Mehr zufällig habe ich in den vergangenen Tagen entdeckt, dass dieser Blog im Sommer sein 20jähriges Jubiläum feiern wird. Feiern werde natürlich ich, mit euch, der Blog ist ja eher ein …. ja was eigentlich?
Gedanklich war ich in den letzten Tagen eigentlich auch mehr in London, da ich sehr lange mit einem neuen Reisebericht mit Tipps für London beschäftigt war. Gedanken und Ideen sortieren, Fotos suchen, Recherche für die Verlinkungen und dann alles in eine übersichtliche Form bringen. Das dauert. Und zum Schluss sind im Kopf schon wieder so viele neue Ideen, die erstmal nicht mehr reinpassen. Längere Beiträge gegen kurze Aufmerksamkeitsspanne der Leser*innen ist ja in diesen Zeiten auch ein nicht zu unterschätzendes Ding, ich vermeide absichtlich das Wort Problem.
Mein Blog, oder allgemein gesehen herkömmliche old school Blogs sind inzwischen vielleicht auch eher Nachschlagewerke, die länger Bestand haben als kurze Social Media Posts. Wenn man die KI mal außen vorlässt. Die zieht sich die Kurzinfos – zum Beispiel bei der Google KI Gemini, die oben bei jeder Google Suche erscheint – aus Texten und anderen Inhalten im Netz. Texte, die Autoren, Texter und Blogger wie ich geschrieben haben. Ohne, dass diese Menschen einen Cent extra dafür bekommen natürlich.
Anders als Google-CEO Sundar Pichai, der mit einem geschätzten Vermögen von 1,1 Milliarden eher “arm” im Vergleich zu einigen anderen Tech Bros ist. Aber dank Autoren wie mir und natürlich Millionen anderer Menschen, die Inhalte ohne Honorar ins Netz stellen, steigt er zu einem der bestbezahlten CEOs der Welt auf, nachdem Google seine Gesamtvergütung auf 692 Millionen Dollar erhöht hat.
Ist das nicht schön? Weiter darüber nachzudenken macht mich nur sauer, ich lass es lieber.
Als ich jedenfalls bei meiner Bloggerkollegin Anna Berlin Mitte Mom letzte Woche einen wirklich wunderschönen und tiefgründigen Text las, klickte es bei mir und ich schaute extra nochmal in mein Archiv. Ja tatsächlich, dieser Blog ist seit August 2006 am Start. Ich komme dann zu gegebener Zeit wieder auf das Thema zurück, also im Sommer.
So, das vorausgeschickt, denn ich habe für die Freitags-Blogbeiträge selten ein genaues Konzept (außer weiter unten natürlich) und tippe erstmal einfach los.

