Gelli Plate Foto-Transfer mit eigenen Fotos ist momentan meine Lieblingstechnik im Mixed Media Bereich. Am vergangenen Wochenende gab es dazu bei mir wieder einen neuen Workshop.
Dieses Mal haben wir zusätzlich Farbe und Muster mit Alkoholtinte und Schablonen auf’s Papier gebracht. Und ich finde, diese beiden Techniken ergänzen sich perfekt!
Dieses Scrapbooking Layout hatte ich als Muster für den Workshop gemacht. Das Originalfoto, das ich für den Gelli Plate Foto Transfer verwendet habe, seht ihr oben links auf dem Layout. Diese Kombination von Fotos und passendem Hintergrund begeistert mich gerade sehr und ich finde, kein fertig gekauftes Papier kann das Thema, in diesem Fall die Millenium Bridge in London, so gut unterstreichen und betonen.
Zusätzlich zum Foto-Transfer, den ich hier mit blauer Farbe auf der 30,5 x 30,5 cm großen Gelli Plate* gemacht habe, habe ich das Papier mit farblich passenden Alcohol Inks und einer Schablone gestaltet.

Als Ergänzung habe ich auf dem Layout einige Stempel eingesetzt. Die Stempel mit den Linien sind von Seth Apter / PaperArtsy und unterstreichen das Muster der Brücke. Auf meinen Scrapbooking Layouts versuche ich in meiner Detailverliebtheit immer, das Thema und die Fotos durch passende Akzente wie Stempel oder andere Embellishments zu unterstreichen.

Die Buchstaben für den Titel habe ich mit den neuen Alpha-Stanzen von Seth Apter / Sizzix ausgestanzt. Auch sie passen vom Stil her super zum industriellen Look der Brücke. Unter die Buchstaben habe ich ein paar Streifen Vintage Tape* geklebt. Das sieht irgendwie aus wie vergilbtes Tesefilm und wiederholt vom Farbton her den oberen Teil des Layouts, so ergibt sich Harmonie.

Oben ergänzt zusätzlich ein Stück gemustertes Seidenpapier mit Zahlen von Tim Holtz und bildet so eine Basis für meinen kurzen Text auf dem Textstreifen.



Für das nächste Layout habe ich eine runde Gel Press Platte* verwendet. Den Transfer vom Foto des St. Pancras Hotels hatte ich zuerst auf einem A 4 Aquarellpapier* gemacht und dachte: durch den Weitwinkel ergibt sich eine krasse Rundung des Fotos. So ergab sich das grafische Thema Kreise.

Mit der runden Gelli Plate habe ich auf einem Bogen Aquarellpapier im Scrapbooking Format 30,5 x 30,5 cm links (auf der Platte entsprechend spiegelverkehrt rechts) einen Abdruck gemacht. Das Muster ergibt sich wieder aus der Alcohol Ink mit Schablonen Technik, die ich schon in früheren Workshops gezeigt habe. Mit einer kleinen runden Gelli Plate* habe ich – dieses Mal ohne Schablone – drei kleinere Kreise ergänzt.
Den Gelli Plate Foto Transfer habe ich dann als Kreis zugeschnitten und aufgenäht. Nachdem ich vorher natürlich noch auf das Layout gestempelt hatte.

Das wunderschöne Stempelset Architecture* von Tim Holtz passten perfekt zu den Bögen der Fenster des St- Pancras Hotels. Ich liebe es wirklich sehr, wenn sich Fotos und das ganze drumherum so perfekt ergänzen. Die Stempel sind schon älter, aber in meinen Augen ein absoluter Klassiker und ich habe sie schon oft für Fotos mit alten Gebäuden eingesetzt, wie zum Beispiel auf einem Layout von Ellis Island.
Weiter mit Fotos aus London, dieses mal von der Aussichtsplattform The Garden at 120. Hier ist man ganz nah an einem Bürogebäude, das The Gherkin (Gurke) genannt wird. Das Motiv bot sich perfekt für einen Gelli Plate Foto-Transfer als Hintergrund an. Das Originalfoto, das ich für den Transfer entsprechend bearbeitet hatte, seht ihr im groß-klein Vergleich unten links.

Ich hatte noch Reste von meinen Test mit der Schablone und Alcohol Inks für den Kreis auf dem St. Pancras Layout auf dem Tisch, die passten hier als kleine Akzente unter den Fotos. Ich kann einfach keine Papierschnipsel wegwerfen. Außerdem teste ich gerade einige neue Farben für die kommenden Workshops beim Crop Am Rhein und auch die Testmuster fanden Verwendung. In diesem Fall für die ausgestanzten Buchstaben und Blätter. Und Stempel!


