Grundlagen des Scrapbooking Project Life Scrapbooking Scrapbooking Layout Travel Journals

Was ist nochmal Scrapbooking? Endlich kommt Teil 2!

23. August 2018

Es wird dringend Zeit für Teil 2 meiner Anregungen, Tipps und Ideen zum Thema Scrapbooking. Den ersten Teil hatte ich vor einigen Wochen geschrieben, daran möchte ich heute anknüpfen. Ich hatte vielfältige Möglichkeiten beschrieben und ihr könnt anhand einiger Fragen im ersten Beitrag ein eventuell bereits bestimmen, welcher Scrapbooking Typ ihr seid. Und wie ihr Scrapbooking zugeschnitten auf eure eigenen Ressourcen und Vorlieben umsetzen könnt.

Theoretisch jedenfalls.

Kommen wir heute zum praktischen Teil.

Eins gleich vorweg: es gibt kein Geheimrezept, kein wenn…. dann… . Es gibt zu viele Möglichkeiten und Variablen zu beachten, die mit eurer persönlichen Lebenssituation und euren Zielen zusammenhängen.

Könnt ihr nach den Fragen in Teil 1 meiner Anregungen vielleicht schon klarer einschätzen, was zu euch passt?

Scrapbooking entwickelt sich weiter, und das ist auch gut so

Mein Scrapbooking hat sich in ca. 15 Jahren sehr verändert. Für diese Entwicklung bin ich dankbar. Ich mag die distressten Kanten und den Grunge Style von damals genauso wie meinen jetzigen klareren und helleren Stil. Überhaupt spiegeln sich in Scrapbooking  aktuelle Trends und Designs , und die verändern sich im Laufe der Jahre. Wie in der Mode oder im Interior Bereich zum Beispiel.

Scrapbooking Mini Books im Korb

Nicht vergessen: das Ziel ist immer das gleiche, etwas Schönes mit den Fotos zu machen. Hauptsache machen, egal was, wenn es euch gefällt und für euch Sinn macht!

Wie ihr heute eure Erinnerungen verarbeitet, kann sich mit der Zeit ändern, und das ist o.k. Aber das Ziel bleibt das Gleiche.

So, jetzt macht euch einen Plan

Genug Theorie, lasst uns das Rad in Bewegung setzen. Macht euch eine Liste, welche Scrapbooks oder Fotobücher oder Journals ihr machen möchtet. Auf der Liste können zwei oder zweihundert Ideen stehen, egal. Schreibt es auf.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, sind hier nochmal ein paar Ideen für tolle Erinnerungsbücher. Wobei es so viel mehr Themen und Arten gibt, vielleicht habt ihr ganz andere Ideen.

Babyalbum, Hochzeitsalbum, Reisealbum, Tag-für-Tag  Album, Familiengeschichte, Reisealbum, Geburtstagsalbum, Alles-Über-Mich-Album, auch für ein Kind (find ich gut!), Reiseabenteuer, ein Album über ein Projekt wie Hausbau, ein anderes Hobby….ich höre auf, ihr merkt schon, dass so eine Liste ganz schön lang werden kann.

Sicherlich habt ihr jetzt bereits eine Idee, was ihr machen möchtet, wenn ihr auf eure Liste schaut.

Sucht euch EINS aus.

Ist das eine Regel? Mit einem Thema anfangen und nur daran arbeiten? Nein, sicher nicht, Regeln im Scrapbooking macht ihr selber. Allerdings ist es nach meiner Erfahrung leichter, erstmal mit einem Thema anzufangen und dort die Energie reinfliessen zu lassen, besonders als Anfänger. Darüber sollte man nachdenken.

Wie entscheide ich mich für ein Thema / welches Scrapbook mache ich als Erstes?

Es geht nicht unbedingt darum, welche Erinnerung am frischesten ist (obwohl das natürlich hilfreich sein könnte). Es geht vielmehr darum, wozu ihr Lust habt, worauf ihr so richtig Bock habt! Glaubt es mir! Welches Thema möchtet ihr unbedingt angehen, welche Fotos unbedingt sofort verscrappen?

Was würde gerade am meisten Spaß machen, die größte Freude bereiten?

Fangt doch damit an, wenn es sich gut anfühlt, der Rest kann warten.

Der nächste Schritt: die Scrapbooking Methode

Denkt an den Satz: das Ziel ist das Ende, wenn ihr über verschiedene Optionen nachdenkt. Ihr möchtet etwas fertigstellen, ein Ergebnis haben.

