Die Forschung bestätigt: Hobbys, die uns aktiv einbinden und Freude machen, beruhigen unser Nervensystem. Sie erfordern Konzentration und Achtsamkeit – und geben unserem Gehirn so eine Pause vom Sorgen- und Grübelmodus.
Genau so sehe ich das auch, zumindest für mich. Die Workshops am vergangenen Wochenende waren eine entspannte kreative Auszeit, für mich und meine Gäste.
In den Tagen danach bin ich meist mit Aufräumen und dem Reinigen der Werkzeuge beschäftigt. Und mit neuen kreativen Ideen, die durch die intensiven persönlichen Austausch und in einer Art Flow wieder daraus entstehen.
Außerdem bin ich inzwischen intensiv in die Planung des diesjährigen Events Crop Am Rhein eingestiegen. Das grobe Konzept steht, und einen Teil des Materials habe ich spontan auch bereits bestellt.
Da ich in dieser Woche Urlaub hatte, konnte ich auch alles entspannt angehen und um das richtig zu genießen, habe ich an meiner Resilienz gearbeitet. Das Zauberwort, um sich nicht von den Nachrichten runterziehen zu lassen. Für meine Resilienz ist Selbstfürsorge auch ein wichtiger Punkt. Tagsüber mal ein Nickerchen machen, wenn mir danach ist, weil ich wieder die halbe Nacht nicht schlafen konnte. Eine ganze Packung Schwarzwälder Kirsch Eis verputzen, Scheiss auf die Bikinifigur. Resilienztraining umfasst aber nicht nur Techniken wie Achtsamkeit, positives Denken, Zielsetzung, sondern auch den Aufbau sozialer Netzwerke, um die Anpassungsfähigkeit zu erhöhen.

Wenn ich momentan die Kapazitäten habe, pflege ich meine Freundschaften bewusst und stärke mein Nachbarschaftsnetz – etwa indem ich mir Zeit nehme, mit den Menschen zu sprechen, aktiv zuhöre und mich ihnen anvertraue. Es scheint wenig, doch macht es einen großen Unterschied. Solche Netzwerke im Freundeskreis und der Nachbarschaft sind die eigentliche Infrastruktur der Resilienz. Sie fangen uns auf, wenn individuelle Strategien nicht mehr reichen – und geben Menschen mit weniger Ressourcen trotzdem Zugang zu Unterstützung.
Das ist der Kern kollektiver Resilienz: Individuelle Widerstandskraft nützt wenig, wenn um uns herum alles zerfällt. Aber wenn wir gemeinsam handlungsfähig bleiben, wird Resilienz zur gesellschaftlichen Fähigkeit – und genau die brauchen wir in der Polykrise, finde ich.
Auf eine besondere Art der Entspannung freue ich mich am Wochenende: morgen nehme ich mit meiner Freundin an einem Sauerteig-Workshop teil. Late to the game, aber ich will das jetzt richtig lernen. Veranstaltet wird das Ganze regelmäßig von Alina Werner. Sie hat erst kürzlich in Düsseldorf ihr kleines Start Up Mabon gegründet, und das Brot, das ich bereits bei ihr gekauft habe, schmeckte göttlich. Wenn ich das selbst nur annähernd so hinbekomme, bin ich glücklich.
Wahrscheinlich vergesse ich nach ein paar Tagen schon, meinen Starter zu füttern. Und welchen Namen gebe ich dem? Es bleibt spannend.
Und sonst so?
Wir hatten ja schon viele, auch problematische Bundeskanzler. Aber hatten wir jemals vorher einen Kanzler, der sein eigenes Volk gehasst, verachtet und verhöhnt hat? Wir sind also zu bequem geworden? Ich platze fast vor Wut, wenn ich das lese. Meine Kinder arbeiten sich fast in den Burn Out, ich arbeite noch, obwohl ich schon lange in Rente bin. Ich engagiere mich schon seit Jahrzehnten ehrenamtlich. Bequem geht anders! Warum fühle ich mich überhaupt von diesen verächtlichen Aussagen angesprochen?
Resilienz. Die fehlt mir manchmal. Wobei Resilienz ja nicht bedeutet, keine negativen Gefühle zu haben. Sondern dass man einen Weg findet, aus ihnen wieder herauszukommen.
Meinte Albert Einstein die aktuelle Bundesregierung mit, als er sagte: “Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.”?
