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Gedanken zur Woche, Freitagstipps und # 875

22. Mai 2026

Und schon wieder ein langes Wochenende vor der Tür, sagte ich schon, dass ich den Mai mit diesen Feiertagen mag?  Ich gönne diese Wochen zum Durchatmen jedem, der einen “normalen” 9-5 Job hat. Und ein riesiges Dankeschön an alle, die an Feiertagen im Einsatz sind. Ob in Krankenhäusern, der Pflege, bei der Feuerwehr, der Polizei, im ÖPNV oder in Supermärkten und Bäckereien – sie halten unsere Gesellschaft am Laufen und sorgen dafür, dass wir anderen in Ruhe unsere freien Tage genießen können.

Ich freue mich auf eine Familienfeier am Pfingstsonntag, ansonsten werde ich einfach das schöne Wetter genießen.

Am Dienstag dachte ich noch kurz, es ist Oktober. Ich war mit meiner Freundin Andrea in der Stadt zum Shopping verabredet und hatte eigentlich anschließend einen Sundowner am Rhein für uns geplant. Von einer Minute auf die andere änderte sich das Wetter, während wir durch die Düsseldorfer Altstadt liefen. Wir flüchteten zum Essen in ein Restaurant, dort waren aber drei Schulklassen damit beschäftigt, sich gegenseitig an Lautstärke zu überbieten. Also weiter. Es blieb uns im Regen nichts anderes übrig, als uns in die Kasematten zu flüchten, die meine Freundin später als Ballermann von Düsseldorf bezeichnete. Wir hatten trotzdem eine gute Zeit, bis es durch die Zeltdächer reinregnete und wir bei gefühlten 9 Grad komplett durchgefroren mit unseren Einkaufstüten aus Papier zum Auto sprinten mussten. Mitte Mai in Deutschland.

Freitagstipps Düsseldorf

Aber jetzt sind wir glaube ich durch mit dem Wetter, ab jetzt ist Sommer!

Ich bin auch nach wie vor begeistert im Sauerteig Game. Inzwischen traue ich mich, leicht vom Grundrezept abzuweichen, aus der Not geboren eigentlich. Im Workshop wurde uns besonders proteinhaltiges Weizenmehl empfohlen, das hatte ich bestellt. Der DHL Mann hat sich aber kurzfristig entschieden, am für die Lieferung geplanten Tag das bestellte Mehl zu einer Packstation statt zu mir zu liefern. Da stand ich mit meinem Starter im Peak dumm da. Also habe ich meinen Rest Weizenmehl mit Dinkel-Vollkornmehl aufgefüllt und was soll ich sagen: das Brot ist super und würzig geworden.

 Sauerteigbrot

Für den Workshop am nächsten Wochenende habe ich auch bereits alles vorbereitet, es sind wieder viele neue Beispiele entstanden, die ich euch dann auch hier auf dem Blog zeige. Und der Startschuss für mein Lieblings-Event ist gefallen, ich konnte endlich die Anmeldung für den Crop Am Rhein 2026 starten.

Und sonst so?

Manchmal hab ich so einen Anfall von „krass in was für einer Zeit wir leben”. Klar läuft sehr viel sehr schief gerade und trotzdem sind alltäglichen Kleinigkeiten so irre für mich manchmal. Sei es Streaming und Musik wann und wo ich, mehr oder weniger, will. Google Maps! Ein Handy, dass im Prinzip alles kann was man so braucht diesbezüglich. Und diese ganze Instantmessenger-Apps und Verbindungen, die dadurch entstehen.

Das angesehene Magazin “US News and World Report” (da hat ganz früher meine Tante als Journalistin gearbeitet) hat ein großes Ranking der besten Länder der Welt veröffentlicht – zum Leben und Besuchen. Bewertet wurden zahlreiche Faktoren wie öffentliche Strukturen, Gesundheitswesen, Infrastruktur, Sicherheit, Aufstiegschancen, Umweltschutz etc.. 100 Länder wurden bewertet. Deutschland landet auf Rang 4. Deutschlands ist dabei das größte Land in den Top 10 der Studie.

