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Gedanken zur Woche, Freitagstipps und # 876

5. Juni 2026

Am vergangenen Freitag konnte ich für fast zwei Tage nicht nicht auf meinen Server zugreifen und deswegen gab es ausnahmsweise keine Freitagstipps und keinen Beitrag hier. Da ich selbst nicht viel Fachkenntnis in diesem Bereich habe, bin ich in solchen Fällen immer auf technischen Support angewiesen, und der steht nicht rund um die Uhr zur Verfügung.

Aber heute geht’s wie gewohnt weiter und alle technischen Schwierigkeiten sind hoffentlich behoben. Meine Tochter ist seit gestern hier und ich genieße ein wenig Mutter-Tochter Zeit mit ihr. Aber wie das immer so ist, wenn meine Kinder in ihrer alten Heimat sind, steht auch Zeit mit alten Freundinnen an, das ist klar.

Heute besuchen wir aber erstmal meine Tante und freuen und auf die Landpartie im Schloss Lembeck. Das ist wiederum meine alte Heimat, und ich habe dort geheiratet. Deswegen ist ein Besuch dort für mich auch immer mit Kindheitserinnerungen und Nostalgie verbunden. Die sogenannte Landpartie auf Schloss Lembeck habe ich allerdings noch nie besucht, es gibt laut Webseite über 150 Ausstellende, feine Kulinarik, kreative Impulse und ein liebevoll gestaltetes Rahmenprogramm. Wir sind gespannt. Hoffentlich regnet es nicht. Von sommerlicher Hitze in der vergangenen Woche sind wir ja (leider) wieder in das typisch deutsche unbeständige Wetter gerutscht.

Am vergangenen Wochenende hatte ich wieder Gäste zu Workshops hier bei mir zuhause. Gestern erst habe ich die letzten Spuren beseitigt, es ist immer ein wenig Aufwand, bis alle Möbel wieder am richtigen Ort stehen, die letzten Farbspritzer vom Boden gekratzt sind, das Werkzeug gesäubert und alles wieder weggeräumt ist. Es waren wieder zwei wunderbar unterhaltsame und kreative Workshops, darüber habe ich auch bereits ausführlich berichtet.

Isle of Skye Trail

Ansonsten plätschern meine Tage gerade so dahin. Vergangene Woche habe ich virtuell meine Söhne ein wenig auf dem Skye Trail begleitet. Sie haben diesen knapp 130 Kilometer langen Trail auf der schottischen Isle of Skye mit Zelt und Rucksack in sieben Tagen zu Fuß bewältigt und ab und zu konnten sie mir ein kurzes Lebenszeichen und Fotos schicken. Per Satellit konnte ich ungefähr sehen, wo sie sind und war immer froh darüber. Mama bleibt man eben immer, auch, wenn sie schon erwachsen sind.

Update zum Sauerteig Game: Ich habe festgestellt, dass in der vergangenen Woche mein Brotteig bei der Wärme abging wie Schmitz Katze, ist klar. Jetzt ist es wieder kühler geworden und es dauert länger, bis der Starter peakt und der Teig richtig aufgeht. Man lernt nie aus.

Zwischendurch hatte ich so viel Discard, also Reste vom Sauerteig-Starter, dass ich davon zum ersten Mal Cracker gebacken habe. Beste Resteverwertung!

Freitagstipps Discard Cracker

Und sonst so?

Worüber ich mir Gedanken gemacht habe und was immer wichtiger in unserer komplexen Realität: Ambivalenzfähigkeit. Es bezeichnet die psychologische Fähigkeit, widersprüchliche Gefühle, Gedanken oder Wünsche gleichzeitig zu akzeptieren und auszuhalten. Das Leben ist selten rein schwarz oder weiß.

