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Gedanken zur Woche, Freitagstipps und # 879

10. Juli 2026

Und da bin ich wieder, mit meinen Freitagstipps, meinem gemischten Gedankensalat und dem Freitagsfüller. Und es fühlt sich gut an. In den letzten beiden Wochen fehlte mir einfach der Drive, die Motivation, und in meinem Kopf und Leben war zuviel los. So ist es einfach manchmal .

Ich danke euch in jedem Fall für die teils besorgten Nachfragen, es hat mir gut getan zu merken, dass der eine oder andere doch Freitags etwas vermisst hat.

Also versuche ich jetzt einfach mal wieder in den Flow zu kommen, denn zugegebenermaßen hat mir mein freitäglicher Beitrag oder der Blog insgesamt auch gefehlt.

Wie schön ist bitte Regensburg? Überhaupt ist mir bei meinem Besuch beim Förstersohn mal wieder aufgefallen, dass Bayern landschaftlich wirklich so schön ist. Und aufgeräumt irgendwie, zumindest wenn ich es mit meiner Heimat NRW vergleiche. Nicht falsch verstehen, hier gibt es auch schöne Ecken. Aber Bayern ist mit Zwiebeltürmchen und roten Geranien einfach so idyllisch schön zum Anschauen. Und die Brauhäuser und Biergärten! Ich bin so gerne dort und immer wieder erstaunt, wie groß Bayern ist. Und wie wunderschön und vielseitig die Natur und die Kultur ist, die ich durch meinen Sohn dort immer wieder neu kennenlerne.

Freitagstipps Befreiungshalle Kelheim

Nachdem ich bei meinem letzten Besuch in Regensburg schon die Walhalla bestaunt hatte, besuchten wir dieses mal einen weiteren politischen Monumentalbau des 19. Jahrhunderts, die Befreiungshalle in Kelheim. König Ludwig I. (der auch verantwortlich für die Walhalla ist) ließ die Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 und als Mahnmal für die Einheit Deutschlands errichten. Der gigantische Bau liegt am Eingang des Naturschutzgebietes Weltenburger Enge und bietet, wenn man wie wir die 150 Stufen bis fast unters Dach hochgekraxelt ist,  den schönsten Ausblick auf die Stadt sowie das Donau- und Altmühltal.

Freitagstipps Befreiungshalle Kelheim

Nach einem spontanen Besuch in der Notaufnahme der Uni-Klinik Regensburg (ich hatte zum ersten Mal im Leben einen gutartigen Lagerungsschwindel, sehr unangenehm) revidierte ich alle Horrorvisionen, die man landläufig von Notaufnahmen am Samstagabend hat. Die Uni-Klinik liegt landschaftlich sehr schön oben auf einem Berg, ich kam sofort dran, die Ärzte waren super nett und haben sich Zeit genommen. Nach einer Stunde ging es mir schon viel besser und wir konnten den Rest des Abends im Biergarten verbringen.

Es war der Beginn der Hitzewelle und als ich wieder zuhause war, vegetierte ich einige Tage möglichst bewegungslos zwischen Gartenliege in den morgendlichen Schattenstunden und Sofa hin und her. Und war damit beschäftigt, jede Nacht in der Hoffnung auf minimale Luftzüge alle Fenster aufzureißen und früh morgens wieder alles zuzumachen. Und ich kuschelte tatsächlich mit Kühl-Akkus im Bett. Ich liebe den Sommer und mag es auch warm, aber das war grenzwertig.

Freitagstipps Zitronenlimo selbermachen

Hier kommt noch eine Empfehlung für die nächsten heißen Tage. Selbstgemachte Zitronenlimo. Die zischt und ist sowas von lecker!

Rezept:
4 große Bio-Zitronen
250 g Zucker
500 ml Wasser

Drei Zitronen heiß abwaschen und mit einem Sparschäler die Schale dünn abschneiden
Die Schalen mit Zucker und Wasser 5 Minuten sprudelnd kochen
Abkühlen lassen,  mit dem Saft aller Zitronen mischen und in eine Flasche füllen
Im Kühlschrank aufbewahren. Ich mische den Sirup dann jeweils ca. 1:3 mit Mineralwasser und Eiswürfeln

Als die Hitze im Laufe der Woche etwas abklang, traf ich mich noch mit meinen Mallorca Mädels (so nenne ich sie immer noch) in Köln. Es war der letzte Tag, an dem man im Kölner Dom noch keinen Eintritt zahlen musste, das wollten wir ausnutzen. Leider waren wir etwas zu spät, es war schon für ein Orgelkonzert geschlossen. Wir haben im Funkhaus sehr gut gegessen und ununterbrochen geredet. Wie das so ist, wenn man sich nicht so häufig sieht.