Aber ne, hier ist ja alles am Ar***, wir leben nur noch in einer Krise, alles geht den Bach runter und “die da oben” fahren alles vor die Wand. Ich bin es so satt, wie unser Land schlecht geredet wird. Aus offensichtlichen Gründen. Ich kann es nicht mehr hören. Und es zeigt sich: Es ist faktisch falsch. Die Politik und die Medien wollen uns aber etwas anderes verkaufen.

Deutschland kurz vor dem Kollaps? Komisch. Dieses Land meldete 2025 über 62.000 Patente an. Fast 40 % der heimlichen Weltmarktführer sitzen in Deutschland. Nicht im Silicon Valley. Nicht in China. Deutschland baut: Maschinen. Laser. Medizintechnik. Industriesoftware. Automatisierung. Genau die Technologien, ohne die moderne Wirtschaft gar nicht funktioniert. Und trotzdem klingt die politische Debatte oft, als sei Deutschland ein hoffnungsloser Sanierungsfall.

Ich habe in diesem Zusammenhang auch einen Kommentar auf Social Media gelesen, den ich sehr nachvollziehbar fand: Es sollte keine Milliardäre geben. Weil ab einem bestimmten Punkt Reichtum keine Belohnung für Leistung mehr ist. Es ist akkumulierte Macht. Über Medien. Über Politik. Über Demokratie. Kein Mensch braucht eine Milliarde. Kein Mensch verdient eine Milliarde. Eine Milliarde entsteht immer auf Kosten von anderen. Wir lassen abartige Vermögenskonzentration zu und wundern uns dann warum Demokratien weltweit gerade erodieren. Milliardäre brauchen keine Demokratie.

Noch ein Thema, was mir diese Woche öfter begegnet ist, entweder weil es immer präsenter wird, oder mein Algorithmus mich beeinflusst hat. Innerhalb der MAGA-Bewegung und auch der rechten Szene in Deutschland hat sich die sogenannte »Masculinism«-Bewegung etabliert, eine radikale Gegenbewegung zu Feminismus und Gleichberechtigung. Und diese Bewegung nimmt immer größere Ausmaße an.

 Eine wie ich finde besorgniserregende Variante schwappt jetzt gerade aus den USA zu uns rüber. Männer entdecken Looksmaxxing gerade erst, wahrend Frauen das System längst perfektioniert haben. Der einzige Unterschied ist, dass es bei Frauen gesellschaftlich irgendwann als Selfcare, Empowerment oder einfach normale Pflege verkauft wurde, auch weil weiße Feministinnen jahrelang versucht haben, genau das so zu framen. Jetzt bauen sich junge Männer im Grunde dasselbe System auf. Ein Kreislauf aus Druck, Vergleichen und unrealistischen Standards. Und ehrlich, das ist traurig, weil sie am Ende genau wie Frauen in einem Spiel landen, bei dem die meisten nur verlieren können.

Knochen mit dem Hammer zertrümmern, Testosteron-Spritzen seit dem 14. Lebensjahr, Crystal Meth gegen Hunger: Influencer mit Millionen Followern propagieren, dass Aussehen der entscheidende Faktor für Macht und Erfolg ist – um jeden Preis. Ein Trend, der aus der Manosphere stammt – rechten Echokammern, in denen Männer wie Andrew Tate – gegen den Ermittlungen wegen Menschenhandels laufen – oder weiße Nationalisten wie Nick Fuentes die Regeln definieren.

Die Szene teilt Männer in „Chads” (Gutaussehende) und „Subs” (Untermenschen) ein – mit rassistischen und eugenischen Untertönen. Auf TikTok gehen solche Inhalte viral: Gesichtsvermessung, Hierarchien, Pseudowissenschaft. Ich finde das wirklich erschreckend, mehr dazu weiter unten in den Freitagstipps.

Good News!

Wie bereits erwähnt, so schlecht wie es scheint, der Wirtschaft nicht. Und Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit vertragen sich auch. Zum Beispiel: Die Solar- und Windkraft kann die Einnahmen von Städten fast verdoppeln. Sonne und Wind bringen Millionen.