Ambivalenzfähigkeit erlaubt es, Situationen und Menschen (auch sich selbst) differenziert und realistisch zu betrachten und auszuhalten (Toleranz). Geht die uns verloren? Oder die Ambiguitätstoleranz, sie beschreibt eher die Fähigkeit, äußere Mehrdeutigkeiten, Unsicherheiten und Widersprüche im Alltag oder in der Gesellschaft zu akzeptieren. Halten wir noch aus, dass etwas unklar oder nicht eindeutig ist?

87% der Deutschen sind mit ihrem Leben zufrieden oder sehr zufrieden. (Quelle:Statista.com). Der Eindruck, den die sozialen Medien hinterlassen ist nicht annähernd repräsentativ. Ich verstehe nicht, weshalb so viele Menschen in Deutschland unzufrieden, statt dankbar sind. Wieso sind wir ein Volk der Jammerlappen?

Und ich habe nicht das Gefühl, dass die, die am meisten jammern und unzufrieden sind, im Begriff sind, wirklich etwas besseres zu wählen. Sie streben auch nicht nach Entwicklung, sondern nach einem Staat, wo die Last der Eigenverantwortung nicht auf ihnen liegt. Wie in der DDR.

Ich bin etwas nachrichtenmüde. Ein Irrsinn jagt den nächsten, vieles überfliege ich nur. Und man glaubt es kaum, Berufe, die man ab 70 nicht mehr ausüben darf: Berufspilot, Notar, Richter, Beamter, Schiedsrichter, Kassenarzt UND: gewerblicher LKW-Fahrer: „Ab 70 ist das gewerbliche Fahren oft nur noch mit erheblichem bürokratischem Aufwand und Ausnahmegenehmigungen möglich”, entnimmt man dem Internet. Berufe, den man mit 70 und weit über 70 noch locker ausüben darf: Staatschef und oberster Militärbefehlshaber eines möglicherweise sogar atomar bewaffneten Landes sein. Bundeskanzler.

Ich glaube auch inzwischen, dass Trump nicht die Krankheit ist. Er ist die Erlaubnis. Die eigentliche Krankheit ist eine politische Kultur, die jahrzehntelang Millionen von Menschen beigebracht hat, dass Grausamkeit Stärke bedeutet, Unwissenheit Authentizität, Reichtum Weisheit und Verantwortlichkeit Verfolgung bedeutet. Deshalb wird das “Problem” nicht behoben, wenn ein Mann entfernt wird. Die Milliarden und Mechanismen, die ihn produziert haben, sind immer noch in Betrieb. Es lief vor ihm her. Es wird ihm nachlaufen.Bis die Amerikaner es abbauen – nicht nur dagegen stimmen – ändert sich wahrscheinlich grundlegend nichts. Es ist deprimierend.

Und hierzulande: Ende 2024 hat die FDP aus blanker Eitelkeit und Wut über die eigene Unfähigkeit eine Koalition gesprengt und damit eine Kettenreaktion ausgelöst: einen historisch unbeliebten Kanzler, einen Sozialstaat unter Dauerbeschuss und eine AfD bei 28 Prozent. Und während die Republik schwankt, wählt sich diese Partei einen egomanen Berufspolemiker zur Spitze, der seit Jahrzehnten als Talkshow-Quertreiber durch das Land tingelt. Fazit: Wer alles zertrümmert, zertrümmert irgendwann auch sich selbst. Auch deprimierend.

Freitagstipps Juni

Good News!

Frankreich hat den „Code Noir“ offiziell abgeschafft – ein Gesetz aus der Kolonialzeit, das versklavte Menschen als Eigentum behandelte. Zwar galt es seit langem nicht mehr, wurde aber jetzt erst offiziell abgeschafft. Viele sehen die Entscheidung als wichtiges Signal im Umgang mit dem Erbe von Kolonialismus. Die Frage nach Reparationszahlungen bleibt.