Der Workshop mit der bezaubernden Alina von MABON, mit dem ich am vergangenen Samstag ins Sauerteig Game eingestiegen bin, war übrigens großartig. Viel praktisches Wissen, eine schöne gemütliche Atmosphäre in einer tollen Gruppe und mein allererster gelungener Teig haben meine Motivation sehr gesteigert. Mein erstes selbstgebackenes Sauerteigbrot ist zwar noch nicht so aufgegangen wie im Bilderbuch, aber es war köstlich und ist bereits verspeist. Den mitgebrachten Starter habe ich gestern neu gefüttert und heute rühre ich, und falte meine Coil Folds und warte und backe. Was man am Feiertag so macht. Wenn ihr in der Nähe von Düsseldorf wohnt, kann ich euch die Workshops und das Brot von Alina unbedingt empfehlen!
Dann war ich noch für meine Arbeit in Düsseldorf bei einer Konferenz für Stadtteil – oder wie es jetzt heißt Quartiers-Entwicklung. “Stadtgesellschaft gemeinsam gestalten – Perspektiven für ein generationenübergreifendes Miteinander”. Ein spannendes und so wichtiges Thema.
Auto durch den TÜV bringen und neue Reifen drauf stand auch noch auf meinem Programm. Und ich habe meinen Backofen saubergemacht. Heute und am Wochenende bin ich noch etwas planlos, mal schauen, ob ich mal die verwilderte Terrasse in Angriff nehme und mir in der Stadt vielleicht den ersten FroYo der Saison gönne. Ganz entspannt. Die Zeiten von Mai Wanderungen mit Bollerwagen und Bierfässern sind für mich schon lange vorbei.
Und sonst so?
Hope, Timmi, oder wie auch immer der Wal von den “Rettern” genannt wird, wurde (Stand von gestern) nach Dänemark geschleppt. Die Dänen sagen, sie werden den Wal einfach in Ruhe lassen, wenn er vor der Nordspitze Dänemarks stranden sollte. Der Medienrummel hört dann hoffentlich auf.
Hätte ich mal gedacht, dass ich den König von England und den Papst für die vernünftigsten weißen alten Männer halten würde? Wahrscheinlich nicht. Aber zurzeit ist alles und nichts möglich. Mehr dazu weiter unten in den Freitagstipps.
Und immer wieder begegnet mir auf Social Media die Frage: Was zum Teufel hat Trump tatsächlich getan, damit so viele Menschen, die keine Milliardäre sind, ihn so sehr verehren? Er ist unhöflich, so dumm, so gruselig und seltsam, und hat sich mit so vielen Idioten umgeben, die ständig in ihren Jobs Mist bauen. Er beschimpft ständig jeden, den er nicht mag, und dreht sich dann um und weint über jeden, der über ihn einen Witz macht (ich sehe da aktuell übrigens Parallelen). Warum sind so viele Menschen so hoffnungslos diesem Mann verfallen? Was zum Teufel verpasse ich hier?
Wahrscheinlich ist es ziemlich einfach. Seine MAGA-Anhänger sagen “Er ist genau wie wir” Deshalb mögen sie ihn. Er sagt, was er will, macht, was er will, befolgt keine Regeln und hat überhaupt keine moralischen Werte. Er senkt die Maßstäbe für alle, was es ihnen ermöglicht, widerlicher zu sein, als es sonst sozial akzeptabel wäre. Für die Armen bedeutet das, ungehobelt zu sein wie er. Für die Reichen bedeutet es, von den Armen zu stehlen, wie er es tut.
Inzwischen befürchte ich wirklich das Schlimmste für die fast nicht mehr vorhandene Demokratie in den USA und vor allen Dingen für zukünftige Wahlen. Da die Republikaner wissen, dass sie wirklich demokratische Wahlen nie mehr gewinnen können, arbeiten sie mit Hochdruck daran, bereits vor den Midterms im November, die Wahlkreise massiv zu ihren Gunsten zu manipulieren. Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Voting Rights Act von 1965 gestern endgültig ausgehöhlt – er ist das Schlüsselgesetz der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Als Präsident Lyndon B. Johnson ihn 1965 unterzeichnete, beendete er eine hundertjährige Diskriminierung, mit der die Südstaaten schwarze Menschen vom Wählen abhielten. Die meisten schwarzen Abgeordneten in Washington, die seit den späten Sechzigerjahren ins Parlament gewählt wurden, verdanken ihren Sitz diesem Gesetz. Dieses Prinzip hat der Supreme Court gestern de facto gekippt. Wer beweisen will, dass eine Wahlkarte Schwarze benachteiligen soll, muss nun belegen, dass die Karte aus rassistischen Motiven gezogen wurde – und nicht etwa, um eine Partei zu bevorzugen, was erlaubt ist. Das ist eine kaum überwindbare Hürde.
Eine Gruppe MAGAs hatte die Klage eingereicht, wegen angeblicher Diskriminierung weißer (!) Menschen. In Bundesstaaten wie Louisiana leben viele schwarze Wählerinnen und Wähler konzentriert in bestimmten Gegenden. Wenn amtierende Politiker die Wahlkreise so zuschneiden, dass diese Wähler auf viele weiße Mehrheitswahlkreise verteilt werden, haben ihre Stimmen kaum noch Wirkung und die Demokraten könnten 19 ihrer bisherigen Sitze verlieren. Es ist einfach furchtbar.
Was mich auch nachdenklich gemacht hat: Seit 2019 begleitet eine große Längsschnittstudie so sogenannte Otterstudie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der DAK-Gesundheit junge Menschen durch ihren Alltag. Unter anderem stellte sich heraus, dass 33 (!) Prozent der Jugendlichen sich von einem Chatbot besser verstanden fühlen als von einem echten Menschen. Diese bittere Erkenntnis zeigt einmal mehr, wie fremd wir uns geworden sind. wie ungesehen und unverstanden sich bereits die Jüngsten unserer Gesellschaft fühlen.
Es ist ein Spiegel. Einer, der unnachgiebig zeigt, wie selten echte Aufmerksamkeit geworden ist. Wie Gespräche verkürzt werden, wie Zuhören an Relevanz verliert, wie schnell Urteile fallen, bevor jemand wirklich ausgesprochen hat und wie krank, gestresst und ignorant unsere Gesellschaft vielleicht wirklich ist.
Mich macht das traurig und gleichzeitig bin ich froh, dass wenigstens die Kl die Sorgen und Nöte der Ungesehenen und Ungehörten (jeden Alters) versteht und Unterstützung bietet.
Und unser aller Bundeskanzler Merz sagt im SPIEGEL-Interview ernsthaft:”Überhaupt stört mich diese Inflation von Krawallsprache.” Ja, genau: Das sagt der Pascha-Stadtbild-linksgrüne-Spinner-Kanzler, der alle als faul und bequem beschimpft.
Kannst. Du. Dir. Nicht. Ausdenken.