Freitagstipps Funkhaus Köln

Und wir haben festgestellt, dass Köln zwar schon irgendwie schön, aber auch sehr von Touristen überlaufen und dreckig ist. Beim nächsten Mal treffen wir uns wieder in Düsseldorf, haha.

Freitagstipps Köln

An diesem Wochenende kommt mein Doktorsohn kurz zu einer Stippvisite vorbei und diverse Urlaubspläne sind auch konkret geworden. Life is good.

Und sonst so?

Mir hat die Hitzewelle vor zwei Wochen nicht nur körperlich zu schaffen gemacht, sondern ich war auch entsetzt, welche Diskussionen dadurch ausgelöst wurden. Ich glaube, was ich so merkwürdig finde, ist die Weigerung, Deutschland als ein heißes Land anzuerkennen. Während Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien ein Selbstverständnis davon haben, dass Hitze ein Problem ist, mit dem man umgehen muss, wird es in Deutschland ignoriert.

Die politische Ebene von Hitzewellen wurde dabei eindeutig: Sie trifft nur diejenigen, die sich nicht mit Privatchauffeuren von einem klimatisierten Ort zum nächsten fahren lassen können, sondern die stickige S-Bahn nutzen müssen.

Sie trifft und tötet die Armen, die Kranken, die Behinderten, Kinder und Schwangere. Diejenigen, die sich kein Eigenheim mit Klimatisierung leisten können, die ohne Auto und die in der günstigen Dachgeschosswohnung. Und was ist der Reflex von vielen wieder einmal? Nach unten treten.

Da stellt sich der Umweltminister vor die Kamera und sagt allen ernstes, dass die Regierung nicht zuständig sei, Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser mit Klimaanlagen zu versorgen. Das sei Aufgabe der Kommunen und Länder! Dann noch: Opferframing vom feinsten: An die Eigenverantwortung zu appellieren und sagen, die Leute sollen einfach mehr trinken.

Was passiert eigentlich, wenn Karl Lauterbach vor Hitze warnt? Ich bin tief in die Abgründe der Kommentare unter einem seiner Beiträge angeschaut. Es ging um eine ziemlich einfache Botschaft: Extreme Hitze kann tödlich sein, besonders für Alte, Kranke, Babys und Menschen, die sich kaum schützen können. Der Auslöser war dabei nicht mal eine steile These.

Lauterbach hatte schlicht eine Wettervorhersage geteilt – eine Karte mit den prognostizierten Höchstwerten für die entsprechende Woche (Frankreich bis 45°C, Berlin um die 38°C) – und dazu geschrieben, er finde es bestürzend, dass sich manche darüber lustig machen. Eine Temperaturprognose. Mehr nicht. Und trotzdem explodiert die Kommentarspalte.

Was darunter passiert, ist ein Lehrstück darüber, wie soziale Medien heute funktionieren. Das eigentliche Thema verschwindet sofort. Es geht um Hitze, gestritten wird über Masken, Impfung und Corona. Einer der größten Diskussionsstränge dreht sich darum, ob es 2020 eine Maskenpflicht im Freien gab. Mit der Hitzewarnung hat das ungefähr so viel zu tun wie ein Aluhut mit Arbeitsschutz. Aus Widerspruch wird Verachtung. „Sind Sie auf den Kopf gefallen?” „Halts Maul.” „Du Pfeife.” „Bist du blöde?” „Selten dämlich.” „Sie scheinen an Alzheimer erkrankt zu sein.” „Jede Gehirnzelle weggeboostert.” „Dir scheint die Hitze das Hirn verschmort zu haben.”

Es wird persönlich. Und entmenschlichend. Dazu NS-Vergleiche. In beide Richtungen. Weil offenbar kein Kommentarstrang mehr ohne 1933 auskommt. Und am Ende kippt es ins Bedrohliche: „Es wird Zeit, dass man gegen diese Subjekte vorgeht.” Ein Satz, den andere Nutzer selbst als möglichen Aufruf zu einer Straftat einordneten.