Die Deutsche Bahn startet im Sommer eine Rabattaktion für junge Fahrgäste: Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren bekommen die Jugend-BahnCard 25 kostenlos. Damit gibt es ein Jahr lang 25 Prozent Rabatt auf Fernverkehrstickets. Deutsche Bahn verschenkt BahnCard 25 für junge Fahrgäste

Immer mehr Schulen in Deutschland unterrichten das Fach „Glück“. Dort lernen Kinder und Jugendliche, über Gefühle zu sprechen, Konflikte zu lösen und auf ihre mentale Gesundheit zu achten. Hintergrund ist, dass psychische Belastungen bei jungen Menschen seit Jahren zunehmen. Glück als Schulfach.

 

Freitagstipps

1.  Meine Bikinifigur _________ .

2.    ________ anrufen.

3.  Wollte ich nicht _________ ?

4.   __________  unterwegs.

5.  Die Modesünde des Sommers  ___________ .

6.   _________ Mückenstiche.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !

Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

 

Meine Freitagstipps für euch

Freitagstipps zum Gucken

Ich bin durch mit der ersten Staffel von “The Testaments”. Und was war das für ein Ende! Cliffhanger vom feinsten, ich bin gespannt, wie es in der zweiten Staffel weitergehen wird. Besonders cool fand ich den Cameo Auftritt der Autorin der Bücher, Margaret Atwood in einer Szene mit Aunt Lydia.

Und je mehr ich über Aunt Lydia nachdenke, desto schwieriger finde ich es, sie nur zu hassen. Nicht weil ihre Taten okay wären — ganz im Gegenteil. Aber weil die Figur zeigt, wie Menschen in extremen Systemen anfangen zu glauben, Kontrolle wäre Fürsorge und Härte wäre Schutz. Vielleicht macht genau das The Handmaid’s Tale und The Terstaments so beklemmend: Die Parallelen zur echten Welt fühlen sich manchmal viel zu real an.

Was ich noch gesehen habe: Die True Crime Doku “Girl in the Picture” auf Netflix. 10/10, was Plottwists angeht. Was für eine Geschichte mit unzähligen Schocks und Wendungen. Sie beginnt in Oklahoma City im April 1990: Eine junge Frau wird mit einer schweren Kopfverletzung am Straßenrand gefunden und stirbt später im Krankenhaus. Sie hinterlässt einen zweijährigen Sohn. Die Geschichte entfaltet ihre emotionale Wucht erst dann, wenn man Zuschauer selbst beginnt, Fragen nach der wahren Identität der Toten zu stellen. Und am Ende ist man fassungslos über das Ausmaß der Ungeheuerlichkeit.

Ganz was anderes und teilweise nicht leicht auszuhalten:“The Testament of Ann Lee”. Trotzdem fand ich den Film absolut faszinierend. Er zeigt die außergewöhnliche und wahre Geschichte von Ann Lee, der Gründerin der Glaubensgemeinschaft der Shaker, die die Gleichberechtigung der Geschlechter und soziale Gleichheit predigte und von ihren Anhängern verehrt wurde. Unfassbar eindrucksvoll fand ich die Schauspielerin Amanda Seyfried in der Rolle. Der Film fängt Ekstase und Seelenqual ihres Strebens nach einer Utopie. Ich kannte die wunderbar schlichten Möbel und Dosen, die das Shaker Handwrrk repräsentieren. Ich war sogar auf einem Neu-England Road Trip in einem Shaker Laden. Aber ich wusste ehrlich gesagt so gut wie nichts über die Hintergründe dieser Sekte oder Glaubensgemeinschaft.

“The Testament of Ann Lee” orientiert sich stark an den historischen Vorgaben, nimmt sich aber dann doch auch die Freiheit zu interpretieren, warum Ann Lee so geworden ist, wie sie wurde. Nachdem Ann Lee vier Kinder vor dem ersten Geburtstag verloren hatte, findet sie Erlösung im Zölibat: Körperliche Entsagung sei der Schlüssel zum Glück, zur Nähe zu Gott. Die fleischliche Sünde habe die Katastrophe verursacht, den Tod ihrer vier Kinder beschert. Deswegen gibt es heute nur noch zwei lebende Mitglieder der Shaker Gemeinschaft.

