Basteln DIY Mixed Media Projects

Erste Erfahrungen, drucken mit der Gel Press

20. Februar 2019

Drucken mit der Gel Press

Für manche von euch ist es vielleicht ein alter Hut, aber ich bin zurzeit total angefixt vom Drucken mit der Gel Press! Auf verschiedenen Messen und im Web hatte ich bereits verschiedene Demonstrationen mit dieser Gel-Platte zum Drucken gesehen. Als Mixed Media Fan reizte mich die Technik und die Möglichkeit, sowieso vorhandene Acrylfarben mal anders einzusetzen. Zu experimentieren und immer wieder neue und vor allen Dingen nicht zu 100% vorhersehbare Ergebnisse zu erhalten. Wie das so ist im Mixed Media Bereich. Jede Farbe reagiert anders, jedes Medium lässt sich vielseitig und auch vielschichtig einsetzen.

Ich bin wirklich noch ganz am Anfang und kann euch hier und jetzt nur von meinen ersten Erfahrungen berichten. Nachdem ich mich durch einige You Tube Videos schlauer gemacht hatte (einfach Gel Press oder Gelli Plate bei You Tube eingeben) bestellte ich direkt eine größere Gel Press Druckplatte *und gleich dazu mehrere kleinere für die nächsten Scrap-Impulse Workshops. Die große Gel Press ist 8×10″ (20×25 cm), damit habe ich die Möglichkeit, direkt auf große Layouts zu drucken. Wenn schon, dann gleich richtig, dachte ich.

Drucken mit der Gel Press, was braucht man für den Anfang?

Beim Arbeiten mit Farbe sind meine Finger meist rasend schnell versaut, prinzipiell kein Problem. Ausser, man möchte zwischendurch auch noch Fotos machen, haha. Ich habe mein Bestes gegeben, um euch etwas zu liefern. Einfach war das nicht, weil manche Arbeitsschritte schnell erfolgen müssen. Manchmal muss man aber auch warten, bis die Farbe trocken ist, je nach Technik. Nix für Ungeduldige wie mich.

Aber mal von Anfang an. Die Gel Press sollte glatt und gerade auf einer Bastelunterlage liegen, ich verwende inzwischen am liebsten die   Tim Holtz Media-Matte aus Glas * , sie ist einfach perfekt für Mixed Media. Dann braucht ihr eine  Farbwalze aus Hartgummi *. Und Acrylfarbe. Das sind die Basics. Verwenden lässt sich im Prinzip jede handelsübliche gute Acrylfarbe, die Ergebnisse für manche Techniken sind jedoch unterschiedlich. Ich hatte auf der Messe diese sanften Farben auf Kreidebasis von Paper Artsy gesehen und vom Farbauftrag und den Ergebnissen auch für mehrschichtige Drucke finde ich sie bis jetzt sensationell gut.

Chalk Paint Acrylfarben Paper Artsy

Gel Press mit Farbwalze und Acrylfarbe

Drucken mit der Gel Press, ein Schritt nach dem anderen

Die Farbe wird in einem kleinen Klecks auf die Platte gegeben und dünn über die gesamte Fläche der Platte ausgewalzt. Ich habe gleich mit jeweils zwei abgestuften Farben angefangen, da mich der mehrschichtige Druck gereizt hat. Es dauert, bis man die richtige Farbmenge ausgetüftelt hat. Der Auftrag sollte nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn sein. Zuviel Farbe lässt sich mit der Rolle auch wieder abnehmen. Auf jeden Fall braucht ihr ganz viel Schmierpapier an der Seite, um die Rolle zwischendurch immer wieder zu säubern und überschüssige Farbe abzurollen.

Für einen einfachen Druck legt ihr dann euer Papier (ich habe 200g Papier, später auch weißen Scrapbooking-Cardstock und Aquarellpapier verwendet) auf die Platte, solange die Farbe noch frisch und nass ist, reibt kräftig darüber und zieht das Papier ab. Auf diesem Bild hatte ich bereits mehrere Schichten Farbe verwendet, aber so könnt ihr euch vorstellen, was ich meine.

Drucken mit der Gel Press

Im Idealfall sollte die Platte nach dem Abzug komplett sauber sein, ich hatte hier bereits zu lange gewartet, weil ich erst die Finger abwischen und das Handy für’s Foto holen musste. Deshalb ist noch etwas Farbe auf der Platte verblieben, aber das ist auch ok.

Sowohl für einschichtigen wie mehrschichtigen Druck kann man für besondere Effekte und Muster zum Beispiel Schablonen, Gummistempel, Stencils, spezielle Gel Press Texturplatten und vieles mehr verwenden.

Ich habe für meine ersten mehrschichtigen Drucke Schablonen und Gummistempel in die erste Farbschicht gedrückt und etwas Farbe leicht mit einem Schmierpapier abgenommen. Diese erste Farbschicht muss vor dem Auftrag der nächsten Schicht ca. 5 Minuten trocknen, je nach Farbe. Die Chalk Paints trocknen wahnsinnig schnell, einerseits gut. Andererseits muss man dann auch schnell arbeiten, wenn man den Abzug macht. Hier sehr ihr eine erste Farbschicht auf der Platte.

Drucken mit der Gel Press erster Farbauftrag

Auf diese getrocknete Schicht wird dann eine weitere Farbe dünn aufgetragen, heller oder dunkler oder eine Kontrastfarbe. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Diese neue frische Farbe löst sozusagen die erste Farbschicht wieder und nimmt beide Schichten beim Abzug auf, nachdem ihr wieder euer Papier glatt aufgelegt und kräftig mit den Händen darüber gerieben habt. Auch die trockene Walze eignet sich für diesen Schritt. Diese ersten Drucke erinnern mich etwas an alte Basic Grey Scrapbooking-Papiere, alte Hasen werden wissen, was ich meine, oder?

