Theatre Week. Diese Aktion gibt es zweimal im Jahr, ungefähr im Februar und August, und während dieses Zeitraums könnt ihr – unabhängig von dieser Woche – Tickets für die meisten Shows online wesentlich günstiger kaufen.
Wenn ihr einen Trip nach London plant, könnt ihr so längere Zeit im Voraus online auf dieser Seite bereits sehr viel günstigere Tickets bekommen.

The Barbican Center
Wenn ihr euch für ganz besondere Architektur interessiert oder in einer ruhigen und grünen Oasen mitten in der Stadt kurz dem Trubel entfliehen möchtet, ist das Barbican Center noch ein ganz besonderer Tipp. Das Barbican Centre ist das größte Kultur- und Konferenzzentrum von London, es wurde 1982 eröffnet.
Das Barbican, unterteilt in Barbican Centre und Barbican Estate, ist insgesamt eine Ikone brutalistischer Architektur und zählt zu den architektonischen Schätzen Großbritanniens. Es war Teil einer utopischen Vision, einen Teil Londons umzugestalten, der im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe verwüstet worden war.


Teile der Gebäude dienten auch als Darstellung des M16-Hauptquartiers im James-Bond-Film „Ein Quantum Trost” und Teile der Fernsehserie “Luther” wurden in einer Wohnung im Hochhaus gedreht.
Das Barbican Estate besteht insgesamt aus 2000 Wohneinheiten, Maisonettwohnungen und Häusern. In dem einzigartigen Design fühlt es sich an, als würde man in eine andere Zeit reisen. Obwohl das Barbican im Herzen der Stadt liegt, bietet es eine ruhige Umgebung. Die Preise sind entsprechend hoch, die außergewöhnlichen Wohnungen sehr begehrt.
Das nächste Mal nehme ich definitiv an einer der Architekturführungen teil – die Führungen sollen ausgezeichnet sein und bieten nicht nur Einblicke in die Geschichte und Architektur des Barbican, sondern auch in Aspekte des dortigen Lebens. Die Guides wohnen selbst im Barbican.
Auf meinem Fußweg von der Farrington Station zum Barbican kam ich zufällig hier vorbei. Das geschichtsträchtige London Charterhouse, in einer mit Kopfstein gepflasterten Seitenstraße wie aus dem 19. Jahrhundert. Dort wurden einige Jane Austen Filme und Teile von Downton Abbey gedreht. Man kann das London Charterhouse am Wochenende besichtigen, das werde ich demnächst mal machen.
Mitten in der Stadt, um die Ecke ein multikulti Viertel, dann Brutalismus-Architektur, und hier ein Stück Geschichte und ein kleiner Park.Diese Gegensätze sind so typisch für London.

London Tipps: kurz mal raus ins Grüne, besonders im Sommer schön
Von der Innenstadt aus könnt ihr mit der Tube bequem auch kurze Ausflüge in die ruhigeren Außenbezirke Richmond und Hampstead machen. Besonders im Sommer ist es wunderbar, die grüne Umgebung und ruhigere Stadtteile Londons zu erkunden.
Ausflug nach Hampstead
Hampstead hat sich trotz der Nähe zum Zentrum seinen dörflichen Charme bewahrt und gilt als eines der wohlhabendsten Viertel in London, das oft als “geheimer” Rückzugsort abseits der Touristenmassen gilt. Die Gegend ist gut mit der U-Bahn (Northern Line bis Hampstead Station) erreichbar. Der Ort bietet gepflasterte Straßen, schicke Boutiquen, Cafés und Pubs und fantastische Ausblicke über die Stadt, besonders vom Parliament Hill.


Kommentar meiner Tochter, als wir an diesem Haus vorbei schlenderten: “wer wohnt denn hier, die Schöne und das Biest?”
Man kann wunderbar bummeln, Leute gucken, und es gibt tolle Shops, Restaurants und Cafes.



Mindestens ein Besuch im Pub ist übrigens ein absolutes MUSS auf jedem London Trip. Wir sind täglich in irgendeinem Pub, wenn ich dort bin. Morgens, Mittags oder Abends. Pub geht immer. Passend dazu könnt ihr im Beitrag zu den 17 schönsten Pubs in London noch lesen, warum wir die britische Pubkultur so lieben und was sie so einzigartig macht.
Der viktorianische Pub The Holly Bush im Stadtteil Hampstead ist einer der ältesten Pubs in London, es gibt ihn seit 1850. Sehr urig und sehenswert!


Ausflug nach Richmond
Das Stadtviertel Richmond im Südwesten Londons an der Themse ist einer der idyllischsten Teile der britischen Hauptstadt. Vom Zentrum aus müsst ihr zwar etwas länger fahren, um dorthin zu gelangen, da es relativ weit im Südwesten liegt, doch der Abstecher lohnt sich allemal! Die U-Bahnlinie District Line bis zur Endstation Richmond und schon seid ihr da. Etwas schneller geht es mit dem Regionalzug der South Western Railway von London Waterloo. Man schlendert durch die verwinkelten Gassen, lässt die historische Architektur auf sich wirken und kann zwischendurch in einem der charmanten kleinen Cafés oder einem Pub Pause machen.