Da gibt es zum Einen traditionelles kreatives Scrapbooking

Wenn es euch gefällt, große Scrapbooking-Layouts für Alben zu machen, super. Ich liebe das ja besonders, das Spiel mit Fotos, Papieren Techniken und Texten. Es ist sicher das zeitintensivste Scrapbooking, wenn ihr für ein oder mehrere Fotos ein einziges Layout macht. Aber große Layouts, die im Laufe der Jahre dicke Alben füllen, sind etwas Besonderes, für besondere Fotos und Momente.

Scrapbooking Layouts im Album

Scrapbooking Layout Big Rösti

Zu dieser „Urform“ des Scrapbooking haben sich im Laufe der Jahre viele andere und zum Teil weniger zeitintensive Möglichkeiten für Memory Keeping (wie es neudeutsch heißt) gesellt.

Unter dem Aspekt Zeit entwickelte Becky Higgins vor einigen Jahren Project Life. Vorgefertigte Karten für Deko und Texte, Fotos im Standardformat 10 x 15 cm. Mit diesen sogenannten Pocket Pages hat man ohne großes Schneiden, Kleben und Dekorieren Wochen schnell und unkompliziert im Album dokumentiert, easy peasy. Ich habe in meinen PL-Alben meine Liebe zum Detail trotzdem ausgelebt, wie gesagt, es gibt keine festen Regeln.

Scrapbooking Project Life Album 2012Zusätzlich zum physischen Project Life gibt es auch die Möglichkeit, die Seiten digital zu erstellen. Die Project Life App dazu hatte ich euch bereits in anderem Zusammenhang vorgestellt. Ich persönlich bevorzuge nach wie vor das Arbeiten mit Papier und Kleber, deshalb habe ich kein Beispielfoto. Hat man wenig Zeit, kann man also Scrapbooking-Seiten für ein Album bequem am Handy oder Laptop auch unterwegs erstellen und sie dann bei einem Fotodienst für ein „richtiges“ Album zum Durchblättern ausdrucken lassen.

Pocket Pages statt im Album auf einem Layout? Auch kein Problem, geht alles. Ich habe im letzten barb@home Workshop mit meinen Gästen einen ganzen Monat mit 20 Fotos auf einem 12 x 12″ Layout verscrappt.

Pocket Pages auf Scrapbooking Layout barb@home Mai 2018

Pocket Pages auf Scrapbooking Layout Mai 2018

Seit einigen Jahren geht der Trend auch stark in Richtung Mini Book oder Mini Album. Hier sind der Phantasie (fast) keine Grenzen gesetzt. Alte Bücher als Altered Book mit Fotos wiederverwendet, Dezembertagebücher, Smash Books und Traveller’s Notebooks als Reisetagebücher, meine Regale sind voll davon und ich liebe sie alle. Bis hin zu Winzlingen aus Starbucks Coffee Sleeves oder Minis aus einem Bogen Papier.

Sogar einen Farbfächer aus dem Baumarkt habe ich als Upcycling Mini Album über London gestaltet. So vieles lässt sich verwenden oder wieder verwenden, ich mag das sehr.

Scrapbooking Albums Smash Books Journals

Scrapbooking Mini Album Book of Beauty

Scrapbooking December Daily Books Dezembertagebücher

Kommen wir wieder zurück zu eurem ersten Album oder Projekt, welches Thema stand als Erstes auf eurer Liste?

Fühlt ihr schon eine Tendenz für euch? Was spricht euch an? Könnt ihr euch für das aktuelle Lieblingsthema oder bestimmte Fotos schon etwas vorstellen? Wie soll euer fertiges Projekt aussehen, groß oder klein? Dicker Klopper oder kleines Baby-Mini? Etwas zum Verschenken? Alles geht, alles ist möglich.

Ich sage es nochmal: das Ende muss in Sicht sein. Nehmt euch nichts vor, was euch beim Gedanken daran schon überwältigt. Fangt an, aber nicht mit zu hohen Ansprüchen. Es soll in erster Linie Spaß machen und euch Freude bereiten. Und möglichst euren Kindern und Enkeln auch noch, wenn sie beim Betrachten eurer Scrapbooks einen Blick in die Vergangenheit oder ihre Kindheit werfen können.

Fertige Alben mit Seitenschützern, in die ihr eure Layouts schieben könnt, gibt es von 12 x12″ (30,5 cm) in immer kleiner werdenden Größen, bis hin zum Instax Mini Format.

Egal ob Babyalbum, Reisealbum, die Dokumentation eures Alltags oder Familienalbum, die Möglichkeiten sind von schnell und einfach mit Project Life Sets (die ihr in jedem Scrapbooking Shop bekommt) bis zu künstlerisch gestalteten Art Journals für Menschen, die gerne verschiedene Techniken machen möchten, fast unendlich. Was für ein langer Satz, SEO wird wieder mit mir schimpfen.

