…wenn man die aktuellen Schlagzeilen aus den USA, dem Mutterland des Scrapbookings liest. Erst wird die Produktion der Simple Scrapbooks eingestellt, jetzt ist die Creating Keepsakes bzw. die Muttergesellschaft CK Media insgesamt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. In den letzten Monaten hat der Verlag anscheinend schon einige seiner Publikationen eingestellt und ist durch ziemlich zweifelhafte Zahlungsmoral aufgefallen. Wir finden das übliche Muster, Fehler im Management, der kleine Angestellte oder Endverbraucher muss es ausbaden. Die Finanzkrise in den USA trieb die Sache auf den Höhepunkt.
In den amerikanischen Communities, Foren und auf Blogs ist es das zur Zeit meistdiskutierte Thema. Leider geht die Stimmung unter den Lesern und Scrapbookern tendenziell in Richtung Boykott. Es wird seit des HOF Skandals vor 2 Jahren immer wieder gegen die CK gehetzt, es wurden auf Grund dieses Theaters und einiger anderer sogenannter Skandale immer mehr Abos gekündigt oder nicht verlängert. Größtenteils waren Neid, Missgunst und Zickenalarm offensichtlich der Grund, Klatsch und Tratsch taten das übrige. Die allgemeine Rezession verstärkt das alles natürlich noch und alles wird pauschalisiert und in einen Topf geworfen.
Dazu kommen Argumente wie : warum soll ich etwas kaufen, wenn ich es im Web umsonst haben kann ? Na klasse, diese Einstellung finde ich besonders gelungen. Eigentlich war das Internet als Austauschmedium der Scrapbooker gedacht, weil die räumlichen Entfernungen da sind, und es ein so schön weltumspannendes Hobby ist.Aber das Internet ist nicht nur ein Selbstbedienungsladen.
Wenn das aber so endet, dass ein kleiner Teil der Scrapbooker Projekte umsonst ins Netz stellt und Scrapbooker umsonst Layouts zur Verfügung stellen oder posten, und der andere Teil saugt das einfach ab oder verdient sogar daran, dann kann das nicht gutgehen, wirtschaftlich gesehen. Vom moralischen Aspekt mal abgesehen. Einzig der Zeitschrift Scrapbook Trends scheint momentan nicht das AUS zu drohen. Warum ? Weil sie den Einsendern der Layouts nichts bezahlen, im Gegensatz zur CK, Simple Scrapbooks und Scrapbooks Ect.
Memory Makers tackert inzwischen statt zu binden, wenigstens ein erträglicher Versuch Kosten zu sparen und Jobs zu sichern. CK Media schuldet anscheinend etlichern Hobby-Scrapbookern und Möchtegern-Designern, die Layouts o.ä. eingesand hatten, Geld, und hat jetzt einen 40% Vergleich angeboten. Das Gejaule darüber stachelt das Gehetzte gegen CK Media noch an und die Abos und Magazinverkäufe werden weiter zurückgehen. Wem hilft das denn ?
Ich finde diese Entwicklung sehr bedauerlich. Gibt es irgendwann gar keine professionellen Scrap-Magazine mehr ? Von professionellen Designern und Medienspezialisten gemacht ? Einsendungen von Lesern sind sicher interessante Inspirationen für andere Leser, aber in erster Linie wird doch ein Magazin von Profis gemacht. Und deren Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Das Gejammere der Amateure, die Layouts eingeschickt haben und denen jetzt statt 100 Dollar nur 40 Dollar gezahlt werden finde ich übertrieben, bzw. der aktuellen Situation nicht entsprechend.
Wir sind in Deutschland sowieso schon schlecht dran was Printmedien zum Thema Scrapbooking angeht, die deutsche Scrap, wo Einsendungen ähnlich wie bei der CK vergütet wurden, ist leider auch eingestellt worden.
Die Creating Keepsakes war immer das Flagschiff der Scrapbooker, die Kolumne von Ali lässt mich jedesmal sabbern, die CK gehörte immer schon für mich zur wichtigsten und anregensten Lektüre. Zudem ist sie ein einigermaßen preiswertes Vergnügen und inzwischen auch in deutschen Shops erhältlich.
Ich werde ihr loyal treu bleiben bis zum Schluss und lasse mir das Vergnügen nicht nehmen, ausserdem empfinde ich eine gewisse Loyalität mit den kleinen Angestellten und Designern, die sicher gute Arbeit leisten und um ihre Jobs fürchten.
Gleichzeitig stellte ich noch einen anderen Trend fest. immer mehr Produkte werden inzwischen von Herstellern ( z.B.Making Memories, Tim Holtz, K&Co., SEI, Bazzill) exclusiv für die in den USA bekannten und beliebten Bastelmärkte Michaels, Joanns und Hobby Lobby hergestellt. Man muss sich diese Geschäfte wie OBI für Bastler und Näher vorstellen,ein Traum. Und preislich eher als Discounter anzusehen, wenn man sie mit den "normalen" Scrapbook-Shops vergleicht. Dieses ist sicherlich auf die allgemeine Rezession zurückzuführen, wenigstens macht es so das Hobby weiter bezahlbar, jedenfalls für amerikanische Scrapper. Wenn ich dann die Werbe-Aktionen mit den Spar-Coupons der US-Bastelmärkte sehe, werde ich schon manchmal neidisch…
Also dann, lasst uns nicht in das allgemeine Gejammer einstimmen, lasst uns nicht der negativen Stimmungsmache auf den Leim gehen und die Fahne hoch halten für unser Hobby. Gut, wir müssen alle vielleicht den Gürtel enger schnallen, es kann nicht immer nur bergauf gehen. Ich verzichte schon länger auf Brigitte, Essen und Trinken, Spiegel, Tageszeitung und was ich sonst so alles gelesen habe. Aber Die Zeit und die CK, das muss einfach sein, da hat man auch länger was davon !
Das war meine persönliche Meinung zur aktuellen Lage.
In diesem Sinne