Good News!
Eine Gruppe junger Menschen hat eine Internetseite gebaut und entwickelt gerade dazu eine passende App für das Mini-Ehrenamt. Mit Volunteam wird soziales Engagement einfacher. Kurze Einsätze. Echter Einblick. Neue Wege ins Ehrenamt. Ich als alte und sehr überzeugte Ehrenamtlerin finde das richtig gut.
Das Europäisches Parlament fordert mit großer Mehrheit ein EU-weit einheitliches Sexualstrafrecht nach dem Prinzip „Nur Ja heißt Ja“. Vergewaltigung soll klar über fehlende Zustimmung definiert werden, um Opfer besser zu schützen. Nun muss die EU-Kommission innerhalb von drei Monaten reagieren. Und fast der gleiche Antrag wurde letzte Woche im Bundestag mit den Stimmen von CDU und AfD abgelehnt. Hoffentlich setzt die EU sich durch.
Osnabrück ist dem internationalen „Rainbow Cities“-Netzwerk beigetreten und will damit queere Menschen künftig stärker unterstützen. Durch den Austausch mit anderen Städten sollen bestehende Angebote ausgebaut, neue Projekte angestoßen und die Sichtbarkeit sowie Sicherheit der Community verbessert werden.

1. Ab sofort ________.
2. _________ explodiert.
3. Nächste Woche ___________.
4. ________ Vergissmeinnicht.
5. Zuerst __________ und dann ___________.
6. _______ wenn ich morgens die Augen aufmache.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !
Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Meine Freitagstipps für euch
Freitagstipps zum Gucken
Außer den aktuellen wöchentlichen Folgen von Outlander (die finale Staffel ist leider bald zuende) und The Testaments (es bleibt erstmal spannend) habe ich mich die Woche auf Netflix durch Designated Survivor gebingt.
Ich hatte vor Jahren damit mal angefangen und bin nie bis zum Ende gekommen. Was für eine gute Serie! Der Inhalt: Wohnungsbauminister Tom Kirkman, großartig gespielt von Kiefer Sutherland, wird nach einem Anschlag auf das Kapitol während der State of the Union Rede, bei der die regierenden Politiker getötet werden, als letztes noch lebendes Kabinettmitglied automatisch zum US-Präsidenten.
Er muss sich fortan mit der Instandsetzung des politischen Systems in den Vereinigten Staaten auseinandersetzen sowie gegen in- und externe Putschversuche ankämpfen. Außerdem wird versucht, wegen der Umstände seiner Amtsübernahme seine Legitimation zu untergraben. In der Serie spitzt sich die Feindschaft der politischen Lager bis zum Äußersten zu und lässt wahr werden, was früher nur hysterische Wahlkampfrhetorik gewesen ist, nämlich dass Amerika gegen sich selbst putsche. Die Serie endete 2019. Wer hätte damals gedacht, wie es jetzt in der Realität aussieht? Designated Survivor ist eine spannende Serie mit vielen überraschenden Wendungen, es lohnt sich, sie anzuschauen.
Weil ich den Besuch von König Charles (es ist immer noch etwas weird, das zu schreiben) in den USA durchaus positiv wahrgenommen habe, starte ich jetzt vielleicht nochmal mit The Crown. Ich brauche gerade comfort binge.
Freitagstipps zum Lesen
Die NASA hat eine Website erstellt, die Namen bzw Buchstaben in Landschaften abbilden kann. Ihr könnt bei NASA Landsat Scienceeuren Namen eingeben und bekommt die Buchstaben in Satellitenaufnahmen angezeigt. Wenn ihr dann mit dem Mauszeiger über die Bilder fahrt, wird angezeigt, wo diese Landschaft, die den Buchstaben abbildet, sich befindet. Lustige Sache! Könnt ihr meinen Namen hier erkennen? Ungefähr?

Wusstet ihr, dass man mit gebrauchte Teebeuteln im Garten düngenkann? Kleinere Flächen oder in Töpfen jedenfalls? Ich werde das mal versuchen, kann ja nicht schaden.
Freitagstipps zum Hören
Ich quäle mich etwas durch mein aktuelles Hörbuch. Kennt ihr das, wenn man etwas gekauft hat, was man eigentlich nicht so mag, aber bezahlt ist bezahlt. Bestellt wird aufgegessen. Ich glaube, ich muss mich davon jetzt freimachen.
Aber ich habe eine richtig gute Podcast Empfehlung für euch. Annette Dittert habe ich schon als Korrespondentin der ZEIT immer sehr geschätzt. Ihr Expertenwissen zur Politik in Großbritannien und ihre lockere Art es zu vermitteln finde ich super. Dafür habe ich mir sogar Paul Ronzheimer angetan, den ich für seine Tätigkeit für Springer sonst meide. Sie war gestern zu Gast in seinem Podcast mit dem Thema: Im Epstein Schatten – König Charles auf Trump Mission. Sehr hörenswert!
Das waren meine Freitagstipps, Gedanken und Geschichten für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, wenn ihr bis hierher gelesen habt. Das bedeutet mir wirklich viel.
Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Ich wünsche ich euch ein wunderbares langes Wochenende, macht was Schönes draus!
Alles Liebe


No Comments