Manchmal denke ich: “Bitte wach auf, wach auf, wach auf!” Ich muss in einem dümmstmöglichen Paralleluniversum gelandet sein und ich will wieder zurück in eine Zeit in der Wissenschaft nicht angezweifelt wird, außer von ECHTEN anderen Wissenschaftlern, in eine Zeit in der es Anstand gab und rechte Parteien moralisch kritisiert und verboten wurden, in der gegen Atomkraft demonstriert wurde und jeder gewusst hat, dass seine Kinder mal den Preis zahlen würden.
Man sollte sich immer wieder bewusst machen, dass wir die endlosen Kürzungs-und Spardebatten nur deshalb führen, weil sich die Union beharrlich weigert, die Reichsten im Land gerechter zu besteuern.
Und in den USA regiert weiter der Wahnsinn. Drei von vier Frauen aus Trumps Kabinett sind inzwischen schon rausgeflogen, und werden durch Männer ersetzt. Nur die “Bildungsministerin” , die vorher Geschäftsführerin einer Wrestling Wettkampf Organisation war, ist noch da. Nun ja, da herrscht definitiv Fachkräftemangel. Der Kriegsminister und der FBI-Direktor haben laut Berichten ein ernsthaftes Alkoholproblem. Trumps Stabschefin und engste Beraterin Suzie Wiles war übrigens 2020 Wahlkampfberaterin von Israels Regierungschef Netanjahu, habe ich gestern gelesen. Das erklärt auch so einiges.
Ich habe inzwischen den Eindruck, es gibt in den USA drei verschiedene Gruppen von Republikanern. Da sind die Überzeugten, die wirklich glauben, dass dies der richtige Weg ist – die Heritage Foundation, also christlich-nationalistische Typen. Dann gibt es eine zweite Gruppe, die sich wahrscheinlich bedroht fühlt – sei es durch Leichen im Keller oder durch die Sorge um ihre Sicherheit oder die ihrer Familien. Und schließlich gibt es noch die Gruppe, die wahrscheinlich mit Insiderhandel ein Vermögen verdient und das nicht aufgeben will.
Bis zu den Zwischenwahlen im November wird es wahrscheinlich immer weiter eskalieren. Sogar im MAGA-Lager wird die Frage lauter: Ist der Präsident noch zurechnungsfähig? Trump aber denkt nicht daran, einen Gang zurückzuschalten. Von außen wirkt es, als hätte Amerika die Zündschnur angezündet und sei dann weggegangen, während alle anderen um die Bombe herumstehen und sich fragen, wer den Draht durchschneiden soll.
Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass sämtliche Krisen dieser Welt auf beleidigte Männer zurückzuführen sind.

Good News!
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will etwa 600 menschliche Schädel aus der Kolonialzeit an westafrikanische Länder zurückgeben. Die Herkunft der Schädel ist gemeinsam mit Forschenden aus Togo und Kamerun untersucht worden. Wobei ich mich frage, was diese Schädel überhaupt in Deutschland zu suchen hatten. Das Thema beschäftigt mich auch, seit ich im Humbold Forum in Berlin kürzlich eine Ausstellung zum Thema Kolonialismus gesehen habe. Wir Deutschen haben uns schon lange vor dem Dritten Reich nicht mit Ruhm bekleckert, wenn man das so sagen darf.
Die Vienna Club Commission will mit der App „SafeNow“ für mehr Sicherheit in Clubs und Bars sorgen. Wer Übergriffe oder Diskriminierung erlebt, kann so diskret und schnell Awareness-Teams alarmieren, die helfen. Im Wiener Westgürtel wird die App nun getestet. Ich hoffe, dass die App gut funktioniert und auch in Deutschland verfügbar sein wird.
In Deutschland liegen bis zu 4,2 Milliarden Euro auf nachrichtenlosen Konten – also auf Konten, zu denen sich keine Berechtigten mehr melden. Hierzulande verbleibt dieses Geld bei den Banken, in anderen Ländern fließt es in die Allgemeinheit zurück. Nun zeigt eine Umfrage: Die Mehrheit in Deutschland ist dafür, das Geld für gesellschaftliche Projekte zu nutzen. Dafür bin ich definitiv auch!

1. Was ist _________ .
2. ________ beim Zahnarzt .
