Das Thema Gelli Plate Foto-Transfers oder Magazin Transfers beschäftigt und reizt mich schon lange. Ich habe damit bereits in meinen Workshops experimentiert und habe viele Magazine ausprobiert. Alles gut, alles schön für Collagen, Art Journals und mehr. Die künstlerische Technik macht Spaß und die Ergebnisse sind immer wieder spannend. Foto-Transfers auf der Gelli Plate ist eine kreative Drucktechnik, bei der man ein Bild (z. B. aus Zeitschriften oder Laserdrucken) auf eine Gel-Druckplatte überträgt. Das Ergebnis wirkt oft malerisch, leicht vintage und einzigartig.
Aber im Herzen bin und bleibe ich Scrapbooker und Geschichtenerzähler mit meinen eigenen Fotos. Und nicht mit Köpfen von Models aus der Vogue.
Wie also verbindet man diese Leidenschaften?

Mit Gelli Plate Foto-Transfers mit eigenen Fotos. Über meine ersten Erfahrungen und Experimente hatte ich euch bereits vor einigen Wochen im Blogbeitrag zu Gelli Plate Foto-Transfers berichtet.
Für dieses Scrapbooking Layout habe ich ein Foto vom Berliner Dom, das ich am Ostersamstag gemacht hatte, als Foto-Transfer auf die Seite eines alten Ledger Journals gedruckt. Beim Besuch im Museum Store des Humbold Forums hatte ich Washi Tape mit Zeichnungen des Berliner Doms gekauft. Das kam hier direkt zum Einsatz. Das Pink im Tape inspirierte die restliche Deko des Layouts mit ein paar Schnipseln, Briefmarken (natürlich!!) und einem Titel mit dem Word Punch Board*. Dafür habe ich den restlichen Streifen der Journalseite, die ich in der Höhe gekürzt hatte, verwendet.



Die Resonanz und das positive Feedback – auch auf Social Media – haben mich natürlich sehr motiviert, meine Ideen und Erfahrungen in Workshops weiter zu vermitteln.
Nach einigen Tagen Tüftelei, Überlegungen und dem Versuch, meine vielen kreativen Ideen zu komprimieren und workshoptauglich zu machen, haben am vergangenen Wochenende meine ersten beiden Workshops zum Thema Gelli Plate Foto-Transfers stattgefunden.
Das große Interesse hat mich sehr gefreut und ich bin meinen Gästen wirklich dankbar, dass sie sich auf dieses neue Thema eingelassen haben!
Ich habe mir für diesen Zweck extra einen HP SW Laser Drucker* bestellt. Den nutze ich natürlich auch für meinen Bürokram. Aber ich hatte bei den Bewertungen extra recherchiert, welcher Drucker besonders gut für die Gelli Plate Foto-Transfers Technik geeignet ist. Und kein Vermögen kostet.
Nach etlichen Probedrucken kann ich sagen: klare Empfehlung! Die Technik funktioniert im Übrigen nur mit einem Laser Drucker, das ist die Grundvoraussetzung. Inkjet Drucker (damit habe ich bisher gearbeitet und drucke damit nach wie vor meine Fotos) haben nicht den entsprechenden Toner.

Dieses Scrapbooking Layout habe ich ebenfalls als Beispiel für die Workshops gemacht und das ausgedruckte Foto der Blume meinen Gästen ins Materialpaket gepackt. Nach den eigenen Fotos war es das meistgedruckte Motiv. Den Transfer habe ich mit schwarzer Acrylfarbe gemacht und abgenommen habe ich mit meinem liebsten Beige Ton, Amsterdam Titanium Buff*. Davor habe ich mit einer Schablone und einem dunkleren Ton, Liquitex Unbleached Titanium* Schriftzüge auf die Gelli Plate getupft.

Für das Layout habe ich den Text mit der Schreibmaschine direkt auf das fertige Layout getippt. Mit reichlich Typos, au weia. Ich muss mir man Tipp Ex besorgen, vielleicht gibt es diese kleinen Blättchen noch, mit denen der falsche Buchstabe dann unsichtbar wird. Diese neumodischen Tipp Ex Mäuse machen ja leider weiße Flecken. Und da es eine amerikanisches Fabrikat ist, fehlen die Umlaute, die ergänze ich normalerweise mit einem Stift, das habe ich inzwischen gemacht.

Die gleiche Blüte habe ich testweise noch mit einer anderen Farbe gedruckt. Schwarz funktioniert zwar am besten, ist aber auf Dauer langweilig und ich war ja im Testmodus. Oben der Berliner Dom ist übrigens in Amsterdam Preussisch Blau* auf einer A 4 Gelli Plate* gedruckt.
Wie gesagt, hier ist die Blüte in Liquitex Acrylics Magenta* gedruckt und der Rest ist eigentlich so garnicht meine Farbe. Ich und rosa…. Aber ich fand dann ein farblich passendes Foto meiner Tochter und ein paar grüne Schnipsel und Stanzteile ergänzten das Layout.