Tipps für das Erfolgserlebnis

Texte:

Das Thema Texte im Scrapbooking hatte ich vor einiger Zeit schon aufgegriffen, da es mir sehr am Herzen liegt. Welche Stimme soll aus euren Alben zu hören sein? Wenn ich Layouts über meine Kinder mache, schreibe ich zum Beispiel nicht über sie, sondern zu ihnen, ich adressiere sozusagen die Person, die auf den Fotos zu sehen ist.

Mache ich Alben über meine eigenen Reisen oder Erlebnisse oder Erinnerungen, schreibe ich in der ersten Person, meine Stimme bleibt so über Generationen erhalten.

Für mich macht das am meisten Sinn, ich habe es von Anfang an so gehalten, aber ihr seid vollkommen frei, eine andere Art zu wählen. Eure Alben, eure Regeln, eure Texte, klar, oder?

Fotos sortieren mit Post Its

Ich sortiere bestimmte Fotos, die ich verscrappen möchte, meist vorher in kleine Haufen, wenn sie in einem Mini Book verarbeitet werden, und pappe Post Its mit Datum und Ort dazu. Oder ich habe bereits den Titel eines Scrapbooking Layouts dabei im Kopf und schreibe ihn direkt mit auf. Zum Thema Fotoorganisation schreibe ich demnächst einen eigenen Post, das würde hier den Rahmen sprengen. Auch in Reisealben und meinen Project Life Alben arbeite ich mit Post Its. Hauptsache erstmal die Daten oder Erinnerungen notieren, verscrappen kann man sie, wenn Zeit ist.

Nicht zu viel nachdenken, nicht im Detail verlieren

Das sollte ich öfter beherzigen, darin bin ich Meister. Und es kostet Zeit! Wir Frauen haben es ja gerne besonders schön, mit viel Liebe zum Detail. In einigen Jahren ist das dem Betrachter sowas von egal, ob die kleine Klammer in der Ecke kupferfarben oder silbern ist. Ja ja, ich sagte bereits, mir ist das wichtig, wenn ich scrapbooke. Aber dafür muss man auch Zeit haben, verliert das nicht aus den Augen. Das Ende in Sicht, ihr wisst schon … 😉

Perfekt ist der Feind von fertig

Das Schwarz-Weiss Denken, das „perfekt oder gar nicht“ Denken hält uns oft von Dingen ab. Ich höre so oft, wenn ich Menschen in meinem Umfeld zum ersten Mal meine Scrapbooks zeige: „Das könnte ich nie! So was Tolles, aber ich würde das nie schaffen!“ Und dann kommt auch immer : „da hätte ich gar keine Zeit für …“

Falsch, ganz falsch!

In meinen Workshops mache ich seit vielen Jahren die Erfahrung, dass auch Anfänger die schönsten Sachen fertigen, und hinterher sehr glücklich und erstaunt sind.

Take it easy

Wie übersetzt man das jetzt? Mach dir keinen Stress. Sind die Fotos nicht in chronologischer Reihenfolge im Reisetagebuch? Ist doch egal, Hauptsache die Erinnerungen sind bewahrt und ihr könnt euch lange daran erfreuen. In 5, 10 oder 50 Jahren sind diese kleinen Sachen nicht so wichtig, wie sie euch vielleicht heute scheinen. Sind da etwas drei verschiedene nicht ganz perfekt passende Blautöne auf dem Layout? Egal, es wird später (ausser euch vielleicht) niemandem auffallen.

Scrapbooking Mini Albums Scrap-Impulse

Worüber niemand spricht

Ich muss das Thema ansprechen, es ist so wichtig. Bei jedem, der mit Scrapbooking zu tun hat, egal ob privat oder geschäftlich, steht das Resultat im Focus. Fertige Alben, fertige Projekte, ja, wichtig und super, wir haben es geschafft.

Was ist aber, wenn ihr keine Kinder habt, die sich später die Alben freuen? Wenn niemand ausser euch eure Alben sieht? Oder wenn im schlimmsten Fall eure wertvollen Alben zerstört werden oder verloren gehen? Moment, ich möchte euch nicht in negativen Gedanken bestärken, im Gegenteil.

Es gibt noch einen anderen Aspekt als die fertigen Alben.