Über all dem: tausende Lach-Smileys unter einem Beitrag, der von sterbenden Menschen handelt. Das Bittere daran: Diese Härte kommt nicht nur aus einer Richtung. Beide Lager beschimpfen sich auf demselben Niveau. Niemand überzeugt niemanden. Es geht nicht mehr ums Argument. Es geht ums Draufhauen. Und genau das belohnen soziale Medien.

Ein sachlicher Hinweis bekommt drei Likes. Eine fiese Beleidigung bekommt dreißig Antworten und wird nach oben gespült. Empörung ist die Währung, und wir alle zahlen mit. Man muss Karl Lauterbach nicht mögen. Man muss seinen Beitrag nicht teilen. Aber man kann sich fragen, ob das noch ein Gespräch über den Beitrag ist, oder schon betreutes Ausrasten mit Like-Funktion.

Tja… und wir erleben es gerade auf kommunaler, Landes- und Bundesebene was es bedeutet, ideologische Politik zu machen.

Und nein, es sind nicht die verteufelten Grünen, die das maßgeblich prägen. Es sind CDU und CSU, die an der Realität völlig unökologisch und unökonomisch (und in Zügen durchaus undemokratisch) vorbei regieren, nur im Sinn ihrer Ideologie.

Gut zu beobachten auch in Großbritannien im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Premierministers in der vergangenen Woche. Auf dem Papier und in der Realität hat sich alles unter Sir Keir Starmer, der vor knapp zwei Jahren mit großer Mehrheit gewählt wurde,  verbessert. Aber die Realität, dass viele Menschen in sozialen Medien leben, ist eine Plattform, die stark von weit verbreiteten, unmoderierten, gefälschten rechtsradikalen Nachrichten und Medien bestimmt wird, die von Faschisten und Milliardären geschaffen, kuratiert und in einigen Fällen in deren Besitz genommen wurden.

Kleine Erinnerung, dass Robert Habecks schlechtester Beliebtheitswert bei 33% lag und Katharina Reiche nach etwas über einem Jahr bei 15% liegt. Wer ist hier der/die schlechteste Wirtschaftsminister*in aller Zeiten?

Good News!

In Deutschland will eine kostenlose App gegen Einsamkeit Menschen über ihre Streaming-Vorlieben miteinander verbinden. Vor diesem Hintergrund ist mit “KinoLemon” eine gemeinnützige Plattform gestartet, die Menschen über gemeinsame Interessen zusammenbringen möchte. Statt auf Fotos oder endloses Scrollen setzt das Angebot auf den individuellen YouTube-Geschmack: User:innen geben an, welche Kanäle sie regelmäßig verfolgen, und können anschließend Menschen aus ihrer Stadt entdecken, mit denen sie diese Interessen teilen.

Ich bin anscheinend wie Honig für Mücken und häufig zerstochen, mein Bite Away* ist mein bester Freund, ich könnte nicht ohne das Ding und habe immer einen in der Handtasche und einen auf meinem Nachttisch.. Forschende haben jetzt ein natürliches und günstiges Mittel gegen Mücken entdeckt. Es enthält Katzenminze und wirkt laut Tests in Uganda ähnlich gut wie chemische Mückenschutzmittel. Minze als Mückenmittel.

Das wird wieder einige gegen Regulierungen durch die EU aufbringen, aberes scheint mir plausibel und notwendig: EU will Mikroplastikfilter in Waschmaschinen vorschreiben: wie sie funktionieren

 

Freitagstipps

 

1.  Wenn ich richtig schwitze __________ .

2.    ________ zu schön .

3.   Ich könnte eigentlich mal wieder _________ .

4.    _________ untergehen.

5.    Im Keller  ________  .

6.    ________ gemeinsam erleben .

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !

Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

Meine Freitagstipps für euch

Freitagstipps zum Gucken

Hier ist ein wirklich guter Filmtipp, ich hatte ihn im Winter im Kino verpasst, und er läuft jetzt auf Prime. Der Film “The Change” erzählt auf familiärer Ebene davon, was passiert, wenn autoritäres Denken in der Mitte der Gesellschaft ankommt. Eine beunruhigende Mischung aus Politik und Familiendynamik – und leider brandaktuell. Läuft auf Amazon Prime.