Für das nächste Scrapbooking Layout habe ich den Gelli Plate Foto-Transfer nicht mit einem Motiv, sondern mit einer Grafik von Ali Edwards gemacht, die es mal als Freebie gab. Screenshot und man hat das Foto für den Transfer, ganz einfach.
Der Hintergrund ist wieder mit Alcohol Inks und einer Schablone entstanden. Ich arbeite oft sehr intuitiv und auch leicht chaotisch, deswegen weiß ich manchmal nicht genau, wie sich etwas zusammengefügt hat und welche Farben ich verwendet habe. Manchmal notiere ich mit aber auch etwas, wie in diesem Fall. Diese Farbkombination gefiel mit so gut, dass ich sie ausnahmsweise für den Workshop hinten auf’s Layout geschrieben habe. Zum Glück, denn meine Gäste fragten danach. Ranger Alcohol Ink in Monsoon, Lemonade und Dandelion ergibt diese superschöne Coloration.

Auch hier wieder Resteverwertung, dieses Mal hatte ich noch einige Schnipsel meiner letzten Artist Trading Card Produktion auf dem Tisch. Sie passten gut als kleines haptisches Detail unter das Foto und es reichte zusätzlich noch für diese kleinen ausgestanzten Schildchen.

Gelli Plate Foto-Transfer kolorieren
Bei unserem Ausflug nach Richmond kamen wir an einem ganz entzückenden Blumenladen vorbei. Ein alter Laden, wunderschön dekoriert. Ich habe natürlich Fotos gemacht, leider bei schlechten Lichtverhältnissen. Diese Erinnerung wollte ich gerne festhalten und habe ein Foto, das ich frontal von dem Laden gemacht hatte, als Gelli Plate Foto-Transfer gemacht. Den Druck habe ich ausgemalt, mehr dazu weiter unten. Zusätzlich habe ich für das Layout Alcohol Ink mit einer Schablone verwendet, diese spezielle Technik war ja in erster Linie Thema des Workshops.


Für das Layout habe ich den Transfer Abdruck auf der Gel Press Platte rückseitig grob ausgemalt. In einem früheren Blogbeitrag könnt ihr ein ähnliches Beispiel für das Ausmalen eines Foto-Transfers in dieser besonderen Technik sehen. Sie ist etwas aufwändiger und benötigt durch die verschiedenen Farbschichten längere Trocknungszeiten. Ich habe zwischendurch diese Fotos gemacht. So sieht es nach dem Gelli Plate Foto-Transfer aus.

Und das ist der Zustand nach dem Ausmalen. Sieht chaotisch aus, aber ihr bekommt eine Ahnung davon, wie es geht. Ich habe auch hier wirklich nur sehr grob koloriert. Aber ich werde diese Technik in Zukunft definitiv verfeinern, mit feineren Pinseln und Farben. Ihr könnt das Ausmalen kontrollieren, indem ihr die Platte vorsichtig kurz anhebt und von der Vorderseiteseite anschaut.

Tipp: Buchstaben und andere Embellishments auf der Gelli Plate einfärben
Die Buchstaben über dem Geschäft haben mich daran erinnert, dass ich irgendwo in meinem Berg von Buchstabenstickern aus Chipboard in der Form ähnliche haben müsste. Da ist sie wieder, so detailverliebt. Ich fand sie tatsächlich, farblich passten sie aber so garnicht. Also habe ich sie fix passend eingefärbt, auf der Gelli Plate, das hatte ich schon öfter so gemacht.

Meine Technik:
- Alcohol Ink dünn mit einer kleinen Farbwalze* auf der Gel Platte ausrollen. Ich wollte einen bestimmten Grün Ton, deswegen habe ich gemischt.
- Die Buchstaben auf einem Lineal anordnen
- Acrylfarbe – in meinem Fall Titanium Buff Light* – über der Alkoholtinte dünn mit der größeren Farbwalze ausrollen und das Lineal mit der Oberseite der Buchstaben vorsichtig reindrücken.
- Abnehmen und trocknen lassen. Am besten später mit Flüssigkleber auf das Layout kleben, da die Selbstklebekraft der Sticker danach nich mehr ausreichen kann

Ich habe den Rest der Farben dann noch mit einem kleinen Rest Cardstock von der Platte gezogen und daraus die Blätterranken unter dem Titel ausgestanzt. Und – wie könnte es anders sein – etwas gestempelt.