3. Es könnte sein, _________ .
4. _________ und es klappt ________.
5. Meine letzte Autofahrt ________ .
6. ________ Erdbeeren.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !
Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Meine Freitagstipps für euch
Freitagstipps zum Gucken
Wieder einmal bin ich in einer Art Serienloch. Kennt ihr das, wenn man so richtig begeistert ist und sich jede Woche auf eine neue Folge freut? Die zweite Staffel von “The Pitt”ist mit einem sensationellen Finale zu Ende gegangen, ich bin auf Entzug und werde Dr. Robby vermissen. Die zweite Staffel entwickelte den Blick für die Dynamik des Personals weiter und legt ein stärkeres Gewicht auf die psychologischen Belastungen und die Art und Weise, wie wiederkehrende Herausforderungen im Gesundheitssystem persönliche Grenzen ausloten. Zum Glück wird die dritte Staffel bereits gedreht.
Serien rund um religiöse Personen oder Gemeinschaften sind aktuell im Trend. Und faszinieren mich, weil ich immer denke: wie kann so etwas möglich sein?
Dies beweist nun erneut ein Chartstürmer auf Netflix. Der Sechsteiler “Unchosen”spielt in Großbritannien und liefert einen packenden Mix aus Psychothriller und Charakterdrama. Wie bei einem richtig guten Harlan-Coben-Roman gibt es hier jede Menge Wendungen – man kann (bzw ich musste) das in einem Rutsch durchbingen. Unchosen gehört zu diesen Serien, gleichzeitig verstören und fesseln. Und ich dachte wieder mal: wäre das alles auch in Deutschland möglich? Und wie funktioniert diese Sekten-Gehirnwäsche?
Den Film “Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße”wollte ich mir ursprünglich im Kino anschauen, habe es aber Ende letzten Jahres verpasst. Jetzt ist die Romanverfilmung bei Apple TV und HBO Max im Stream verfügbar und erzählt die Geschichte vom kurz vor der Pleite stehenden Berliner Videothekenbesitzer Micha Hartung, der ungewollt zum gesamtdeutschen Helden wird: Als ihn zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ein Journalist zum Drahtzieher der größten Massenflucht der DDR stilisiert, steht sein Leben plötzlich Kopf. Als Hochstapler wider Willen verstrickt sich Micha in einem Gestrüpp aus Halbwahrheiten und handfesten Lügen. Eine sanfte, augenzwinkernde Satire, die mich in kleinen Teilen an Schtonk! erinnerte.
Und kennt ihr das, wenn einem dann automatisch nach Ende einer Serie oder eines Films was Neues vorgeschlagen wird oder anläuft? So geriet ich zufällig in “Nebenan”, einen Film von und mit Daniel Brühl aus 2021. Schauspieler Daniel aus der schönen, neuen Erfolgswelt trifft in einer Berliner Eckkneipe den namenlosen, in die Jahre gekommenen Bruno aus Ostdeutschland, dessen Leben nicht wie im Bilderbuch verlaufen ist. Seine Figur entwickelt sich von schmeichelhaft über rätselhaft bis hin zu bösartig-bedrohlich. Der Fremde kennt nicht nur alle Filme von Daniel, er hat auch tiefe Einblicke in Daniels Privatleben. Es entwickelt sich in einer Art Kammerspiel ein ironisch bis zynisches Wortduell. Es geht um Gentrifizierung, soziale Ungerechtigkeit, Versagensängste und Aufrichtigkeit. Durchaus interessant.
Freitagstipps zum Lesen
Die Arzneimittelausgaben haben sich für die gesetzlichen Krankenkassen in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt und stiegen 2024 auf fast 60 Milliarden Euro. Kostentreiber sind vor allem die patentgeschützten Medikamente wie Keytruda. Dieses Medikament erhöht inzwischen die Überlebensrate bei Brustkrebs gewaltig. Aber warum ist das so teuer? Angesichts des Milliardendefizits der gesetzlichen Krankenversicherung laufen wir Gefahr, dass wir in eine Situation kommen, wo bestimmte Versichertengruppen, also reiche Menschen, Dinge bekommen können und andere nicht mehr.
Wie ticken die Menschen, die Trump weiterhin gottgleich verehren? Ja, das ist und bleibt mir ein Rätsel. Wie kann es sein, dass es bisher praktisch keinen Fehltritt gegeben hat, den Trumps Fundi-Fans ihm nicht verziehen hätten? Eher noch verstärkt sich dadurch die gesellschaftliche Polarisierung in ein Pro- und Anti-Trump-Lager.