Freitagstipps zum Lesen

Was wir über das Sommerwetter in diesem Jahr schon wissen – und was nicht. Experten erwarten mehr Hitzetage – doch genaue Prognosen bleiben schwierig.

Habt ihr eine Smartwatch? Ich liebe ja meine Apple Watch. Aber kennt ihr auch Smart Rings? Ich bin da skeptisch, eventuell zu recht. Der Minimalismus eines Rings hat seinen Preis. Denn wer seine Gesundheitsziele nicht nur beobachten, sondern aktiv steuern möchte – etwa beim Sport, im Stressmanagement oder bei Auffälligkeiten im Herzrhythmus – braucht mehr als nur gelegentliche Messwerte. Genau hier spielen Smartwatches ihre Stärken aus. Die Wahrheit über Wearables: Wo Ringe scheitern und Uhren glänzen.

Frederik Pavlik hat in ausgezeichneten Restaurants gearbeitet. Jetzt serviert er im Keller der Hamburger Kunsthochschule Mittagessen. Er tut das gerne. Vom Sterne Koch zum Mensa Chef.

Freitagstipps zum Hören

Ich höre oft den Zwischen den Zeilen Podcast mit Bettina Böttinger. Sie hatte kürzlich Dietmar Bär zu Gast, den Mann, der seit knapp 30 Jahren als Freddy Schenk am Sonntagabend im „Tatort” die Jagd auf Mörder eröffnet. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um den Zustand unserer Gesellschaft, die schwindende Empathie in der Politik und den grassierenden Frust im Netz geht. Außerdem spricht er über einen schockierenden Moment in den Slums von Manila, der sein Leben für immer veränderte und die Geburtsstunde seines bis heute erfolgreichen Kinderschutz-Vereins war. Ich finde es ja immer interessant, wenn Schauspieler auf eine Rolle festgelegt sind und der Mensch dahinter der Rolle irgendwie etwas ähnlich ist, oder auch ganz anders.

Mit meinem aktuellen Hörbuch bin ich jetzt endlich durch. Und ich muss sagen, es hatte Längen zwischendurch. Der Roman “Alles gut” ist keine klassische Liebesgeschichte. Der Roman handelt zwar von der komplizierten Liebe zwischen Jess und Josh, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Doch ist er zudem eine komplexe Erzählung über die US-amerikanische Gesellschaft: Über Klassenunterschiede, White Privilege, Rassismus und noch vieles mehr. In ihrem Debütroman setzt sich Autorin Cecilia Rabess nicht nur oberflächlich mit dringenden Problemen und Streitthemen unserer Gesellschaft auseinander, sondern geht tief rein in die innere Zerrissenheit und Unsicherheit der jungen, schwarzen Jess, die sozial eher in der weißen Mittel- bis Oberschicht verkehrt, aufgrund ihres Jobs und ihrer Freunde/ihres Freundes. Die Zeitspanne der Erzählung reicht von der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten bis hin zur Wahl Donald Trumps zum Selbigen, was in vielen Gesichtspunkten (kulturell, historisch, gesellschaftlich) eine ereignis- und konfliktreiche Zeit für alle darstellt. Was dieses Buch aber beindruckend herausarbeitet, ist wie viel tiefergehend und anspruchsvoll all diese Ereignisse und Konflikte für eine junge, aufstrebende aber eben schwarze Frau in den USA sein muss. Protagonistin Jess ging mir zwischendurch aber auch regelrecht auf die Nerven. Was für eine Zicke. Sie ist aggressiv, reizbar, leicht toxisch und ungerecht. Autorin Cecilia Rabess hat als Data Scientist bei Google gearbeitet und war Associate bei Goldman Sachs (wie Jess). Vielleicht ist also auch etwas autobiografisches im Buch?

Das waren meine Freitagstipps, Gedanken und Geschichten für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, wenn ihr bis hierher gelesen habt. Das bedeutet mir wirklich viel.

Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

Habt ein schönes und hoffentlich langes Wochenende!

Alles Liebe

Barbara

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