In Berlin-Schöneberg gibt es jetzt eine eigene Grab- und Gedenkstätte für queere Menschen. Der neue Ort soll Raum für Erinnerung schaffen u.a. für Menschen, die Ausgrenzung erlebt haben oder keine Angehörigen hinterlassen. Eingeweiht wurde die Anlage am internationalen Aktionstag gegen Queerfeindlichkeit.

Erinnert ihr euch an den Milka Schokolade Skandal, über den ich letzte Woche in den Freitagstipps berichtet hatte? Gleicher Preis, weniger Inhalt: wegen der versteckten Preiserhöhung einer Milka-Schokoladentafel klagte die Verbraucherzentrale Hamburg. Und hat gewonnen: Laut Landgericht Bremen handelt es sich um eine „relative Mogelpackung und Irreführung des Verbrauchers“. Der Hersteller hätte deutlich auf die geringere Menge hinweisen müssen. Super!

 

Freitagstipps

 

1.   Pfingsten bedeutet für mich   _________ .

2.    ________ nur um der Harmonie willen.

3.   In der Relation _________ .

4.    _________ ist das die Lösung?

5.   Alles ist  ________   .

6.    ________ genau darum geht es.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !

Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

Freitagstipps Düsseldorf

Meine Freitagstipps für euch

Freitagstipps zum Gucken

Nachdem ich mal kurz Jack Bauer und das 24 Universum verlassen hatte, musste ich selbstverständlich die super gehypte Miniserie “Off Campus” sehen. Ich hatte vorher bereits gelesen, dass dies vielleicht die beste Buchverfilmung aller Zeiten sei. Insbesondere im Bereich der Mainstream-Romantik. Ich habe es komplett in einem Rutsch durchgesuchtet. Und – falls das als Beleg für die Qualität taugt – ich habe bereits damit begonnen, es mir ein zweites Mal anzusehen.

Die Kameraführung, die Filmreferenzen, die Übergänge zwischen den Szenen, die Musikauswahl, die Farben, die Kostüme … einfach alles ist perfekt. Ich dachte wirklich, ich wäre aus meiner Fangirl-Phase für Teenie Dramen längst herausgewachsen. Wohl doch nicht. Und das Casting ist absolut makellos. Bei jedem einzelnen Schauspieler hat man das Gefühl, er sei wie geschaffen für seine Rolle. Nicht nur optisch, sondern auch in der Art und Weise, wie sie die Charaktere verkörpern.

Das ist Fernsehen gezielt auf Frauen ausgerichtet, von Frauen gemacht und nach einem Buch adaptiert, das von einer Frau geschrieben wurde. Als hätte endlich die Ära der „guten Jungs” begonnen. Und vielleicht ist das genau der Grund, warum Garrett Graham und Off Campus in letzter Zeit das Internet komplett übernommen hat. So lange war das Thema mehr Romantik um kalte, emotional unerreichbare, ferne Männer herum, deren Liebe man sich verdienen musste. Und jetzt fallen Frauen kollektiv in einen völlig anderen Typ Mann hinein. Männer, die emotional präsent sind, respektvoll gegenüber Grenzen, unterstützend in schwierigen Momenten und die nicht spielen oder ihren Partner das Gefühl geben, dass Zuneigung etwas ist, für das man ständig kämpfen muss. Und der interessanteste Teil ist, dass diese Charaktere immer noch tiefcharismatisch und maskulin sind. Mehr davon bitte! Die zweite Staffel wird zum Glück bereits gedreht.

Während Frauen zu einem neuen Männerbild tendieren, treibt das gekränkte Ego, mangelndes Selbstbewusstsein oder was auch immer die Männerwelt in die komplett andere Richtung. Ich erwähnte es bereits weiter oben.

Auf das Thema bin ich durch unter anderem durch einen TV-Beitrag in der ARD Mediathek aufmerksam geworden. “Looksmaxxing” – gnadenlose Selbstoptimierung. Looksmaxxer – das sind Influencer, die auf TikTok, Instagram und YouTube ihren männlichen Followern die totale Selbstoptimierung predigen.