Drucken mit der Gel Press

Ach, mir fällt gerade ein, ich habe ja meine ersten Versuche gefilmt und in den Highlights meiner Instastories gespeichert, da bekommt ihr auch einen kleinen Eindruck. Die lassen sich aber meines Wissens bisher nur mobil abspielen, also besser auf eurem Smartphone ansehen 😉

Auf diesem Bild seht ihr nochmal ein Beispiel für einen ersten Farbauftrag. Denkt daran, dass bei Schablonen mit Buchstaben oder Zahlen der Druck spiegelverkehrt ist! Ich habe das in der ersten Schicht die Buchstaben nicht beachtet. In der zweiten Schicht habe ich die Schablone auf links gedreht und mit dunkelgoldener Farnbe und dem Schwamm getupft, das sah dann so aus:

Drucken mit der Gel Press

Und hier das Endergebnis nach einer dritten Schicht gelber Farbe und dem Abzug auf Scrapbooking-Cardstock. Ich habe keine Ahnung, warum da ein Kreis drauf ist, oder am Rand lila Farbe ist. Lila hab ich gar nicht! Egal, das ist das spannende an der kreativen Spielerei, ich liebe es.

Drucken mit der Gel Press

Sehr gereizt hat mich auch von Anfang an die Transfer Technik mit Zeitschriftenseiten, die ich in Videos gesehen hatte. Aber das ist schon eine Klasse weiter! Nicht jede Zeitschrift eignet sich und warum manche funktionieren und manche nicht, konnte bisher niemand klar begründen. Mit Zeitschriften, die ich im Haus hatte, ging gar nix. Am nächsten Tag habe ich extra eine 7€ Vogue gekauft, die ich nie lese, ausser beim Friseur. Damit klappe es einigermaßen. Aber die Motivwahl! Es sollten kontrastreiche Bilder sein. Nicht viel gescheites in der neusten Ausgabe.

Drucken Magazine Transfer mit der Gel Press

Magazin Transfer Technik auf der Gel Press

Nächster Versuch: Ausdruck eigener Fotos auf dem Laserdrucker. Das klappte ganz gut, ist aber noch verbesserungswürdig. Ich habe einen Screenshot vom Handy ausgedruckt. Auf die Platte wird für diese Transfertechnik dünn dunkle Farbe ausgewalzt und dann die Magazinseite oder der Laserdruck darauf gelegt. Feste reiben und abziehen. Das sah dann auf der Platte so aus.

Drucken Magazine Transfer mit der Gel Press

Im nächsten Schritt (die erste Farbe muss komplett trocken sein!) trägt man wieder eine Kontrastfarbe auf, um die untere Farbschicht zu lösen. Diese Schicht muss wirklich sehr dünn sein, so, dass man das Bild noch durchschimmern sieht. Ich habe eine Zeit gebraucht, bis ich die richtige Menge Farbe raus hatte. Dann schnell das Papier drauf, solange die zweite Farbe noch nass ist.

Drucken Magazine Transfer mit der Gel Press

Na ja, zufrieden bin ich noch nicht. Dass mein Sohn mit einer Kamera vor dem Gesicht ist, kann man nur erahnen. Aber es sieht schick artsy aus. Auf diesen Druck würde ich jetzt noch etwas stempeln oder drauflettern. Mal schauen, wie ich weiter damit arbeite.

Mit meinen ersten Probedrucken werkel ich jetzt vielleicht kleingeschnipselt erstmal Collagen oder Karten oder Scrapbooking Layouts.

Auf jeden Fall macht es unglaublich viel Spaß und ich bin jetzt schon süchtig danach, weiter herum zu experimentieren. Inzwischen habe ich erfahren, dass ich wahrscheinlich nicht die optimale dunkle Farbe verwendet habe, die Acrylfarben Amsterdam von Royal Talens sollen für die Transfertechnik gut funktionieren. Vielleicht springe ich morgen mal in den Bastelladen, da gibt es sie hoffentlich. Ich werde weiter berichten!

Und mit Worten die Möglichkeiten, die der Druck mit der Gel Press bietet, zu beschreiben, ist kaum möglich. Sehr empfehlenswert sind die Videos von Birgit Koopsen, schaut sie euch unbedingt an! Die Videos von Barbara Grey zum Thema Gel Press finde ich auch super.

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Druck auf Gelplatten? Teilt sie doch bitte in den Kommentaren, ich würde mich sehr freuen, auch über Tipps!

Alles Liebe

Barbara

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2 Comments

  • Reply Nina M. 21. Februar 2019 at 6:36

    Danke für deinen Bericht Barbara,
    ich habe schon länger die Gelliplate,
    nun werde ich mich auch mal am Fotodrucken versuchen.
    nette Grüße
    Nina

  • Reply Lena 21. Februar 2019 at 7:52

    Hallo Barbara,
    wirklich interessant diese Technik!
    Ich selbst betreibe Scrapbooking/ Memory Keeping ja seit ca. 2003/2004, doch das Thema „Mixed Media“ beschäftigt mich erst seit ca. ein paar Monaten – ich bin wohl ein Spätzünder 😉 Daher finde ich Dein Beitrag zu der Platte super!
    Bisher habe ich nur mal mit Transfertechniken gearbeitet – oder Bügelfolien. So habe ich schon das ein oder andere Foto transferiert.

    Danke für den Beitrag.

    Gruß, Lena

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