Das waren meine Beispiele, die ich für den Workshop gemacht hatte, um meinen Gästen Inspiration für ihre eigenen Layouts und Papiere zu geben.
Impressionen und Ergebnisse aus dem Gelli Plate Foto-Transfer Workshop
Meine Teilnehmerinnen hatten mir vor dem Workshop ihre Fotos geschickt. Wie bereits in Vorbereitung des ersten Workshops, den ich zum Thema Foto-Transfer gegeben habe. Ich habe die Bilder dann entsprechend bearbeitet, vorbereitet und auf meinem HP SW Laser Drucker* ausgedruckt. Für den Druck habe ich Broschürenpapier* verwendet, das ist für klare Abdrücke meiner Erfahrung nach besonders gut geeignet, Über das für gute Ergebnisse essentielle Bearbeiten der Fotos kann ich gerne nochmal extra einen Blogbeitrag schreiben, wenn es euch interessiert.
Zum Warmwerden und Ausprobieren hatten meine Gäste zusätzlich einige meiner eigenen Transfer-Vorlagen zur Verfügung. Und viel Papier. Die Gelli Plate Transfer Technik ist wirklich gut umzusetzen, wenn man weiß wie es geht. Das vermittle ich in meinen Workshops, denn ich bekomme immer wieder frustrierte Nachrichten, wenn es vorher zuhause nicht funktioniert hat. Man muss einiges beachten, etwas üben und vor allen Dingen LOCKER BLEIBEN. Mixed Media ist immer spannend, weil die Ergebnisse nicht zu 100% vorhersehbar sind Auch bei mir nicht!
Wir sind vielleicht inzwischen auch so an KI und Retusche und perfekte Grafik gewöhnt, dass wir diese Ansprüche auch an Handarbeit anlegen. Fehler, großer Fehler, macht euch frei davon. Ausprobieren, einfach machen. Und von Mal zu Mal wird es einfacher und die Ergebnisse “besser”, ich verspreche es euch.
Hier zum Beispiel war die Teilnehmerin mit ihrem Foto-Transfer in der Mitte des 12″ Aquarellpapiers* nicht ganz zufrieden. Die mit Alcohol Ink gestalteten Ränder waren aber okay. Also hat sie auf einenm A4 Bogen Aquarellpapier mit der gleichen Vorlage einen zweiten Druck gemacht und der war wesentlich klarer. Also wird daraus ein Layout entstehen, in dem das Mittelstück aufgenäht wird.

Hier ist noch ein Beispiel von einem etwas undeutlichen ersten Versuch links, und rechts daneben ein erneuter Druck mit der gleichen Vorlage, viel besser. Und ja, mit meinen ausgedruckten Vorlagen kann man den Foto-Transfer zweimal machen, es ist genug Lasertoner als Basis auf dem Papier.

Und dann wurden die Transfers immer besser und besser. Falls ihr euch übrigens wundert, warum meine Gel Press Platten gelb sind: das passiert zwangsläufig im Laufe der Zeit durch die Verwendung von Alcohol Ink, und natürlich auch durch den starken Gebrauch seit vielen Jahren in meinen Workshops. Wenn man die Platten kauft, sind sie glasklar, verwendet man sie häufig, sind sie das nicht mehr, aber die Verfärbung macht im Gebrauch null Unterschied.

Auch hier ist der Druck am Anfang noch nicht optimal, aber nach und nach bekamen meine Gäste das richtige Gefühl für die Stärke des Farbauftrags, die Zeit und den Andruck des Transfers.

Hier ist der Transfer das gelbe Muster, dass ursprünglich ein Foto des Fußbodens im Haus meiner Tochter in London war. Darüber Alkoholtinte in verschiedenen Farben. Ich habe leider während der Workshops immer zuwenig Zeit für Fotos aber kann euch versichern, dass der fertige Druck zum Schluss super war.

Hier ist das Ergebnis okay. Aber, kleine Anmerkung von mir: die Ergebnisse werden noch besser, wenn man die Farbwalze zwischen den einzelnen Farbaufträgen sauber macht. Ich wiederhole es immer wieder wie ein Mantra in meinen Workshops “ROLLE SAUBER MACHEN!!!”. Für den endgültigen Druck wurde transparentes Liquitex Gel Medium* verwendet, um das linierte Papier durchscheinen zu lassen. Beim Auftrag des Gel Mediums befanden sich offenbar noch schwarze Farbreste an der Rolle oder auf der Platte, die den leicht antik wirkenden Grauschleier verursachen. Dieses flüssige Gel Medium verwende ich übrigens auch als Kleber für meine Collagen, Seidenpapier etc.




Ein kleiner schöner Nebeneffekt entstand, als jemand fragte, ob man Gelli Plate Foto-Transfer auch auf Tape machen könnte. Wir haben die Idee direkt ausprobiert, ich hatte breites transparentes Tesaband im Haus und es klappt super. Ich werde das am Wochenende mal mit Mini Fotos probieren.

Es war am Wochenende sehr warm, deswegen gab es einen kleinen leichten Snack und Joghurette Eis in der Mittagspause. Der Flammkuchen-Toast nach dem Rezept von Bine ist schnell gemacht, lässt sich aus der Hand essen und kommt immer gut an.

Das war’s für heute mit vielen Fotos, Tipps und Inspiration, danke für’s Vorbeischauen hier auf dem Blog!
Wenn ihr noch mehr Infos zum Thema Gelli Plate Foto-Transfer haben möchtet, schaut doch gerne nochmal in den Blogbeitrag mit vielen technischen Tipps dazu.
Alles Liebe
Barbara
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