Und noch etwas aus der ARD Mediathek: Die ARD-Doku „F*CK DEEPFAKES” zeigt, wie kinderleicht es ist, täuschend echte Deepfakes mit frei verfügbaren Tools zu erstellen. Im Film spricht Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes, die sich seit Jahren mit dem Thema Deepfakes und digitaler Gewalt beschäftigt und sich für strengere Gesetze sowie mehr Schutz für Opfer engagiert, mit Expert:innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. In der Doku trifft sie auch den Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen, der selbst Opfer von Deepfakes im Internet ist.

Und dann hieß es nach acht Staffeln bye bye Jamie Fraser. Eine Ära endet. Die letzten zwei Folgen von “Outlander” waren berührend und in der letzten mit über 60 Minuten Laufzeit gab es etwas mehr Zeit zum Abschiednehmen. Dennoch lohnt es sich, nach dem kurzen Schreck am Ende der Episode, auch bis nach dem Abspann dranzubleiben. Zwar erscheint der Abspann auf den ersten Blick etwas unscheinbar, wer ganz genau hinsieht, versteht aber auch die tiefere Bedeutung. Mehr will ich nicht spoilern.Als “Outlander” vor über zehn Jahren zum allerersten Mal erschien, startete das globale Phänomen in der ersten Folge auch mit einem langjährigen Rätsel, dem plötzlichen Erscheinen von Jamie im 20. Jahrhundert. Wie konnte der Mann aus den 1700er Jahren überhaupt in der Zukunft erscheinen? Auch das wird in der letzten Folge erklärt. Ich habe diese Staffel übrigens  in der Originalversion geschaut, der schottische Dialekt ist einfach so passend!

Freitagstipps zum Lesen

Was für eine interessante Geschlechter-Studie, das Ergebnis überrascht mich nicht. Die Erziehung trägt maßgebend dazu bei, dass Frauen Risiken und Wettstreitereien eher scheuen als Männer: In einem Experiment haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Schülerinnen in reinen Mädchenschulen fernab der Eltern im Durchschnitt ebenso risikobereit sind wie Jungen. Deshalb fühlen sich Männer vielleicht auch immer mehr bedroht im Patriarchat.

Ich sag doch, das Thema begegnet mir gerade wirklich überall, auch in der Glamour: Was ist Looksmaxxing? Das beste Beispiel dafür, dass das Patriarchat auch Männern schadet.

Das Millionen Dollar Business mit der Abschiebung funktioniert zum Glück nicht ganz so wie geplant. Das von Donald Trump eröffnete Abschiebelager “Alligator Alcatraz” in einem Sumpfgebiet in Florida steht nun wohl vor dem Aus. Grund für die Schließung sind offenbar horrende Betriebskosten.

Freitagstipps zum Hören

Die Trump-Regierung forciert nicht nur ein christlich-weiße Familienbild, sondern auch die Macht der Männer. Die misogynen Ideologien sind schon lange nicht mehr in Ecken des Internets ausgelebte Fantasien, sondern werden unterstützt von Kabinettsmitgliedern. Die “Masculinism”-Bewegung ist auch Thema im OK, America? Podcast von gestern gewesen. Schon im Vorwort des von der konservativen Heritage Foundation geschriebenen Project 2025 wird betont, dass die Familie als Herzstück des amerikanischen Lebens wiederherzustellen sei. Nach extrem traditionellem Modell. Die perfekte Vorlage für die AfD bei uns.

The Band Camino habe ich auf TikTok entdeckt, dort finde ich übrigens oft tolle Sounds. Ihr neustes Album “Never Always” passt perfekt zu meiner Off Campus Obsession und ist heute komplett veröffentlicht worden. Die vorab verfügbaren Tracks habe ich in den letzten Tagen rauf und runter gehört.

Das waren meine Freitagstipps, Gedanken und Geschichten für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, wenn ihr bis hierher gelesen habt. Das bedeutet mir wirklich viel.

Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!

Und jetzt wünsche ich euch ein wunderschönes und sonniges Pfingstwochenende!

Alles Liebe

Barbara

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