Hier wurde übrigens die bekannte Serie Ted Lasso gedreht und man erkennt viele der Drehorte, wie zum Beispiel diesen Pub, sofort wieder. Wir waren nur kurz zum Sunday Roast im Pub in Richmond verabredet, aber den Charme dieses Stadtteils kann man auch bei einem Kurzbesuch wahrnehmen.


Am Ufer der Themse ist immer was los, besonders im Sommer kann man hier wunderbar draußen sitzen und Urlaubsfeeling schnuppern.

Von Richmond aus gibt es übrigens auch Bootstouren nach Hampton Court. Dieser Palast des berühmten Henry VIII (ja, der mit den vielen Frauen) ist auch einen Ausflug wert, wir haben den Trip von London ausgemacht, mehr dazu könnt ihr in weiteren Reisetipps für London nachlesen.
Der White Cross Pub in Richmond liegt direkt am Flussufer. Und wenn ihr zum richtigen Zeitpunkt da seid, könnt ihr beobachten, wie die Flut den White Cross Pub „überschwemmt“. Der Biergarten wird von der Themse verschlungen und alle Gäste müssen sich ins Innere begeben, oder bekommen nassen Füße. Die Bedienung bringt eure Getränke draußen in Gummistiefeln zu euch. Es ist auf jeden Fall ein einzigartiges Erlebnis.

Meine Tochter war zufällig eine Woche vorher mit einer Freundin dort, es sah dann Mittags so aus.

Wimbledon
Den Ort Wimbledon kennt die ganze Welt durch das jährlich dort stattfindende Tennis World Cup Turnier. Die Karten sind für “normale” Menschen nur per Verlosung zugänglich. Oder man stellt sich (notfalls mit Schlafsack) 24 Stunden in die berüchtigte Schlange für Tagestickets, das ist etwas für ganz hartgesottene Tennis Fans.
Wimbledon ist aber auch ein ganz bezaubernder Stadtteil und von der Innenstadt in ca. 15 Minuten mit dem Regionalzug vom Bahnhof Waterloo Station und etwas preiswerter in 35 Minuten mit der U-Bahn (District Line) vom Stadtzentrum Londons aus einfach zu erreichen.



Wir haben uns bei unserem Bummel durch Wimbledon traumhafte Häuser angeschaut, sind über den Farmer’s Market gebummelt (es gibt zum Entzücken meiner Tochter dort Vollkornbrot), haben im Pub lecker gegessen und haben dann an einer Führung durch die historische Anlage des geschichtsträchtigen All England Lawn Tennis Clubs teilgenommen. Ein Muss für jeden Tennis Fan!

Die 90-minütige Wimbledon Tour bietet Einblicke hinter die Kulissen des All England Lawn Tennis Club, inklusive Centre Court, Court No. 1, Medienbereichen und dem Wimbledon Lawn Tennis Museum. Die Touren werden von Guides (Blue Badge Guide) geleitet, können auf der Website gebucht werden und sind ganzjährig verfügbar, außer während der Championships. Und ja, das ist der berühmte Centre Court, auf dem jedes Jahr Geschichte geschrieben wird.

Vom Dach des Presse-Gebäudes aus kann man in der Entfernung die Skyline von London sehen.

Ich kann die Führung wärmstens empfehlen. Das Museum ist interessant, und es war toll, die verschiedenen Aspekte der Geschichte des Clubs und des jährlichen Events zu sehen, insbesondere wie sich die Geschichte über die Jahre verändert hat.
So, jetzt muss ich aufhören, sonst wird der Beitrag immer länger und länger. Meine London Tipps sind natürlich hier noch nicht zu Ende bzw es werden immer mehr werden. 26.000 Zeichen, so lang sollte der Beitrag eigentlich nicht werden. Aber was will man machen, London ist atemberaubend und einzigartig. Und es gibt immer etwas Neues zu entdecken.
Ich hoffe, meine London Tipps können euch inspirieren, euch auch mal etwas außerhalb der oft überfüllten touristischen Pfade zu bewegen. Besonders, wenn ihr nicht zum ersten Mal dort seid. Man muss den Buckingham Palast gesehen haben, mit dem Bus vorbeifahren reicht aber. Ihr wisst, was ich meine.
Und wenn ihr Fragen zu London habt oder Hilfe bei der Planung braucht, schreibt mir gerne!
Alles Liebe

2 Comments
Ich liebe deine London-Tipps und habe schon oft darauf zurückgegriffen, dieses Jahr geht es zum 4. Mal nach London und wir werden tolle 4 Tage genießen. Einiges werde ich natürlich wieder ausprobieren, danke danke danke für deine Mühe!
Liebe Barbara, ich liebe deine Texte sehr, du hast eine so mitreißende Art zu schreiben. Ich möchte am liebsten gleich wieder nach London fliegen. Auch wenn ich beruflich über viele Jahre sehr oft in London war, sind deine Tipps eine ganz wunderbare Ergänzung zu meinen eigenen Erfahrungen. Vielen Dank! Liebe Grüße aus Berlin 💚