Durch Streaming hat sich einiges verändert, und ich war besonders von Platz 1 überrascht: Das sind die bestbezahlten Schauspieler und Schauspielerinnen der Welt.
Freitagstipps zum Hören
Ich empfehle euch (wieder mal) eine Folge von O.K. America. In der gestrigen Folge sehr interessanten Folge ging es in einer Art Deep Dive um die Midterm-Strategie der Demokraten. Und um Parallelen zur deutschen Politik.
Die sozialdemokratischen oder in den USA eben die demokratischen Politiker*innen galten als die Vertreter von Sozialpolitik, Arbeitnehmerschaft, und der Migranten. Und plötzlich sind da die Rechtspopulisten, die mit großen Versprechen und vor allem Erzählungen und Gefühl argumentieren und dafür sorgen, dass die Demokraten oder in Deutschland die Sozialdemokraten oder die Grünen plötzlich das Image haben, Elitenpartei zu sein. Und da wieder rauszukommen, ist eine enorm schwierige Aufgabe, weil die Gegenseite diese Erzählung hat.
Aber das hat Trump sehr geschickt gedreht, indem er sagt, wir sind jetzt die Partei, auch für die Einfachen, unabhängig davon, dass seine Politik das eigentlich nicht aussagt. Seht ihr die Parallelen zur AfD?
Ansonsten höre ich zwischendurch mein aktuelles Hörbuch weiter. Ich dachte ursprünglich, “Alles gut?”* sei eine simple »Enemies to Lovers« Geschichte, aber das täuschte gewaltig. Tatsächlich führen Jess und Josh, die aus unterschiedlichen Welten kommen, auch hochkritische (sprich rassistische und misogyne) Gespräche. Der Roman scheint zudem eine komplexe Erzählung über die US-amerikanische Gesellschaft, über Klassenunterschiede, White Privilege, Rassismus und noch vieles mehr. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob mir Jess und Josh wirklich sympathisch sind, da ich erst ein Drittel durch habe. Vielleicht soll dieses Buch aber auch bewusst unbequem sein und uns dazu auffordern, selbst nachzudenken?
Das waren meine Freitagstipps, Gedanken und Geschichten für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, wenn ihr bis hierher gelesen habt. In dieser Zeit, in der wir es gewohnt sind, Informationen im Sekundentakt aufzunehmen, weiß ich das besonders zu schätzen. Danke dafür.
Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Ich wünsche ich euch ein entspanntes sonniges Wochenende!
Alles Liebe



6 Comments
[…] Und zum Abschluss auch dieses Mal wieder Wochenlieblinge mit dem Freitagsfüller von Babara. […]
Der Freitagsfüller darf bei mir nicht fehlen – danke für den Lückentext
und liebe Grüsze
Mascha
Liebe Barbara, nun habe ich es doch noch vor all meinen Freitagsaktivitäten geschafft, den Lückentext auszufüllen.
Vielen Dank dafür.
https://www.besinnlich.de/2026/04/24/freitagsfueller-24-april-2026/
Liebe Grüße
Mira
Guten Morgen,
heute wieder dabei.. Danke für den Freitagsfüller und ein schönes Wochenende
Liebe Grüße
illy
Hallo Barbara,
Ja, der Kanzler, der uns ständig beleidigt. Ich gehe da aber noch weiter – abgesehen davon, dass gerade wir Frauen auch viel (für einen Herrn Merz) unsichtbare und unbezahlte Arbeit machen: Wer hat denn gesagt, es sei das Ziel des Menschseins, sich totzuschuften, um lauter Kram zu kaufen, der die Umwelt kaputt macht und den man nicht braucht?
Ich lese gerade „Utopien für Realisten” von Rutger Bregman und finde da viel Wahres.
Und ja, ich arbeite, freiberuflich, fleißig, aber nicht ganz Vollzeit, weil ich von mehr Freizeit mehr profitiere als von mehr Geld.
Liebe Grüße
Katja
Guten Morgen,
Mein FF:
https://igelabooks.blogspot.com/2026/04/ein-mit-schonen-aktivitaten-auf-die-ich.html
und liebe Grüsse
Irene