Das Machen, das Gestalten, den kreativen Prozess

Der traumhafte, therapeutische, befriedigende, spielerische Prozess, unsere Fotos und Geschichten zusammen zu bringen. Die tollen positiven Erfahrungen, mit eurer Phantasie und euren Händen etwas geschafft zu haben, finde ich unendlich wertvoll und befriedigend. Das kann euch niemand nehmen. Ich wäre unendlich traurig, sollte meinen Scrapbooks irgend etwas passieren, wären sie verloren. Aber die ganzen Jahre, in denen ich persönlich mit viel viel Freude daran gearbeitet habe, die sind einfach da und haben mein Leben so viel schöner gemacht. Hört sich das kitschig an? Mag sein, aber vielleicht könnt ihr meine Empfindungen nachvollziehen.

Denkt an das „Warum“

Und damit komme ich auch zum Schluss dieses Beitrags, ich habe euch reichlich zum Nachdenken gegeben.

Warum möchtet ihr etwas mit euren Fotos und Erinnerungen machen? Warum ist es wichtig für euch? Denkt einmal zwei Minuten darüber nach, dann ist es vielleicht in euren Herzen verankert und ihr verliert es nicht aus den Augen.

Ich verspreche euch, wenn ihr den Grund nicht vergesst, bleibt die Leidenschaft und die Motivation, sollte sie mal nicht ganz so sichtbar für euch sein.

Im Laufe der Jahre habe ich so viele Menschen für dieses Hobby begeistern können. Oft wird es ein ganz oder gar nicht, ich mag es oder kann überhaupt nichts damit anfangen. Jeder, den die Leidenschaft aber einmal gepackt hat, wird das bestätigen können.

Scrapbooking rocks.

Alles Liebe

Barbara

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8 Comments

  • Reply Petra 24. August 2018 at 6:05

    Ein ganz toller Bericht!! Du hast mich ja schon seit Jahren bestärkt und inspiriert. Aber ich habe es gerne nochmal gelesen.
    Und ich muss dir beistimmen… vor Jahren habe ich alles akribisch genau – z.B. bei der Reise eingeklebt. Inzwischen sehe ich es locker, ob wir erst in der Altstadt und dann am Strand waren. Hauptsache die Erinnerung bleibt.
    Und ob mein Kind alle Alben erben will 😂 ?!?
    Aber ich habe nicht nur beim Machen viel Spaß. Ich gucke sie mir auch an – immer wieder.
    Ganz liebe Grüße Petra

    • Reply Barbara 25. August 2018 at 12:55

      Danke liebe Petra! Und ich bin mir sicher, dass dein Kind gerne in deinen Erinnerungen stöbern wird, es kommt ja sicher auch darin vor 😉

  • Reply Brigitta Gaisser 24. August 2018 at 7:09

    Vielen Dank für diesen wieder so inspirierenden Bericht. Du hast das alles so wunderbar zusammengefasst. Und die vielen Erinnerungen festzuhalten ist einfach wunderbar. LG Brigitta

    • Reply Barbara 25. August 2018 at 12:56

      Vielen Dank Brigitta, es freut mich sehr, dass du meine Gedanken nachvollziehen kannst!

  • Reply Angelika 25. August 2018 at 10:04

    Durch dich kam ich zum Scrappen und herstellen der MiniBooks und ich bereue keine Sekunde. Bei mir liegen die Mini’s verteilt in der Wohnung zum anschauen bereit. Ich habe keine Scheu davor wenn der Besuch sie in die Hand nimmt und anschaut, so bekommen sie auch das Patina. Manchmal bin ich auch noch zu genau aber auch das verändert sich langsam.
    Vielen Dank für die vielen WS
    ganz liebe Grüße 😍😍 Angelika

    • Reply Barbara 25. August 2018 at 12:58

      Oh wie mich das freut, Angelika! Und du hast recht, die Alben sind zum Anfassen und Anschauen da, das ist der Sinn der Sache. Es wäre zu schade, wenn sie nur im Schrank stehen 😉

  • Reply Isabell 25. August 2018 at 10:13

    In den vergangenen Monaten dachte ich, keine Zeit mehr zum scrappen zu haben. An Ideen mangelt es nicht. Dieser Bericht hat mich erinnert, wie toll es sich anfühlt, etwas kreatives zu machen und ein Ergebnis in den Händen zu halten. Also habe ich gleich mit der Liste angefangen und such mir jetzt ein Projekt zum „Neustart“ aus. Vielen Dank!

    • Reply Barbara 25. August 2018 at 12:59

      Liebe Isabell, auch wenn man nur eine halbe Stunde Zeit hat, kann man kreativ sein ;.) Es freut mich sehr, wenn mein Beitrag dich dazu ein wenig motiviert hat, vielen Dank!

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