Während der Workshops hatte ich noch einige Beispiele zur Demonstration gedruckt, die ich in den nächsten Tagen auch zu Scrapbooking Layouts verarbeiten werde. Momentan habe ich wieder viel Spaß an diesem großen Format und tausche die Layouts in meinen Wechselrahmen an der Wand regelmäßig aus.
Was schätzt ihr, wie dieses Muster auf der Gelli Plate entstanden ist? Tja, das ist tatsächlich ein Foto-Transfers des Fußbodens meiner Tochter in ihrem Haus in London.

Links die entsprechend bearbeitete und ausgedruckte Kopie des Fotos, rechts der fertige Druck. Da meine großen Gelli Plates alle im Einsatz durch meine Gäste im Workshop waren, musste ich auf einer kleineren Letter Size Platte drucken, die Laser Drucke sind eigentlich DIN A 4. In 99% der Fälle könnt ihr das mit dem Laserdrucker gedruckte Foto auch zweimal verwenden. Wenn man die Druckqualität des Druckers auf “optimal” stellt klappt das. Der Toner glänzt leicht gegen das Licht, wenn ihr das nach dem ersten Druck noch seht, könnt ihr das Foto nochmal verwenden, der zweite Abdruck wird eventuell nicht mehr ganz so scharf. Aber das macht es noch etwas künstlerischer, finde ich.

Und noch ein Muster. Den Kanaldeckel habe ich auch in Berlin fotografiert und der Hintergrund wird sich perfekt für ein Layout mit #fromwhereistand Fotos eignen. Davon habe ich so viele! Und auch wenn der Hashtag nicht mehr trendet, mache ich sie immer noch gerne.

Gelli Plate Foto-Transfer Workshops
So, nach dieser Einleitung kommen wir zum Thema Workshops. Die angemeldeten Teilnehmerinnen hatten mir vorab ihre Fotos geschickt. Ich habe jedes einzelne Foto dann für die optimale Qualität in meinem Fotobearbeitungsprogramm entsprechend bearbeitet und auf meinem Laserdrucker* ausgedruckt. Dafür hatte ich spezielles Broschürenpapier* bestellt, das nach einigen Online Recherchen als am besten für den Laserdruck bewertet war. Je glatter das Papier, desto besser funktioniert der Druck. Es sollte soviel Toner wie möglich auf der Oberseite des Papiers sein, das ist bei glattem Papier der Fall. In “normales” Druckerpapier zueht der Toner ein, und es bleibt nichts zum Übertragen auf die Gelli Plate.
Sehr gut für den Drucker geeignet sind auch diese A4 Karteikarten*, die ich auch immer für meine Textstreifen nutze.
Außerdem hatte ich für meine Gäste noch andere Fotos als ihre eigenen zum Üben ausgedruckt, und zum Aufwärmen und Ausprobieren für die Anfänger noch Magazinseiten usw. bereitgestellt

Und was soll ich sagen: in kürzester Zeit herrschte auf den Tischen kreatives Chaos und die Damen waren mit Begeisterung bei der Sache. Ich hatte vorab ein wenig theoretisches Wissen und erprobte Tipps aus meiner Praxis vermittelt, und dann ging es direkt los.

Ein Foto aus London, nach dem Druck auf der Gelli Plate. Veredelt mit Farbtupfern und Schablonen.

Und der fertige Druckabzug! Ein wenig Platz für Fotos ist auch noch da. Wenn man Scrapbooking Layouts aus den Gel Press Drucken machen möchte, ist der Druck eines A 4 Fotos auf einer 12″ Gelli Plate* und auf 12″ Aquarellpapier* perfekt dafür geeignet. So hat man noch Platz für Muster, Stempel etc. auf der Platte um das Foto herum.

Für meine eigenen Layouts mit diesen großen Hintergrund Motiven verwende ich auch gerne kleinere Fotos, damit vom künstlerischen Werk nicht zu viel verdeckt wird. Beispiele gibt’s auch im ersten Blogbeitrag zum Thema Gelli Plate Foto-Transfer mit eigenen Fotos. Da ich noch einige Instax Filme mit nahem Ablaufdatum (oder bereits abgelaufene) habe, werde ich die jetzt zeitnah verwenden. Sie eignen sich mit dem weißen Rahmen auch richtig gut, da sie sich automatisch abheben.
Hier sind noch einige der Ergebnisse aus dem Workshop. Meine Gäste haben fast alle zum ersten Mal mit der Technik gearbeitet und die Ergebnisse haben wirklich überzeugt. Ich hatte etwas Bammel, da es ja für mich auch eine Premiere war und ich hoffte, dass alles so klappte wie ich es geplant hatte.
Beim “Üben” ging es erstmal auch nicht ohne klitzekleine Frustmomente ab. Aber ich sehe inzwischen mit meiner Erfahrung recht gut, wo es hakt und mit meinen Tipps klappte es dann. Und es gab Applaus und ohhhh, toll!!! Ausrufe. Denn beim Gelli Plate Foto-Transfer gibt es ein paar Dinge, die essentiell wichtig für ein schönes Ergebnis sind. Unten verrate ich euch dazu noch einige Basics.