Was ich noch gesehen habe: die Mini-Serie “Nur für dein Leben”. Leichte Unterhaltung, spannend, typisch Harlan Coben, ein Plot Twist nach dem nächsten und es ist nichts, wie es scheint. Läuft auf Netflix.

Und richtig schön fand ich auf Netflix den Film Voicemails for Isabelle. Erinnert etwas an den legändären Film Emails für dich mit Tom Hanks und Meg Ryan.

Die Fußball WM geht mir ja dieses Mal am A**** vorbei, aber dass die USA, trotz der plumpen Mauschelei von Trump, raus sind, und die Norweger und Belgier Publikumslieblinge sind habe ich zumindest mitbekommen.  Aber Wimbledon schaue ich, die Finals sind ja jetzt am Wochenende. Passend dazu habe ich mir die brandneue Doku “Chris & Martina: The final set” auf Netflix angeschaut.

Fast zwei Jahrzehnte lang prägten Martina Navratilova und Chris Evert das Damentennis. Ihre von gegensätzlichen Spielstilen, Persönlichkeiten und Weltanschauungen geprägte Rivalität trieb beide zu historischen Höchstleistungen und faszinierte ein weltweites Publikum. Jahre nach ihrem letzten Match stellte das Leben sie vor eine Herausforderung, der sich keine von beiden auf dem Platz stellen konnte: zeitgleiche Krebsdiagnosen.

Mit Archivaufnahmen, persönlichen Interviews und exklusiven Einblicken in Behandlung und Genesung beleuchtet die Doku, wie zwei Ausnahmeathletinnen mit Sterblichkeit, Identität und Widerstandskraft umgehen. Der Film erzählt, wie aus der größten Rivalität der Sportgeschichte eine tiefe Verbundenheit wurde.

Ganz ganz große Empfehlung, auch wenn ihr keine Tennisfans seid.

Freitagstipps zum Lesen

Man könnte ihn auch Teflon Jens nennen. Erhielt Spahn bei Thiel privaten Preisnachlass? Auch diese Meldung (wenn sie stimmt) wird ihm wahrscheinlich nichts anhaben können. Presseanfragen zum Thema werden nicht beantwortet, ein Schelm, der …

Ach guck, teuer ist nicht unbedingt besser. ÖKO-TEST enthüllt: Diese Mineralwasser sind stark verunreinigt – Wasser für 19 Cent überzeugt.

Sommerurlaub. Und der größte Badestrand Europas liegt wo? In Deutschland.

Apropos Urlaub, meine Bloggerkollegin Nadind ist seit 15 Jahren Reisebloggerin und hat neulich einen interessanten Rückblick auf ihrem Blog: Meine Learnings und was ich heute anders machen würde. Stöbert auch gerne mal auf ihrem Blog, es sind so viele phantastische teils auch ungewöhnliche Reisetipps dabei.

Es ist schon irgendwie traurig. Und wirft irgendwie neue Fragen auf. Jahrzehntelang ist “Green Boots” eine stumme Mahnung für Bergsteigerinnen und Bergsteiger am Mount Everest. Jetzt steht fest, wer der Mann ist, der dort mit neongrünen Stiefeln im Eis liegt. Bis zum Herbst soll sein Körper geborgen werden – ein riskantes Unterfangen. Am Mount Everest liegen etwa 200 Leichen, weil ihre Bergung entweder zu schwierig oder zu teuer ist.

Freitagstipps zum Hören

Wer das Trump-Projekt und die Zukunft der USA (vielleicht auch der Welt) verstehen will, muss auch Peter Thiel verstehen – der sechsteilige Deutschlandfunk Podcast “Die Peter Thiel Story”  hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt.

Ich habe den Podcast in einem Rutsch durchgehört, sehr spannend, und gleichzeitig nicht gerade beruhigend. Gibts auf allen bekannten Podcast Kanälen. Was ich besonders erschreckend finde: die Motivation des Multi-Milliardärs, der die ganze Welt mit allen Mitteln nachhaltig verändern will, ist hauptsächlich Steuern zu vermeiden. Und länger leben. Absolut gruselig und so gefährlich.

Das waren meine Freitagstipps, Gedanken und Geschichten für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, wenn ihr bis hierher gelesen habt. Das bedeutet mir wirklich viel.

Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

Habt ein schönes Sommer- Wochenende!

Alles Liebe

Barbara

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