Diese Blüte war ein sehr beliebtes Motiv und lässt sich wie man hier sieht auch mit weißer Acrylfarbe* super auf die Gelli Plate übertragen.






Ein kleiner Snack in der Mini-Pause durfte natürlich nicht fehlen.

Und ohne den Einsatz von Frau Merkel hätte einiges auch nicht so gut geklappt. Denn für diese Technik braucht man Geduld, etwas Zeit und Druck auf die Platte vor dem finalen Abzug. Ich lege inzwischen immer einige dicke Wälzer drauf, und versuche mich in Geduld zu üben. 10 Minuten Trocknungszeit sollten es schon sein.

Während der Workshops war ich für meine Gäste da, mehr Fotos habe ich deswegen leider nicht geschafft. Aber ich kann euch versichern, dass auch die Werke, die ich nicht fotografiert habe, super gelungen sind. Alle wollten noch weiter machen und da ich Ende Mai den nächsten Workshop in meinem Kalender geplant habe, greife ich Gelli Plate Foto-Transfer als Thema gerne noch mal auf. Wahrscheinlich in Kombination mit Layering mit Alcohol Inks? Mal schauen. Ich bin dran. Wenn ihr frühzeitig Informationen zu Workshops erhalten möchtet, abonniert doch gerne meinen Newsletter.
Basiswissen zum Gelli Plate Foto-Transfer
Jetzt kommen noch ein paar allgemeine Tipps aus meinem Erfahrungsschatz:
Was braucht man:
- Gelli Plate* (Gel-Druckplatte)
- Acrylfarbe* (wichtig: keine wasserlösliche Farbe)
- Farbwalze* (Brayer)
- Papier ( ich verwende gerne dieses 200g Aquarellpapier* und glattes dickes Kopierpapier*)
- Bild zum Transfer (Laserprint oder Magazinseite)
1. Farbe auftragen
- eine kleine Menge Acrylfarbe auf die Gelli Plate geben
- Mit der Walze dünn und gleichmäßig verteilen
- Die Schicht sollte sehr dünn sein
2. Bild auflegen
- Das Foto mit der Bildseite nach unten auf die Farbe legen
- Leicht andrücken (nicht zu stark!) und nach ca. 10 Sekunden abnehmen
3. Trocknen lassen
- Kurz warten, die erste Farbe muss trocken sein
- Dann eine zweite kontrastierende Farbschicht gleichmäßig mit der Walze auftragen
4. Papier auflegen & drucken
- Ein Blatt Papier auflegen
- Mit der Hand glattstreichen, fest andrücken und ggfs beschweren
- Trocknen lassen, Geduld ist hier der Schlüssel
- Papier abziehen, als Test erstmal eine Ecke anheben, es darf keine Farbe mehr auf der Platte sein
Tipps für bessere Transfers
- Dünne Farbschicht = bessere Details
- Schwarz-weiß Bilder aus funktionieren oft am besten
- Glattes Papier = schärferes Ergebnis
- Alte und glänzende Magazine funktionieren super
Bei Foto-Transfers auf der Gelli Plate machen die Acrylfarben den größten Unterschied. Manche funktionieren super, andere eher frustrierend.

Die besten Farben für Foto-Transfers
Mittel- bis hochviskose Acrylfarben funktionieren am zuverlässigsten:
- Golden (Fluid & Heavy Body)
- Liquitex (Basics oder Heavy Body)
- Amsterdam Acrylfarben
- Schmincke Acrylfarben
Warum sie gut funktionieren: trocknen gleichmäßig, nehmen Druckertoner gut auf, geben schöne Details wieder
Meine Empfehlung für Anfänger:
Liquitex Basics oder Amsterdam — zuverlässig und günstiger
Manchmal funktionieren sehr flüssige Farben (Fluid Acrylics) oder billige Bastelacrylfarben. Ich rate euch aber davon ab. Zum Teil sind sie so wasserhaltig, dass sie sehr langsam trocknen, oder zu ungleichmäßig. Oder zu schnell. Details gehen verloren.
Diese Farben funktionieren besonders gut:
- Schwarz (beste Details)
- Dunkelblau
- Dunkelgrün
- Umbra / Braun
- Dunkelgrau
Helle Farben gehen auch, aber die Details sind etwas schwächer. Weiß klappt bei mir super.
Viele Künstler machen es so:
- Erste Schicht: Dunkle Farbe für Transfer
- Zweite Schicht: Helle Farbe als Hintergrund
Das ergibt sehr klare Gelli Plate Foto-Transfers. Wenn ihr es erstmal mit Magazinen & Co. versuchen möchtet, könnt ihr im Beitrag Magazin Transfer, welche Magazine besonders gut funktionieren nochmal einiges dazu lesen.
Und noch ein ganz besonderer Tipp zum Schluss für heute: immer wieder probieren, und nicht frustriert sein, wenn ihr erstmal ein blah blah Ergebnis bekommt. Das passiert übrigens auch erfahrenen Gelli-Künstlern — Transfers sind immer ein bisschen experimentell.
Und das macht sie – so finde ich – besonders reizvoll.
Alles Liebe
Barbara
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